Die Bestrebungen nach politischer Macht seitens der einstigen protestantischen Kirchen sind immer sichtbarer und werden zusehends unverblümt proklamiert. Man tut sich noch sichtlich schwer, diese Gier nach Einfluss irgendwie rational zu rechtfertigen.
Die Gier nach der Macht
Die römisch-katholische Kirche mit ihren “geburtsrechtlichen Ambitionen”, über Könige und Menschen der Erde uneingeschränkte, unwidersprochene, nicht hinterfragbare und als unfehlbar deklarierte Macht auszuüben, hat diese römische Institution in ihrer Historie ohne Unterlass selbst unter Beweis gestellt. Daher sollte es eigentlich niemand überraschen, dass diese Ansprüche bis heute ungebrochen sind. Wie die Mutter, so auch die Töchter und da scheint es Nachholbedarf zu geben. Die (einstigen) protestantischen Kirchen haben sichtlich Geschmack gefunden an der Erweiterung ihres Einflussbereiches, auf kirchlicher wie auch politischer Ebene. Man will es sich nach der “Sünde der Trennung” mit der Mutter schließlich nicht erneut verscherzen.

Das Phänomen, am süßen Geschmack der Macht Gefallen zu haben, ist überkonfessionell. Ob es die Evangelikalen in den USA sind, oder die sich als “moderat” gebenden Kirchenorganisationen in Deutschland. Sie wollen Macht, mehr Macht. Damit dieses anvisierte Ziel ohne großen Widerstand realisiert werden kann, setzen die machthungrigen Funktionäre ihre Agenda in den Rahmen einer “machtsensiblen Kirche”. Die scheinbare Notwendigkeit dafür begründet man schlicht mit den Erfahrungen des Missbrauchs von Schutzbefohlenen durch Kirchen-Angestellte, deren Aufarbeitung und Prävention.
US-Präsident Donald Trump sagte es in seinem Wahlkampf auf seine unverwechselbare Art, direkt und geradeaus. Er werde, nachdem er zum US-Präsidenten gewählt wurde, der Kirche eine Macht wie nie zuvor verleihen.
Da schließlich Trump vor allem in der “links-woke” angeschlagenen Kirche Deutschlands als ein unflätiger, extrem rechtslastiger Rüpel gebrandmarkt ist, müssen die eigenen Ambitionen gleicher Natur natürlich einen anderen Anstrich erhalten. Doch unter der Regenbogen-Fassade tickt es im synchronisierten Gleichtakt. Wenn wundert’s? Denn der Dirigent ist der gleiche und befindet sich in Rom.
Man verabredet sich
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), Union Evangelischer Kirchen (UEK) und die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) behandelten an der vergangenen Synodentagung das Thema “Kirche und Macht” (Quelle). Man spart dabei nicht, sich bei den errungenen Übereinkünften gegenseitig auf die Schultern zu klopfen. Es seien genau die wunden Punkte angesprochen worden, “die wir auf dem Weg zu einer machtsensiblen Kirche im Auge behalten müssen,” so VELKD-Leiter Bischof Ralf Meister (Landesbischof Hannover).
Einen doch sehr aufschlussreichen Kommentar gab die Referentin für Frauenpolitik und intersektionalen Feminismus am Institut für Kirche und Gesellschaft (Kirche Westfalen), Alena Höfer, zu ihrem Besten. Man müsse demnach stets kritisch überprüfen, “wer nicht am Tisch der Entscheidungen sitzt”. Wie kann das nun eingeordnet werden? Wer außerhalb des Gremiums sitzt, hat keinerlei Mitsprachrecht, oder die eigenen Entscheidungen gehen pauschal auch ohne kritische Abwägung durch?
Leerlauf-Argumente

Eine rhetorische Meisterleistung vollbrachte der Theologe Georg Kalinna. Macht und Ohnmacht seien in der Theologie oft mit ethischen Idealen verbunden und würden verharmlost werden, “Aber Jesus hat nicht gesagt: Begnüge dich mit deiner Ohnmacht!”. Ein wahres “Glanz-Argument”, mit etwas aufzuwarten, was schließlich nicht gesagt wurde. Jesus sagte auch nirgends, man müsse täglich um 5 Uhr aufstehen und sich 3x täglich die Zähne putzen. Viel interessanter und vor allem relevant ist, was Jesus sagte, so z.B. gemäß Matthäus 22,21:
“…Da spricht er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“
Passend zum Thema Machtausübung durch die Gemeinde. Klares Statement. Des Kaisers ist des Kaisers und Gottes ist des Gottes. Gebt dem Kaiser, was er verlangt, aber das war es auch schon. Paulus unterstrich das Verhältnis zwischen den Christen bzw. Gemeinden und der politischen Ebene in Römer 13 (Obrigkeiten). Eben das exakte Gegenteil dessen, was die EV-Kirchen unverblümt anstreben. Und die Politik selbst zeigt sich sehr offenherzig für die Einflüsse der Kirche (Info).
Ein Krümel (verunfallte) Wahrheit
Sogar mit einem wahren Kern wartete die Pfarrerin der Lutherischen Kirche Tansanias, Leita Ngoy, auf. Sie verrichtet derzeit ihren Dienst in der Evangelischen Gemeinde Gütersloh. Ihr Aufruf an der im Anschluss “Halleluja” rufenden Anwesenden lautete: “Die Kraft des Heiligen Geistes und die prophetische Stimme der Kirche” müssen wiederentdeckt werden. In der Tat, denn was wiederentdeckt werden muss, ist derzeit nicht anwesend bzw. vorhanden. Vielmehr gleicht das Angesicht dieser Kirchenorganisationen inzwischen dem in Offenbarung 18,2 beschriebenen Bild.
Wenn schon von Prophetie die Rede ist…

Und ja, es gibt tatsächlich einen biblisch beschriebenen prophetischen Aspekt, was die ehemals protestantischen Kirchen betrifft. Diese können identifiziert werden in Offenbarung 13,11-18, Offenbarung 19,20 und auch anteilig in Offenbarung 17,4-5. Es handelt sich um den falschen Propheten, der in Offenbarung 13 als das zweite Tier (aus der Erde) in seiner politischen Macht (ausgehend von den USA – Info), die zur Hure Babylons zurückgekehrte Tochter (Offenbarung 17) und das auf sie wartende Schicksal (Offenbarung 19,20).
Es fehlt schlicht an einer rationalen Begründung, das Ziel der politischen Machtausübung zu rechtfertigen. Denn die vorgetragenen Argumente bilden lediglich einen rhetorischen Unfall nach dem nächsten ab.
Und das Tier wurde ergriffen und mit diesem der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen, und die sein Bild anbeteten; die beiden wurden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.
Offenbarung 19,20
Bibelverse aus Schlachter 2000
