Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Bringt Papst Franziskus Kleriker gerne zur Schnappatmung?

Bringt Papst Franziskus Kleriker gerne zur Schnappatmung?

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Papst Franziskus ist kein Pontifex für schwache katholische Nerven. Manch seiner Äußerungen fegt durch die „römische Anstalt der seligen Ruhe“ wie ein tosender Orkan, der einige konservative Kleriker mit Schnappatmung zurücklässt.

Luther lag gar nicht mal verkehrt

Der auch innerhalb der römisch-katholische nicht unumstrittene Pontifex Franziskus lehnt sich immer wieder mal gerne aus dem Fenster, um seine persönlichen Ansichten zur katholischen Glaubenslehre und deren Umfeld kund zu tun.

Bereits vor rund acht Jahren gab Franziskus eine Erklärung ab, die im Hause Roms in den Reihen Hirtenstock-Träger Schockwellen, blankes Entsetzen und Grauen auslöste. Der Papst zeigte tatsächlich Verständnis für die Lehren des deutschen Reformators Martin Luther in Bezug zur Rechtfertigung durch Glauben (Quelle).

Die Stellungnahme von Franziskus

Reformator Luther

Papst Franziskus gibt Martin Luther recht

„Ich denke, dass die Absichten Martin Luthers nicht falsch waren. Er war ein Reformer. Möglicherweise waren einige Methoden nicht korrekt. Aber wenn wir damals die Geschichte des Pastors lesen, eines deutschen Lutheraners, der dann konvertierte, als er die Realität erkannte – er wurde katholisch – dann war die Kirche nicht gerade ein Vorbild, das man nachahmen konnte. Es gab Korruption in der Kirche, es gab Weltlichkeit, Abhängigkeit vom Geld, von der Macht […] und dagegen protestierte er. Dann war er intelligent und machte einige Schritte vorwärts, indem er sich rechtfertigte, und weil er dies tat. Und heute sind wir uns alle einig, Lutheraner und Katholiken, Protestanten, in der Rechtfertigungslehre. In diesem sehr wichtigen Punkt hat er sich nicht geirrt. Er stelle ein Medikament für die Kirche her.“

Sofortige Schadenbegrenzung eingeleitet

Theologisch ein (Ur-) Knaller, denn die Lehren Roms sehen wie auch alle anderen Heiden-Religionen eine Gerechtigkeit des Menschen durch eigene Werke vor. Die frühen Reformatoren (heute nicht mehr) erkannten dagegen die biblische Lehre der Gerechtigkeit durch Gnade aus dem Glauben (Info).

Diese im Juni 2016 vom Papst vorgenommene Stellungnahme schlug wie eine Bombe ein. Die Wellen schlugen hoch, Pressekonferenzen wurden abgehalten. Mit einem besonderen Eifer sprang der Weihbischof von Kasachstan, Athanasius Schneider, für eine möglichste Schadenbegrenzung ein. Er wurde bei einer Pressekonferenz von einem Journalisten gefragt, was er denn von der Aussage des Papstes halte. Schneider relativierte die Aussage des Pontifex als irrelevant. Bereits im Konzil zu Trient wurden die Lehren des Luthers als Ketzerei verurteilt und Luther war ohnehin schon exkommuniziert. Dieses Urteil ist „ex cathedra“ ausgerufen worden, also im Zustand der „Irrtumsunfähigkeit“ (Unfehlbarkeit der Kirche). Damit stehe die Aussage vom Konzil zu Trient nach wie vor. Die Stellungnahme des Papstes sei aber nicht „ex cathedra“ gesprochen worden und daher ohne Belang.

Die Wogen haben sich aber schnell wieder geglättet, gemäß dem Motto: „War ja nicht so gemeint“.

Unbehandelte „Nebensächlichkeiten“

Bazar

Das Weltliche war für Roms Kirche noch nie tabu

Die vom Papst Franziskus nur am Rande erwähnte Weltlichkeit der damaligen(?) Kirche umfasste in der Praxis (ein kurzer Auszug) den Handel mit Kardinals-Posten, Preislisten für Audienzen, kostenpflichtige Selig- und Heiligsprechungen, Sklavenhandel, Bordellbetriebe, die Einverleibung von Haus und Hof der als Häretiker angeklagten Menschen, Korruption im Vorfeld einer Konklave, natürlich weltliche Politik und auch den monetären Austausch mit der Augsburger Banker-Familie Fugger. Zur Zeit Luthers war Papst Leo X. ein Adeliger aus dem Hause Medici. Die Familie mit den in der Geschichte meisten „gestellten“ Päpsten.

Papst Franziskus sieht eine leere Hölle

Vor ein paar Tagen äußerte sich Papst Franziskus in einem Interview im italienischen Fernsehen nach einer entsprechenden Frage über seine Vorstellungen zur Hölle (Quelle). „Was ich sagen werde, ist kein Glaubensdogma, sondern meine persönliche Sichtweise„, so der Papst. Damit hat der Pontifex schonmal die eine oder andere Schnappatmung in der Kurie präventiv abgewendet. „Ich stelle mir die Hölle gerne leer vor; ich hoffe, sie ist es„, so der Papst.

Konflikt mit dem Katechismus

Catechism

Für Rom steht Katechismus über der Bibel

Gemäß der Lehre der römisch-katholischen Kirche gibt es eine ewig bestehende Hölle. Darin werden die Seelen der Verdammten für alle Zeiten unendlichen Qualen ausgesetzt. Damit liegt die Kirche Roms auch auf der gleichen Linie wie der Islam. Von den zurückgekehrten Töchtern der einst protestantischen Kirchen ganz zu schweigen (Info).

Ausgehend von der katholischen Lehre fragte man sich unwillkürlich, wo denn alle „Verdammten“ verblieben sein könnten, wenn die Hölle leer sein sollte. Entweder haben die Menschen gemäß römischer Lehre ihren Weg über die Kirchenpforte zum Beichtstuhl, dann Priester, dann Maria, dann Jesus, optional über das Fegefeuer, den Himmel erreicht, oder sind schnurstracks in der Hölle gelandet.

Auch die Kirche Roms spricht von einem Satan und unzählige gefallene Engel (Dämonen). Für jene ist aber keine Sündenvergebung vorgesehen und müssten daher automatisch schon das Ticket für die Hölle in den Taschen haben. Wenn Franziskus eine leere Hölle sieht, wo sind denn diese alle verblieben?

Eine passende Hypothese

Getreu dieser eingeschlagenen katholischen Linie könnte die Bibel auf die Frage des Verbleibs von Satan und seine Dämonen eine Antwort haben. Sollte die Hölle leergefegt sein, so müssen sich Satan und seine Dämonen ja irgendwo anders aufhalten. Dieser mögliche Ort wäre zu finden in der Offenbarung 18, Vers 2:
Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhaßten Vögel.

Sinnbildlich gesprochen böte das vatikanische Prachtgebäude, u.a. finanziert durch Ablasshandel (Papst Leo X. und Johannes Tetzel) für die Rückzahlung eines riesigen Kredits von den Fugger, sehr viel Platz für unreine Geister und verhassten Vögel. Bis das Gebäude mit der Kuppel, eine Nachempfindung des Bauches der schwangeren Isis, bis oben hin gefüllt ist, sind schon eine Menge schräger Vögel aus Hölle und von der Straße verschwunden. Der Rest teilte sich locker auf die weiteren an Babylon angeschlossenen Institutionen auf.

Da es sich aber um einen geistlichen Kampf handelt, so ist auch das Babylon der Offenbarung geistlich zu verstehen. Dennoch hat dieses Babylon der Neuzeit konkrete Strukturen (Info).

Da fehlte es bereits an der Basis

Welcome to Hell

Kirche hätte gerne eine ewig brennende Hölle

So wenig ernst wie man die buchstäbliche Füllung des Petersdoms mit schrägen Geistern und Vögel nehmen kann, so wenig ernst ist auch die Lehre der römisch-katholischen Kirche zu nehmen. In der Tat erwähnt die Bibel an mehreren Stellen die Bezeichnung „Hölle“. Doch Eigenschaften und Aussehen des Begriffs Hölle hat die Kirche Roms selbst definiert. Die Bibel gibt über eine katholische Version (= islamische Vorstellung) der Hölle ebenso wenig Auskunft wie über ein Fegefeuer.

Diese Höllen-Version aus katholischer Feder ist lediglich dazu geeignet, die Menschen durch erzeugte Angst gefügig zu machen und Gott als einen grausamen Quäler darzustellen. Der Zusammenhang mit „Hölle“ („Gehenna“) sieht in Wirklichkeit völlig anders aus (Info). Es handelt sich nicht um eine ewige Qual, sondern um den ewigen Tod (Nicht-Existenz).

Unterm Strich nur wenig tröstlich, denn die Konsequenz der Gottlosigkeit ist die tatsächliche ewige Trennung von Gott. Dies drückt sich eben nicht durch ewige Höllen-Qualen aus, sondern in einem finalen Zustand, als wenn man niemals existiert hätte. Es gibt aber einen Ausweg (Info).

Glückselig sind, die seine Gebote tun, damit sie Anrecht haben an dem Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt eingehen können.
Offenbarung 22,14

Bibelverse aus Schlachter 2000

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