Biblischer Sabbat ist “vollwertig gültiges” Gebot Gottes

Ignoranz

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So selbstverständlich wie der biblische Sabbat als “jüdisch” und für Christen als völlig unerheblich bezeichnet wird, so selbstverständlich ist es auch, genauso oft auf diesen Irrtum hinzuweisen und den Sabbat als ein “vollwertiges, gültiges” Gebot von insgesamt 10 hervorzuheben.

Populäre Verkettung der Ausreden

Der Sabbat sei nur für Israel eingerichtet worden, so eine populäre Erklärung, warum man als “Heide” den Sabbat, also den 7ten Tag der Woche (“Samstag”) nicht einhalten müsse. Schließlich gelte dieser dem jüdischen Volk, nicht aber für die Christen, welche schließlich aus den Heiden gebildet wurden. Außerdem ist nicht der Mensch für den Sabbat, sondern der Sabbat für den Menschen gemacht worden, so die ebenso häufige “Abrundung” der Argumentation. Alles Gründe, warum “wir Christen” den Sabbat nicht einhalten müssten. Zudem seien wir alle unter der Gnade und nicht unter dem Gesetz. Die Verkettung der Begründungen für das Nicht-Einhalten des Sabbats sind sehr, sehr lang.

Sabbat nur für Israel?

Nicht gar so einfach zu beantworten wie die Frage zum “Tag des Herrn”, aber ebenso klar und deutlich kann beantwortet werden, ob der Sabbat ausschließlich dem Volk Israel vorbehalten war bzw. ist. Hierzu braucht man eigentlich nur nachzusehen, wann Gott den Sabbat eingerichtet hat und wann das Volk Israel erstmals auf der Erdoberfläche erschien.

Gott schuf Himmel und Erde, Tiere, Pflanzen und die ersten beiden Menschen in den ersten 6 Tagen. Es folgte der 7te Tag und diesen Tag sprach Gott heilig, 1. Moses 2,1-3:
So wurden der Himmel und die Erde vollendet samt ihrem ganzen Heer. Und Gott hatte am siebten Tag sein Werk vollendet, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von seinem ganzen Werk, das Gott schuf, als er es machte.

Sabbat seit Garten Eden

Sabbat fällt auf Samstag

Der Sabbat wurde von Gott eingerichtet zur Vollendung der Schöpfung. Gab es zu diesem Zeitpunkt bereits das Volk Israel? Nein! Mit Adam und Eva waren es 100% der Menschheit, die sich noch im Garten Eden befanden. Von Abkömmlingen Jakobs, der Sohn Isaaks, der Sohn Abrahams, weit und breit noch nichts zu sehen. Abraham wurde rund 1950 Jahre nach der Schöpfung geboren, und Jakob, später Israel genannt, wurde rund 2110 Jahre nach der Schöpfung geboren. Zuvor waren noch Noah und die Ereignisse rund um die Sintflut (biblische Chronik).

Mit der Aussage, “nicht der Mensch wurde für den Sabbat gemacht, sondern der Sabbat für den Menschen”, die Ungültigkeit des Sabbats für Nicht-Juden zu begründen, wirft Fragen auf. Denn, wo steckt darin die Logik? Jesus Christus sprach gemäß Markus 2,27-28:
Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen, nicht der Mensch um des Sabbats willen. Also ist der Sohn des Menschen Herr auch über den Sabbat.

“anthrópos ist klar der Mensch

Im Griechischen findet für “Mensch” das Wort “anthrópos”, also klar Mensch. Darin befindet sich zumindest keinerlei Interpretationsspielraum. Der Vers sagt NICHT, “der Sabbat wurde um des Juden / Volkes Israels willen geschaffen”, sondern für den Menschen! Das deckt sich vollständig mit der Tatsache, dass Gott den 7ten Tag heiligsprach, unmittelbar zum Abschluss Seiner Schöpfung.

Markus 2,28 enthält zudem die Aussage, dass “der Sohn des Menschen Herr auch über den Sabbat” ist. In anderen Worten, der Herr des Tages Sabbat ist Jesus Christus, bzw. es ist der Tag, der dem Herrn gehört, also der “Tag des Herrn”.

Den Sabbat als “Zeit-Raum” betrachten

Eine Perspektive, wie der Sabbat durchaus betrachtet werden kann und somit das Verständnis darüber fördert, ist folgende:
Gott heiligte nicht zuerst einen Ort, ein Gebäude oder einen Menschen, sondern eine Zeitperiode, also einen “Zeit-Raum”. Er richtete somit einen zeitlichen Raum ein für die Einkehr in die Ruhe und für die Gemeinschaft mit Ihm. Der Sabbat (Zeit-Raum) beginnt mit dem Sonnenuntergang des vorangegangenen Tages, also gemäß unserem Kalender am Freitag nach Sonnenuntergang. Gott tritt in diesen “Zeit-Raum” ein für die Gemeinschaft mit jenen, die ebenfalls in diesen “Zeit-Raum” eintreten. Als wenn Gott in einem buchstäblichen Raum bzw. Gebäude für die Gemeinschaft mit Seinen Menschen eintritt.

Sabbat-Ruhe
Gottes Tag oder des Widersachers Tag?

Daraus folgt, dass die Verweigerung des Sabbats-Haltens der Ablehnung der Gemeinschaft mit Gott gleichkommt. Noch folgenreicher ist es, wenn stattdessen ein anderer “Zeit-Raum” an einem anderen Tag betreten wird, den ein ganz anderer eingerichtet hat. Das betrifft ganz besonders, da längst Tradition, den Sonntag, also der 1te Tag der Woche. Das kann dann begründet sein, womit auch immer, wie zum Beispiel das Halten des Auferstehungstages Jesu Christi, aber einen biblischen Rückhalt gibt es dafür nicht. Der tatsächliche Urheber der Verschiebung des Sabbats auf den ersten Tag der Woche ist schließlich bekannt (Info).

Der Sabbat, das Betreten des von Gott eingerichteten “Zeit-Raumes” ist zudem die Anerkennung, dass Er der wahre, lebendige und einzige Schöpfer-Gott ist. Die Gemeinschaft mit Gott, der einerseits den Sabbat zur Erinnerung an Seine Schöpfung einrichtete (2. Moses 20,8-11) und andererseits zur Erinnerung, dass Er es ist, der Sein Volk aus Ägypten (aus der Sünde) herausführte (5. Moses 5,12-15).

Das Halten eines anderen “Zeit-Raumes” ist die Gemeinschaft mit demjenigen, der seinen eigenen “heiligen Tag” schuf, als Gegenstück zu Gott. Das Halten des wahren Sabbats und die gewollte Gemeinschaft mit Gott ist zudem die Anerkennung Seiner Autorität, der Schöpfer, der Gesetzgeber. Das Halten des “Alternativ-Tages” Sonntag ist die Anerkennung einer anderen Autorität. Konkret den großen Widersacher durch die römische Kirche.

“Tag des Herrn”

Sonntagsgesetz
Tag des Herrn ist NICHT Sonntag

Das gilt auch für die Definition des “Tag des Herrn”. Hier wird gerne der Vers Offenbarung 1,10 angeführt, um den “Tag des Herrn” als Sonntag zu belegen. Doch in diesem Fall reicht es bereits aus, den einzelnen Vers zu betrachten, um wenigstens ein großes Fragezeichen zu generieren:
Ich war im Geist am Tag des Herrn, und ich hörte hinter mir eine gewaltige Stimme, wie von einer Posaune,

Was steht da genau in Bezug zum Wochentag? “Ich war im Geist am Tag des Herrn”, was noch? Nichts! Dieser Vers spricht lediglich vom “Tag des Herrn”, gibt aber keinerlei Auskunft darüber, um welchen Wochentag es sich handelt. Ein klassischer Zirkelschluss im Rahmen eines Wunschdenkens. “Irgendwie” ist der “Tag des Herrn” mit dem “Sonntag” verbunden, Johannes spricht in Offenbarung 1,10 vom “Tag des Herrn”, also ist dieser Tag der “Sonntag”. Macht das Sinn? Null!

Tatsächlich ist der “Tag des Herrn” in der Bibel zwar sehr häufig erwähnt, aber nur in wenigen Fällen mit einem bestimmten Wochentag verbunden. In diesen Fällen ist es aber eindeutig der 7te Tag der Woche, also der Sabbat (“Samstag”). Die große Mehrheit der Erwähnungen bezieht sich auf den Tag, an dem Jesus Christus erneut kommen wird. Die Beispiele über die zahlreichen Erwähnungen des “Tag des Herrn” gibt es hier.

Nicht unter dem Gesetz, nur Gnade

Die These, das Gesetz (10 Gebote) sei irrelevant, da entweder ohnehin abgeschafft, bzw. für “Heiden” nicht angewendet, basiert auf einer Verkettung von Missverständnissen. Das fängt bereits damit an, klar getrennte Gesetzeswerke, einmal die 10 Gebote und andererseits die Zeremonialgesetze, einfach in einen gemeinsamen Topf zu werfen. Das führt zwangsläufig zu Verwirrung, dabei sind Gesetze Gottes und Gesetze Mose klar getrennt zu betrachten (Info).

Abgeschafft sind die Zeremonialgesetze des Alten Testamentes, da diese ein Schatten von Jesu Wirken waren. Also eine symbolische, aber durchaus glaubensbasierte Zeremonie, die von Jesus erfüllt wurde. Mit Seinem Tod am Kreuz war es vollbracht. Unverändert, da ewig, gerecht und heilig, sind dagegen die 10 Gebote Gottes. Davon wird kein Buchstabe, noch ein Jota geändert werden (Matthäus 5,18-19).

Der Mensch wird nicht durch das Halten der 10 Gebote gerecht, das wäre versuchte Werksgerechtigkeit. Aber ganz konkret, wie auch Jesus Christus selbst sagte in Johannes 14,15, “Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote!“, führt der wahre Glaube und die damit verbundene wahre Liebe zu Gott und zu seinen Mitmenschen automatisch dazu, die Gesetze (10 Gebote) einhalten zu wollen und die Sünde als das zu erkennen, was sie sind, ein Gräuel.

Hier liegt der Unterschied, ob der Mensch vom Geist oder im sündhaften, gefallenen Fleisch geleitet wird (Galater 5). Wer im Geist lebt, erhält die Kraft Gottes, durch den Heiligen Geist, das Gesetz Gottes auch einhalten zu können. Wer im Geist lebt, der ist nicht unter dem Gesetz (Galater 5,18), was aber nicht bedeutet, dass dieses Gesetz sich plötzlich ins Nichts auflöste (Info). Außerdem ist es ein Oxymoron zu behaupten, man stehe nicht unter dem Gesetz, welches gar nicht mehr existierte. Denn wie kann man “unter etwas stehen”, das es gar nicht gibt?

Vollumfänglich gültiger Sabbat

Kalender
Gottes ewiger 7-Tages-Rhythmus

Die 10 Gebote Gottes beschreiben 10(!) Gebote und nicht 9 Gebote. Voll gültig sind, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht morden, du sollst nicht ehebrechen, etc., aber ebenso das Vierte Gebot “Gedenke an den Sabbat!” Schon die Reformation im 16ten Jahrhundert unternahm den Fehler, das Vierte Gebot, welches ebenso von Gott selbst in Stein geschrieben wurde wie alle weiteren 9 Gebote, einfach als Zeremonialgesetz zu erklären. Das ist bereits in der Augsburger Konfession zu festgehalten.

Luther hatte zudem ein ernstes Problem mit dem jüdischen Volk, so ausgefeilt seine Erkenntnis des Evangeliums war, so ausgeprägt auch sein Antisemitismus. “Man dürfe nicht schneller gehen als das Volk”, so Luther zur Frage zum Halten des biblischen Sabbats, welches längst von der Kirche Roms zu einem “jüdischen Sabbat” gemacht wurde (Konzil Laodizäa). Der Sabbat gemäß biblischer Vorgabe war durchaus ein Thema zur Reformation. Aber die Reformatoren zog es vor, der Tradition der römischen Kirche zu folgen.

Tradition hin, Tradition her, unabhängig davon, wie lange diese Tradition schon gepflegt wird, es hebt das Gesetz Gottes nicht auf. Das kann es auch gar nicht. Der Unterschied liegt darin, ob man Gottes Gesetz befolgt oder dieses ignoriert, um einer Tradition zu folgen.

Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja von euch geweissagt, wenn er spricht: »Dieses Volk naht sich zu mir mit seinem Mund und ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, weil sie Lehren vortragen, die Menschengebote sind.«
Matthäus 15,7-9

Bibelverse aus Schlachter 2000

Biblischer Sabbat ist “vollwertig gültiges” Gebot Gottes
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