Bestätigt Hebräer 4 die Aufhebung des Sabbats?

Bibelstudium mit Lupe

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Der Sabbat sei im Neuen Bund nicht mehr relevant. Jesus ist unser Sabbat. So lautet eine (weitere) Behauptung, um den 7ten Tag der Woche kurzerhand als abgeschafft zu erklären. Hierzu sei in Hebräer 4 eine Kernaussage zu finden.

Ruhe Jesu ersetze Sabbat-Tag

Hebräer, Kapitel 4, dient regelmäßig dafür, den 7ten-Tag der Woche, den Sabbat, als aufgehoben zu erklären und gleichzeitig Jesus Christus selbst als den “wahren Sabbat” zu bezeichnen. Man müsse den Sabbat nicht mehr halten, denn Jesus sei der Sabbat und mit Ihm ginge man auch in die Sabbat-Ruhe ein. Hierzu angeführt werden in der Regel die beiden Verse Hebräer 4,9-10:
Also bleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten; denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, gleichwie Gott von den seinen.

Damit sei es klar. Wer in Jesu Ruhe einging, ist auch in den Ruhetag von seinen eigenen Werken eingegangen, sprich der “geistliche Sabbat”, welcher den 7ten Tag überflüssig mache.

Was es aber tatsächlich damit auf sich hat, ist allerdings sehr überraschend, denn der genauere Blick zeigt etwas völlig Anderes.

Im Detail liegt die Wahrheit

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Etwas genauer hinsehen

Hebräer 4,1-11 (auch bereits Kapitel 3) enthält Besonderheiten, was das Wort “Ruhe” betrifft, bzw. was regelmäßig schlicht als “Sabbat” gelesen wird. In Hebräer 4,9 ist für das Wort “Ruhe” das griechische Wort “sabbatismos” (“σαββατισμὸς”) zu finden. Und auch die anderen Stellen mit dem Wort “Ruhe” enthalten nicht das Wort für “Sabbat”, sondern das griechische Wort “katapausis” (“κατάπαυσίν”).

“Sabbatismos” hat hier eine Exklusiv-Stellung. Dieses Wort taucht sonst nirgends im gesamten Neuen Testament auf. Es beschreibt grundsätzlich nicht den geistlichen Aspekt der Ruhe, sondern die tatsächlich körperliche (physische) Arbeitseinstellung.

Das Wort “katapausis” dagegen verweist auf die Erfahrung der Sabbatruhe, welche sich in einer gegenwärtigen geistlichen Ruhe ausdrückt.

Bezug auf Schöpfung und Beachtung

Hebräer 4,4-5 bezieht sich zudem auf die gewichtigen Aussagen in 1. Moses 2,2 und Psalm 95,11:
denn er hat an einer Stelle von dem siebten [Tag] so gesprochen: »Und Gott ruhte am siebten Tag von allen seinen Werken«, und an dieser Stelle wiederum: »Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen!«”

Während 1.Moses 2,2 den Sabbat mit der Schöpfung bzw. deren Vollendung verbindet, beschreibt Psalm 95 das Ignorieren des von Gott selig gesprochenen und geheiligten Tages und die daraus folgenden Konsequenzen.

Die “Summe” der Aussage ist in Hebräer 4,11 enthalten:
So wollen wir denn eifrig bestrebt sein, in jene Ruhe [κατάπαυσιν] einzugehen, damit nicht jemand als ein gleiches Beispiel des Unglaubens zu Fall kommt.

Es bleibt noch ein Sabbat

In Hebräer 4,6-7 heißt es:
Da nun noch vorbehalten bleibt, daß etliche in sie eingehen sollen, und die, welchen zuerst die Heilsbotschaft verkündigt worden ist, wegen ihres Unglaubens nicht eingegangen sind, so bestimmt er wiederum einen Tag, ein »Heute«, indem er nach so langer Zeit durch David sagt, wie es gesagt worden ist: »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht!«

Und in Hebräer 4,9:
Also bleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe vorbehalten;

Hebräer 4,10 zeigt auf, was es (nach wie vor) bedeutet, den Sabbat zu halten:
denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, gleichwie Gott von den seinen.

Sabbatismos führt zu Katapausis

Das aktive, bewusste Halten des Sabbats (“sabbatismos”) ist das äußere Merkmal, bzw. der sichtbare Beweis, aus Glauben in die Ruhe Gottes eingehen zu wollen und letztendlich auch in Seine Ruhe gelangt. Dies äußert sich wiederum in einer inneren (geistlichen) Ruhe (“katapausis”). Die endgültige Ruhe wird dadurch bereits in der Gegenwart erlebt (Hebräer 4,7). Verbunden ist hiermit auch die Bedeutung des Sabbats, der Abschluss der Schöpfung Gottes. Hebräer 4,9 bestätigt somit, den Sabbat auch im “Neuen Bund” fortzusetzen.

Aus der einleitenden Behauptung, Hebräer 4 hebe das Halten des Sabbats auf, denn Jesus sei unser Sabbat, wird tatsächlich das exakte Gegenteil. Hebräer 4 bestätigt den Sabbat nicht nur, sondern erhebt diesen sogar und betont erneut die Bedeutung des 7ten Tages der Woche. Damit ist auch die These vom Tisch, der Sabbat habe lediglich dem alten Israel im Rahmen des “Alten Bundes” gegolten. Der Hebräerbrief war ohnehin an die neuen, aus dem Judentum kommenden Gläubigen adressiert.

Es liegt auf der Hand, dass sie, als Abkömmlinge eines Stammes von insgesamt zwölf, sich als das von Gott ausgesuchte Volk sehen, was schließlich auch richtig ist. Entsprechend ist auch ihre Einstellung zum hierfür von Gott geschlossenen Bund (“Alter Bund”). Hebräer 4 weist daher ausdrücklich darauf hin, dass der Sabbat in seiner Gänze auch im “Neuen Bund” seine Gültigkeit besitzt (Info).

Das Wesentliche des Sabbats

Sabbath-Focus
Sabbat im Blick behalten

Gleichzeitig “reduziert” Hebräer 4 den Sabbat auf das tatsächlich Wesentliche. Allgegenwärtig war zu dieser Zeit das unsäglich aufgeblasene Regelwerk rund um den Sabbat, welches die Pharisäer über Generationen und mündliche Überlieferung als Gesetz definierten. Das sind jedoch allesamt menschliche Ideen, was auch Jesus Christus selbst zum Ausdruck brachte, indem Er überhaupt keinen Verstoß gegen den Sabbat sieht, wenn Seine Jünger an einem Sabbat an den Getreideähren zupfen (Info). Das sind alles Umstände, von denen die Judäer entsprechend konditioniert wurden.

Die heute erlebte geistliche Ruhe mündet in der Wiederkunft Jesu Christi, verbunden mit dem ewigen Leben und auch das Eingehen in die quasi 1000-jährige Ruhe des Millenniums (Info).

Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm regieren 1 000 Jahre.
Offenbarung 20,6

Bibelverse aus Schlachter 2000

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