Olli Dürr Gesell. Entwicklungen EKD-Ratsvorsitzende positioniert sich mit Karfreitagsbotschaft

EKD-Ratsvorsitzende positioniert sich mit Karfreitagsbotschaft

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Die EKD-Ratsvorsitzende hat mit ihrer Karfreitagsbotschaft eine klare politische und ökumenische Marschrichtung vorgegeben. Mit der Suggestion erweiterter Feindbilder sind die derzeitigen und künftigen Gegner auch schon festgenagelt.

Allesamt in einen Topf

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen Deutschlands (EKD), Annette Kurschus, hat bei ihrer Karfreitagsbotschaft einige sehr interessante Stichpunkte angesprochen und damit wohl auch eine klare Stellung bezogen sowie die eingeschlagene Richtung der evangelischen Kirche vorgelegt.

Nach christlicher Überzeugung, so Kurschus, werden „Kriegstreiber und Über-Leichen-Geher“ nicht das letzte Wort haben. Darunter zählten auch „Mächtige, die ihr Gewissen an die Macht verkauft haben und ihre Hände in Unschuld waschen. Angeblich geschieht die Gewalt nicht in ihrem Namen. Sie berufen sich auf Volkes Stimme oder auf Gottes Gesetz, auf die Ehre ihrer Nation oder auf den Kurs der Börsen.“ Doch der Karfreitag demaskiere sie, so Kurschus. Dieser Tag mache klar, dass diese nur Machtworte sprechen, aber nicht das letzte Wort in der Geschichte haben.

Dann folgt noch eine sehr aufschlussreiche Aufzählung. „Nicht die Kriegstreiber und Politikzerstörer, nicht die Fahnenschwinger und Wortverdreher, nicht die Brandstifter und Über-Leichen-Geher und auch nicht die Gottesmänner im Iran – nein, sie alle haben nicht das letzte Wort. Und wir glauben ihnen nicht. Wir sind ihren Opfern verpflichtet.“

Der Ausflug in die Politik

Wendeltreppe

EV-Kirche folgt Roms Vorgaben in den Abgrund

Bemerkenswert ist die in einem Atemzug vorgenommene Verkettung von „Brandstifter und Fahnenschwingern, Wortverdrehern und Über-Leichen-Geher, Politikzerstörer und Kriegstreiber“, um diese Reihe mit „Gottesmänner im Iran“ abzuschließen. Wenn schon eine Verbindung von Brandstiftern, Über-Leichen-Geher und Kriegstreiber mit einer Regierung hergestellt werden soll, dann gäbe es noch eine ganze weitere Reihe passender Kandidaten. Beim Thema Wortverdreher bräuchte man nicht einmal über die Landesgrenze hinauszublicken. Zumindest ordnet Kurschus allesamt als kriminelle und menschenverachtende Subjekte ein, denn diese hinterließen ja auch ihre Opfer.

Es sieht ganz danach aus, als solle die Stimmung gegen den Iran weiter eingeheizt werden. Die Mullahs im Iran stellen sich gegenüber das „Religions-Oberhaupt“ in Rom halt noch etwas bockig an. Die schiitischen Kollegen im Irak sind da bereits handsamer. Die islamischen Führer des sunnitischen Lagers zeigen sich ohnehin sehr viel kooperativer.
„Fahnenschwinger“ sind übrigens auch bei demokratischen Demonstrationen, Sportveranstaltungen und volkstümlichen Veranstaltungen vertreten.
Als Ratsvorsitzende eines theologischen Instituts betreibt Kurschus mit ihrer Karfreitagsbotschaft schon sehr viel Politik.

Dann gibt es noch die „gewalttätigen Mächtigen“, die ihr Gewissen verkauft haben. Sie alle geben sich trotz ihrer ausgeübten Gewalt als Unschuldige aus. Die Verbindung dieser als Verbrecher dargestellten „Mächtigen“ und deren Rechtfertigung mit des „Volkes Stimme“, ist zwar wieder eine politische Aussage, kann aber so stehen gelassen werden. Wer zur Wahl geht und ein Kreuz setzt, hat schließlich damit seinen Willen verkündet. Sollte die Berufung auf des „Volkes Stimme“ keine Substanz haben, ist diese Lüge im Handumdrehen widerlegt. Sofern dies auch die Medien ohne „Wortverdrehungen“ wahrhaftig kommunizieren.

Gottes Wort im Visier der Ökumene

Enemy

Der gemeinsame Feind muss definiert werden

Doch die Verbindung mit „Gottes Wort“ hat eine ganz andere Qualität. Denn mit einer solchen argumentativen Verkettung werden in den Köpfen der Menschen Verknüpfungen gesetzt. Eines dieser Resultate wäre: „Wer sich auf Gottes Wort beruft, muss einer dieser ‚gewalttätigen Mächtigen‘ sein.“

Wer sich auf Gottes Wort beruft, passt im Sinne der von Rom angetriebenen Ökumene ganz und gar nicht ins Konzept. Die Treue zu Gottes Wort muss mit aller Macht bekämpft werden. Mit ihrer Stellungnahme steht Kurschus in den Fußstapfen des „höchsten Predigers“ in Rom. Papst Franziskus selbst gab die Richtung vor, wie Bibeltreue einzuordnen sind: „Diejenigen, die darauf bestehen, dass „die Wahrheit“ über das Predigen des Evangeliums aufbewahrt wird, haben die Kirche immer bedroht“ (America Magazine, 23. Juni 2021).

Im Mai 2018 erklärte der Pontifex der Catholic News Agency (CNA) eindrücklich, was er von der Evangelisation hält: „Es ist nicht zulässig, dass Sie sie von Ihrem Glauben überzeugen. Bekehrung ist das stärkste Gift gegen den ökumenischen Weg. Bekehrung unter den Christen ist daher an sich eine Todsünde.“

Die Gegner der Ökumene sind definiert

Die Richtung ist damit klar. Kurschus hat mit ihrer Karfreitagsbotschaft wieder einmal klar die Position Roms eingenommen. Die Gegner der Ökumene sind definiert. Rom erwartet ihre uneingeschränkte Anerkennung und diese kann sie (derzeit) vom Iran noch nicht einholen und von den bibeltreuen Christen auch in Zukunft nicht.

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