Wer Schwierigkeiten beim Verständnis des Evangeliums hat, befindet sich auf noch “besserem Boden” als jene, die glauben, in der Wahrheit zu stehen, aber falscher nicht liegen könnten. Besonders gefährlich wird es, wenn in die Irre gelaufene Gläubige ihre Richtung hartnäckig beibehalten wollen.
Das “schwierige Verständnis”
Ein Verständnis für das Evangelium zu bekommen ist zwar durch die Hilfe, bzw. Kraft Gottes möglich, aber alles andere als selbstverständlich. So wie Paulus in 1. Korinther 2,14 erläuterte,
“Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muß.“,
so wird das Evangelium in aller Regel als ein Märchenbuch antiker Patriarchen und ihren persönlichen Eindrücken abgetan. “Deren Erlebnisse mit ihrem(!) Gott”, so sogar aus dem Munde der ehemaligen Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) während eines NDR-Podcasts.
Aus diesem Grund werden durchaus gläubige, vom Heiligen Geist geführten Menschen von den “akademisch veranlagten Gebildeten” meist mitleidig belächelt, weil dieser doch derart unselbstständig und vom Aberglauben abhängig sei. Schließlich müsse man auch alles rational erklären können, gemäß der Gesetzmäßigkeit Ursache und Wirkung.
Dass dieses vermeintliche Gesetz jedoch hellenistischen Ursprungs und damit als eine Philosophie betrachtet werden kann, fällt einfach unter den Tisch. Wie auch immer, wer das Geistliche ablehnt, wird das Geistliche auch nicht verstehen können, und schon gar nicht jene, die es so handhaben, 1. Korinther 2,13:
“und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären.”
Direkte Ablehnung oder Irrtum

Der “einfache und klare Fall” ist, wenn Gott und Sein Evangelium geradeaus abgelehnt werden. Problematisch ist es jedoch, sich zwar zum Evangelium zu bekennen, aber daraus völlig falsche Schlüsse zu ziehen und auch entsprechend falschen Lehren anzuhängen. “Knapp daneben ist unterm Strich auch nicht getroffen”, in anderen Worten, “fast gerettet ist dennoch ewig verloren gegangen”.
Wer sich dazu an einer Irrlehre geradezu festbeißt, ohne die Offenheit, bzw. Bereitschaft, einen selbst erkannten Irrtum korrigieren zu wollen, manövriert sich am Ende in eine Sackgasse ohne Umkehrmöglichkeit. Denn diese Erkenntnis der (tatsächlichen) Wahrheit kommt nicht von irgendwo her, sondern ist der das Gewissen bearbeitende Geist Gottes. Wird dieser jedoch hartnäckig abgewehrt, handelt man sich selbst die denkbar schlechtesten Karten ein.
Die “Favoriten-Irrtümer”
Zu den “populärsten” Irrtümern zählen der Glaube an:
– eine ewig brennende Hölle (Info)
– ein Fegefeuer
– die Wanderung der Seele in den Himmel oder in die Hölle nach dem Sterben
– die eigene gute menschliche Moral (Info)
– abgeschaffte Gebote Gottes (Info)
– eine unsterbliche Seele (Info)
Die Vorstellung über eine Seele, die den verstorbenen Körper verlässt und ein fortsetzendes, ja direkt unsterbliches Eigenleben besitzt, ist die Wurzel so mancher weiteren Irrlehren. Denn ohne diese “unsterbliche Seele” wären Szenen wie ewige Hölle, Fegefeuer und sofortige Himmelfahrt gar nicht denkbar. Eine derartige “Wurstegal-Einstellung” kann insbesondere dadurch gefördert werden, wenn man sich im Irrglauben einer weiteren Chance zur Besserung befindet.
Vermeintliche zweite Chance
Eine solche zweite Chance ergäbe sich bei einer weiteren sehr verbreiteten Irrlehre. Die ominöse Vorentrückung der Christen, bevor der “kommende Antichrist” eine 7-jährige Trübsalzeit verursache. Derlei Voraussichten sind allerdings in der Bibel nirgends zu finden (Info).
Klartext über die Verstocktheit

Die Varianten der lediglich von einzelnen Vers-Auszügen genährten Irrtümer sind beinahe schon unübersichtlich. Wer daran festhält, egal welche Irrlehre, oder welche Kombinationen daraus, ist damit automatisch an der Wahrheit des Evangeliums nur vorbeigeschrammt, nicht aber darin befindlich. Hierzu hatte Ellen G. White einen trefflichen Kommentar in einem ihrer zahlreichen Briefe.
“Wer sich von der Wahrheit abwendet und sich Fabeln zuwendet, kann keine zweite Bewährung erwarten. Es wird kein zeitliches Millennium geben. Wenn sie, nachdem der Heilige Geist ihre Herzen überzeugt hat, der Wahrheit widerstehen und ihren Einfluss nutzen, um anderen den Weg zu versperren, sodass sie sie nicht annehmen, werden sie nie überzeugt werden. Sie haben in der ihnen gewährten Bewährung keine Veränderung ihres Charakters angestrebt, und Christus wird ihnen keine Gelegenheit geben, diesen Weg erneut zu gehen.
Die Entscheidung ist endgültig. Deshalb ist es mir so wichtig, dass jeder in der Familie Wessels den Herrn sucht, solange er zu finden ist, und ihn anruft, solange er nahe ist. Er sagt: ‘Der Gottlose lasse von seinem Weg und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserem Gott; denn bei ihm ist viel Vergebung.’ [ Jesaja 55:7 ]”
(Letter 25, 1900)
Kein unbekanntes Phänomen, denn Jesus Christus hatte sich die Pharisäer auf ähnliche Weise vorgeknöpft und sie aus genau demselben Grund der Verbohrtheit getadelt, Matthäus 23,13:
“Aber wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, daß ihr das Reich der Himmel vor den Menschen zuschließt! Ihr selbst geht nicht hinein, und die hinein wollen, die laßt ihr nicht hinein.“
Evangelium völlig unbefangen angehen

Daher das Evangelium und vor allem die “schon bekannten” Stellen, welche immer wieder dazu dienen, die eigenen, irrigen Narrative zu bestätigen, erneut heranziehen und völlig unbefangen studieren. Vor allem aber im Zusammenhang mit den vorangegangenen und nachfolgenden Ereignissen erfassen. Nicht die eigenen Gedanken darüber stülpen, erst einmal offen lassen, denn die richtige Antwort kommt mit Sicherheit, wenn die Bibel weiter studiert wird. Offenherzig und “unkonditioniert” wie Kinder, Matthäus 18,3:
“und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Reich der Himmel kommen!“
Eine zweite Chance wird es nicht geben. Das wäre zudem nicht gerecht gegenüber den Menschen, die nicht das “Glück” hatten, zur rechten Zeit am richtigen Ort zu leben. Und eine derartige Ungerechtigkeit widerspräche direkt dem Charakter Gottes (Info).
Durchs Schwert sollen alle Sünder meines Volkes sterben, die sagen: »Kein Unglück wird uns erreichen noch überfallen!«
Amos 9,10
Bibelverse aus Schlachter 2000
