Erster Papst Petrus – Nur eine weitere Absurdität der Kirche Roms

Hammerschlag

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Gräbt man in den Sagen und Legenden der römisch-katholischen Kirche etwas tiefer, kommen nicht selten Widersprüche und Absurditäten zum Vorschein. Der “erste Papst Petrus” ist so eine.

Einige Legenden um Petrus?

Der auch als “Hauptapostel” bezeichnete Petrus ist die Schlüsselfigur schlechthin, auf den die römisch-katholische Kirche ihre eigene Gründung legt. Petrus sei Bischof von Rom gewesen, der erste, und somit auch der erste Papst der römischen Kirche. Petrus starb in Rom den Märtyrer-Tod, so die allgemein anerkannte Erzählung. Aber war dies tatsächlich der Fall?

Im Gegensatz für den Aufenthalt Paulus’ in Rom gibt es für Petrus im Neuen Testament keinerlei Belege, dass er jemals in Rom gewesen ist. Darin sind keinerlei Hinweise zu finden. Für Paulus gibt es mit Apostelgeschichte 27 und 28 immerhin zwei Kapitel, welche die Reise Paulus’ gen Rom und auch seine Ankunft beschreiben. Mit dem Römerbrief ist der vorab gehaltene Kontakt mit der Gemeinde in Rom ebenfalls belegt. Doch für Petrus ist derlei nichts zu finden.

Petrus in Rom? Wo steht das?

Felsbrocken
Simon Petrus war nie der Fels – Er ist der Stein

Die römisch-katholische Kirche beharrt jedoch darauf, dass Petrus und Paulus in 65 n.Chr. gemeinsam den Tod erlitten haben und Petrus zuvor Bischof war. Zwar kein Beleg, aber dennoch eine Auffälligkeit ist zudem, dass Paulus, der gemäß der Kirche Roms Petrus vor Ort begegnet sein müsse, davon keine Erwähnung auf Papier brachte. Zusammenfassend gibt das Neue Testament weder einen Hinweis auf einen Aufenthalt Petri in Rom, noch einen Kontakt mit der dortigen Gemeinde.

Hätte evtl. auch nicht der Stil der Eigenbezeichnung Petri mindestens die (angehende) Position betont? In 2. Petrus 1 beginnt Petrus seinen Brief mit folgendem Wortlaut:
Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, an die, welche den gleichen kostbaren Glauben wie wir empfangen haben an die Gerechtigkeit unseres Gottes und Retters Jesus Christus: Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil in der Erkenntnis Gottes und unseres Herrn Jesus!

Als Kontrast eine “gewöhnliche” Eigenbezeichnung eines Papstes (Gregor XVI, Enzyklika Mirari vos, 1832):
Enzyklika unseres heiligsten Vaters, Papst Petrus, durch die göttliche Vorsehung des Ersten dieses Namens, gerichtet an alle Patriarchen, Primaten, Erzbischöfe und Bischöfe.” (Quelle: The History of Romanism, John Dowling, 1845, Seite 46)

Ein sichtbares Aufeinanderprallen von Demut und Hochmut.

Petrus war nicht der Fels

Dass Petrus zudem der Fels gewesen sein solle und auch exklusiv die Schlüssel für das Himmelsreich erhalten haben soll, ist eine weitere Legende der römisch-katholischen Kirche. Diese Interpretation kam erst mit der Zeit in die Kirche und wird sogar von frühen katholischen “Heiligen” nicht vertreten, sondern völlig anders gesehen (Info).

Peinlich für die Kirche Roms wird es dann, wenn sie mit ihrer Neuauslegung der Petrus- und Fels-Passage sogar gegen ihre eigenen Regeln verstoßen. Der “große Kirchenvater” Augustinus von Hippo interpretierte diese Aussage folgend, wie diese zu verstehen sei:
Du bist Petrus, und auf diesen Felsen, den du bekannt hast, auf diesen, den du anerkannt hast, indem du sagtest: ‚Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes‘, werde ich meine Kirche bauen; das heißt, auf mich selbst, den Sohn des lebendigen Gottes, werde ich meine Kirche bauen.

Biegen, Beugen, Brechen

Gummi-Bänder
Man muss nicht jeder Anpassung folgen

In der Kirche Roms gilt der Leitsatz “unanimem consensum patrum” (einstimmige Zustimmung der Väter). Deren Lehren stehen und sind auch Grundlage. Damit gerät die Neuauslegung von Matthäus 16,18-19, die eine legitime Nachfolgeschaft der römisch-katholischen Kirche herbeizaubert, in einen Konflikt. Denn diese Behauptung steht in Opposition der Aussagen der eigenen Kirchenväter. Diese seien schließlich die unmittelbaren Apostelnachfolger gewesen. Sich dem Konflikt durchaus bewusst sprangen auch schon devote Katholiken in die Bresche und erklärten “unanimem consensum patrum” als nicht zwingend verbindlich für alle Kirchenväter (Quelle). Dies sei auch so nie gemeint gewesen, denn die “Kirche könne sich nicht widersprechen”.

Eine weitere Absurdität der Kirche Roms

“Papst Nummer Zwei” war gemäß römisch-katholischer Tradition Linus. Der unmittelbare Nachfolger nach Petrus, so die Legende. Doch auch die Kirche Roms stellt fest, dass Apostel Johannes seinen (geistlichen) Bruder Petrus um 30 Jahre überlebte. Sollte also Petrus der Oberste der gesamten Kirche gewesen sein und Linus sein Nachfolger, dann ergäbe sich daraus, dass Johannes im Verständnis der römisch-katholischen Hierarchie dem Petrus, wie auch im Anschluss dem Linus, untergeordnet gewesen sein muss, so wie auch heute alle Bischöfe speziell dem Bischof in Rom untergeordnet sind.

Von Linus ist aber nur sein Name und seine behauptete Existenz etwas bekannt. Er gehörte nicht zu den Aposteln. Paulus sagte jedoch in 1. Korinther 12,28:
Und Gott hat in der Gemeinde etliche eingesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer; sodann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilungen, der Hilfeleistung, der Leitung, verschiedene Sprachen.

Damit habe gemäß römisch-katholischer Legende mit Linus ein “Nobody” den Platz auf dem “Stuhl Petri” eingenommen. Das steht im krassen Widerspruch zum Evangelium. Je näher man die Fabel über Petrus als ersten Papst betrachtet, desto absurder wird diese Erzählung.

Warum unbedingt Petrus als “erste Wahl”?

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Leugnung Evangelium ist primäres Motiv

Warum sollte überhaupt Petrus der “auserwählte erste Papst” der Kirche sein? Paulus war nachweislich in Rom, Petrus jedoch nicht. Außerdem weisen Paulus zusammen mit Jakobus und Johannes eine makellosere Biografie auf als Petrus. Nach dem Bekenntnis von Petrus kam es nur wenige Momente später zu einer markanten Aussage seitens Jesu Christi, nachdem Er wiederholt Seinen eigenen Tod angekündigt hatte, Matthäus 16,22-23:
Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren und sprach: Herr, schone dich selbst! Das widerfahre dir nur nicht! Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Weiche von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis; denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!

Jesus Christus erkannte, dass Petrus sichtlich von Satan beeinflusst wurde. So fürsorglich sich die Aussage von Petrus auch anhören mag, aber sein Wunsch, dass Jesus kein Leid geschieht, hätte den einzig möglichen Erlösungsplan vereitelt. Das war schließlich zentrales Ziel des großen Widersachers. Petrus war es, der in seiner aufbrausenden Art einem Tempelwächter, der Jesus abführte, mit dem Schwert ein Ohr abschlug.

Petrus hob sich zudem hervor, dass er trotz der Aussage, er werde Jesus Christus verteidigen, sollte es auch sein Leben kosten, diesen nach der Verhaftung dreimal verleugnete. Petrus schwor sogar, Jesus Christus überhaupt nicht zu kennen, als er damit konfrontiert wurde, ein Nachfolger Jesu Christi zu sein.

Es standen “bessere Apostel” zur Wahl

Zu den charakterlichen Eigenschaften Petri steht z.B. Johannes im Kontrast. Nachdem Jesus Christus verhaftet wurde, flohen alle Jünger in alle Windrichtungen auseinander. Einer verlor wegen der panischen Flucht sogar seine Kleidung. Aber Johannes war der einzige Jünger, der bei der Kreuzigung anwesend war. Alle anderen hatten sich im Hintergrund gehalten, bzw. versteckt. Paulus ist der “größte Theologe” unter den Jüngern und Jakobus ist der Bruder von Jesus. Mit ihnen, insbesondere mit Paulus tatsächlich in Rom gewesen, hätte die Kirche Roms doch weitaus bessere Kandidaten als “erster Papst” gehabt als mit Petrus.

Petrus war vom Satan beeinflusst, wandte Gewalt mit dem Schwert an und verleugnete Jesus Christus dreifach. Sind das die von der Kirche Roms in Wirklichkeit bevorzugten Qualifikationsmerkmale?
Ein klares “Ja” wäre an dieser Stelle keine Überraschung.

Petrus wurde geläutert

Um eine Lanze für Petrus zu brechen. Er erkannte seinen Fehler, wie auch seine Charakterfehler, und bereute es sehr. Als Petrus Jesus verleugnete, blickte dieser Petrus an, schließlich hatte Jesus diese Verleugnung vorhergesagt. Petrus brach weinend zusammen und war seither geläutert, dank der Gnade und Barmherzigkeit Jesu Christi.

Es scheint, als wenn die Kirche Roms Petrus zum Vorbild im noch gegenwärtigen Zustandes der Verleugnung Jesu Christi nahm und ihn für ihren eigenen Zweck “adoptierte”.

Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus liebte, der sich auch beim Abendmahl an seine Brust gelehnt und gefragt hatte: Herr, wer ist’s, der dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was ist aber mit diesem? Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!
Johannes 21,20-22

Bibelverse aus Schlachter 2000

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