Olli Dürr Gesell. Entwicklungen EV-Kirchen stülpen Gendersprache über das Evangelium

EV-Kirchen stülpen Gendersprache über das Evangelium

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Das erzwungene Lesen und Hören von gegenderter deutscher Sprache scheint seinen Zenit überwunden zu haben. Die Mehrheit der Menschen lehnt diesen Sprach-Krampf ab. Doch die evangelische Kirche hält offensichtlich an der Gendersprache fest und stülpt diese verbalen Fiktionen auch noch anhand eigener Philosophien über das Evangelium.

„Gendern ohne Grenzen“

Genderwahn

EV-Kirchen vertreten nicht das Evangelium, sondern vergreifen sich daran

Das Gendern im Schreiben und Sprechen der deutschen Sprache stößt nicht wirklich auf eine wohlgesonnene Mehrheit. Das Sprechdiktat einer sich selbst als elitär gesehene Gruppe von „Spracherziehern“ möchte gerne in der Alltagssprache eine „diskriminierungsfreie“ Kommunikation mit künstlich eingeschobenen Sprechpausen und der Betonung einer femininen Variante durchsetzen. Das in der Aussprache eingeschobene fiktive Gendersternchen. Generisch maskulin oder feminin, egal, Hauptsache im Gesamten „neutral“.

Mehrheit lehnt Gendern ab

Eine Anfang Februar 2023 durchgeführte Umfrage des ohnehin „nicht ganz mittig eingeordneten“ Westdeutschen Rundfunks (WDR, Imap-Studie) zeigte klar auf, dass die Mehrheit der Deutschen das Gendern zumindest nicht für so wichtig hält. Lediglich 16 Prozent der Befragten halten dieses Thema für wichtig. 59 Prozent lehnen das eingeschobene Gendersternchen zur Beseitigung des künstlich geschaffenen „Gender-Gaps“ ab.

„Grauenhaft“

Die bekannte Literaturkritikerin Elke Heidenreich findet zum Thema Gendersprache deutliche Worte. Ihr geht die „gendergerechte“ Sprache gegen den Strich. „Grauenhaft“, so Heidenreich unmissverständlich und kurz und knackig.

EV-Kirchen in ihrer Blase

Während der WDR bereits signalisierte, dann eben auf das Gendern verzichten zu wollen, hat die evangelische Kirche oder zumindest ein großer Teil von ihr den Gender-Knall offensichtlich völlig überhört. Die (einst) protestantische Institution geht sogar noch einen riesigen Schritt weiter. Das was für die Schöpfung Mensch gedacht ist, könne auch auf den Schöpfer projiziert werden. In der Rubrik „Stilvoll glauben“ (was auch immer dies heißen mag) des „multimedialen Kompetenzzentrums für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)“ frägt sich der „Citykirchen-Pfarrer“ in Schweinfurt, Heiko Kuschel, ob man neben „Herr Gott“ auch „Frau Gott“ sagen könne. Diese Diskussion ist nicht neu, da auch bereits die Church of England Überlegungen anstellt, die für Gott verwendeten „Er“ und „Ihm“ mit einer neutralen Form auszutauschen. Die Kirche von England entschied erst kürzlich die Segnung auch von gleichgeschlechtlichen Paaren.

Visualisierung statt Schrift

Heidenreich fordert in seinem Beitrag die Leser dazu auf, die Augen kurz zu schließen, um sich Gott vorzustellen. Der Citykirchen-Pfarrer suggeriert auch gleich die passenden Möglichkeiten. Ein „alter tatteriger weißhaariger Mann auf einer Wolke“, eine Burg, eine Mutter, oder auch eine Wasserquelle. Letztendlich biete die Bibel zahlreiche Bilder für „jenes höhere Wesen, das wir verehren“, so Heidenreich in einer subtilen Form eines unbegreiflichen, nicht definierbaren Gottes. Für diejenigen, die bei ihren Visualisierungen (womöglich noch der Art des Loyolas?) Probleme haben, empfiehlt Heidenreich, nein, nicht die Bibel, sondern die gesammelten Werke des Kurzgeschichten-Lyrikers Heinrich Böll! Als wenn diese Schriften für die Vorstellung unseren Gottes hilfreich seien.

Halbwahrheiten im falschen Kontext

Wahres Evangelium

Das wahre Evangelium anstatt Heinrich Bölls Kurzgeschichten

Die deutsche Sprache ist nun mal geschlechtlich aufgebaut, so die korrekte Feststellung des evangelischen Pfarrers. Genau dies sei hinderlich, um von Gott ein richtiges Bild zu erhalten. Da Gott wie in der deutschen Sprache auch in fast allen anderen Sprachen männlich ist, stellen wir uns Gott eher als einen Mann vor. Dabei werde die Darstellung des Propheten Jesajas übersehen, der Gott auch mal mit einer stillenden bzw. liebenden Mutter vergleicht und dies auch noch als eine unter schmerzen gebärende Mutter.

Im Buch Jesaja gibt es tatsächlich zwei Stellen, in dem die Eigenschaften einer Mutter in Verbindung mit den Aussagen Gottes gebracht werden. Doch auch einem „ungeübten“ Evangelikalen wird auffallen, dass die Darstellungen des Pfarrers nichts mit dem tatsächlichen Kontext zu tun haben. Die beiden Verse können sogar für sich alleine stehen.

Jesaja 26,17:
„Wie eine Schwangere, die dem Gebären nahe ist, sich windet und vor Schmerzen schreit in ihren Wehen, so waren auch wir, Herr, vor deinem Angesicht“

Jesaja 66,13:
„Wie einen, den seine Mutter tröstet, so will ich euch trösten; ja, in Jerusalem sollt ihr getröstet werden!“

Bildung von Klischees

Doch dieser Irreführung noch nicht genug. Anstatt mit der tatsächlich weit verbreiteten These eines „strengen und strafenden Vaters“ aufzuräumen, stellt Heidenreich sein frisch geschaffenes Bild einer „liebenden Mutter“ gegenüber, welches nun im Kontrast des strengen Vaters stehe. Auch wenn der Pfarrer beide Bilder als einfache Klischees hervorhebt, aber auf diese Weise werden in die Köpfe der Menschen reine Fiktionen als vermeintliche Tatsachen eingehämmert.

Sprache enge Sichtweise ein

Es kommt noch dicker. „Du sollst dir kein Bildnis machen“, zitiert Heidenreich das 2. Gebot (2. Moses 20, 4-6) und erklärt dieses Gebot Gottes kurzerhand als vermeintlich hinfällig, da es ein „ursprüngliches“ Gebot sei. Welch ein Irrtum.

Dem Citykirchen-Pfarrer gehe es eigentlich nicht darum, Gott zu „gendern“ und sieht darin auch keinen konkreten Anhaltspunkt. Allerdings sei das Gottesbild aufgrund unserer Verwendung von Sprache „weitgehend eingeengt auf einen männlichen Gott“.

Jesus Christus kommt nicht vor

Man kann den Beitrag rauf, runter, vorwärts, rückwärts und diagonal lesen. Nirgends ist auch nur ein einziges Wort über Jesus Christus verloren. Derjenige der sagte:
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (Joh. 14,6)

Alleine in diesem einen Vers sind zwei fundamentale Aussagen enthalten:
1. Mit Gott handelt es sich um den Vater. Da bleibt für Überlegungen keinerlei Spielraum übrig, welches Geschlecht Gott haben könnte.
2. Ohne Jesus Christus, der Sohn Gottes, kommt niemand zum Vater. Da kann man über das „Geschlecht“ Gottes philosophieren wie man will, ohne Jesus Christus kommt niemand zu Ihm.

Jesus und Paulus haben derlei mit einem christlich aussehenden Etikett behaftetes Geschwurbel kommen sehen.
Matthäus 15,7-9:
„Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht: »Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.“
(Wenn Jesus Christus überhaupt noch eine Rolle gegeben wird)

2. Timotheus 4,3-4:
„Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.“

Der Pfarrer vertritt irgendwas, aber nicht das Evangelium.

Bibelverse aus Schlachter 2000

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