Bedingungslose Liebe Gottes? – Eine Antwort, die hoffen lässt

Glühbirne

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Die „bedingungslose Liebe Gottes“ hat durchaus Grenzen, wenn es um das damit zusammenhängende Thema Erlösung geht. Eine Antwort bezüglich zu diesem Feld gestellte Frage aus den Reihen der einst protestantischen Kirchen gibt sogar einen Grund auf Hoffnung für noch das richtige Verständnis des Evangeliums.

Ein mit „Allem versöhnender Gott“?

„Gottes bedingungslose Liebe“ zu Seinen Geschöpfen. Diese Aussage steht im Mittelpunkt vor allem bei gut- und leichtgläubigen Menschen, die den Predigten der jüngeren Abkömmlinge der Theologie-Hochschulen zuhören. Lediglich die Liebe zähle und alles andere sei annähernd irrelevant. Wie könne hier der „bedingungslos liebende“ Gott jemanden ins Verderben schicken? Diese Lehre einer „All-Versöhnung“ ist heute in den evangelikalen Kreisen inzwischen weit verbreitet.

Ja, Gott ist die Liebe und die Liebe der Menschen zu Gott und untereinander ist eine Voraussetzung für die Eignung des Himmelreichs. 1. Johannes 4,8:
Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.

Fragestellungen
Die Frage nach der ‚bedingungslose Liebe Gottes‘

Doch diese bedingungslose Liebe Gottes führt nicht zu einer bedingungslosen Erlösung des von Gott geliebten Menschen. Dieser Umstand wird gerne verschwiegen, unterdrückt, oder sogar explizit verneint.

Wieder einmal hat sich ein unsicherer Interessent an die „Expertise“ der Evangelischen Kirche gewandt und wollte in Erfahrung bringen, wie es sich mit der „bedingungslosen Liebe“ Gottes eigentlich verhält (Quelle). Dieses mal erhält der Fragende eine überraschende Antwort.

Gibt es einen Widerspruch?

Der Leser weiß darüber Bescheid, dass Gott nach Seiner Schöpfung das Ergebnis mit „sehr gut“ beurteilte (1. Moses 1,31). Das war am Ende des sechsten Schöpfungstages, nachdem Gott auch den Menschen geschaffen hatte. Der Leser hat auch richtig erkannt, dass der Sündenfall das „Prädikat sehr gut“ über den Haufen warf. Gott und Mensch passten nicht mehr zusammen, die Sünde habe die Gemeinschaft mit Gott beendet, so der Leser. Aus diesem Grund hat Gott Seinen Sohn in diese Welt geschickt, damit der Mensch durch den Glauben an Ihn diese Gemeinschaft mit Gott wieder haben könne. Und dies nicht nur jetzt, sondern auch in Ewigkeit.

Die Voraussetzung dafür sei, so der Interessent, dass der Mensch erst einmal erkennen müsse, dass er ein Sünder ist und dies zwischen ihm und Gott steht. Daher müsse der Mensch als nächsten Schritt seine Sünden bekennen, bereuen und um Vergebung bitten. Erst dann sei die Gemeinschaft wieder hergestellt, so der Leser.
Nun stellte sich an diesem Punkt dem Leser folgende Frage: Warum ist von einer „bedingungslosen Liebe“ die Rede, wenn dies doch „Ich liebe dich so, wie du bist und mit allem, was dich ausmacht, was zu dir gehört. Punkt.“ und nicht „Ich liebe dich, aber du musst erst noch…“

Die Antwort aus der Expertise

Die Antwort des „Expertisen-Teams“ dieser evangelischen Kirchenzeitung kommt von einer jungen Absolventin des Staatsexamens in Deutsch, Philosophie und evangelische Religionslehre an der Universität Köln. Sie gab dem interessierten Leser vorweg recht, dass sich diese Aussagen zu widersprechen scheinen. Denn einerseits spreche man von einer bedingungslosen Liebe Gottes, und andererseits brauche es für das Finden Gottes den Glauben. Ohne Glauben stehe die Sünde zwischen Gott und Mensch, so ihre Antwort. Sie bekräftigt, was der Interessent bereits dargestellt habe, dass Sünde bedeute, alle Dinge, die uns von Gott trennten.

Glaube, und nicht Werke

Für die Wiederherstellung dieser Beziehung brauche es den Glauben. „Allein durch den Glauben“ (Römer 3,28) kommt der Mensch zu Gott. Zudem verdeutlichte Paulus, dass es keine guten Werke brauche. Allerdings stellte sich die Frage, ob der Mensch doch etwas tun müsse, um wieder mit Gott eine Beziehung eingehen zu können, so die Religionslehrerin. Dies drücke sich im Glauben aus, dieser sei notwendig, um Gott zu lieben. Hier stellte sich jedoch die Frage, ob denn auch die Liebe Gottes vom Glauben der Menschen abhänge. Dies glaube sie nicht.

Der Glaube sei kein „Werk“, das getan werden müsse, damit Gott uns liebt. Doch der Glaube ermögliche dem Menschen, auch Gott zu lieben, uns sich wieder auf Ihn einzulassen. „Der Glaube ist die Bedingung dafür, dass wir Gottes Liebe spüren“.

Der Glaube verändert den Menschen

Finale bliebe noch die Frage, ob Gott zum Menschen sage: „Ich liebe dich, so wie du bist und mit allem, was dich ausmacht, was zu dir gehört“. Der Mensch werde durch den Glauben verändert. Der glaubende Mensch bleibe nicht gleich. Anhand des Glaubens werde dem Menschen bewusst, wer er tatsächlich ist, „und zwar ein geliebtes Kind Gottes“. Der Perfektionismus trete nicht auf einen Schlag ein und dies sei auch gar nicht erforderlich. Gottes bedingungslose Liebe gehe jeglicher Veränderung voraus und bleibe.

Eine Antwort, die noch hoffen lässt

Glühbirne
Erkenntnisse aus dem Evangelium gewinnen

Diese Ausführung aus den Reihen der EKD zeigt auf, dass „Hopfen und Malz“ nicht endgültig verloren sind. Auch in den finstersten Gebieten leuchtet noch immer ein kleines, womöglich unscheinbares Lichtlein hervor. Der Ansatz der jungen Religionslehrerin ist ein Beleg, dass der Heilige Geist auch dort am Wirken ist, wo dieser im Allgemeinen schon längst ausgeschlagen wird. Das Sprichwort, „der Fisch fängt vom Kopf das Stinken an“, trifft hier wieder einmal zu. Nun müsste die junge Religionslehrerin lediglich zusehen, dass sie das auf einen Eisberg zufahrende Schiff noch frühzeitig verlässt (Offenbarung 18,4).

Das Gefühl müsste interpretiert werden

Die Erläuterung, der Gläubige könne Gott spüren, bedarf einer genaueren Festlegung. Insbesondere den Bewegungen der Charismatiker und Pfingstler geschuldet, hat das „Gefühl“ im Glauben Hochkonjunktur erhalten. In diesen Kreisen steht das Gefühl über dem geschriebenen Wort des Evangeliums. Entsprechende „Gefühlswallungen“ prägen auch den Glauben der Anhänger dieser mit Vollgas auf den Abgrund zusteuernden Gemeinden. Das Erkennen Gottes, und Seinem Willen, ist eine kognitive Angelegenheit und keine von Glückshormonen gesteuerte Emotion.

Definition der Sünde fehlte noch

Eine Erklärung, was die Sünde eigentlich genau ist, hätte der Antwort sicher nicht geschadet. Die „Sünde ist alles, was von Gott trennt“, stellt lediglich die Folge der Sünde dar, erklärt aber die Eigenschaft der Sünde nicht. Das ist schnell beantwortet mit 1. Johannes 3,4:
Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.

Die Gesetzlosigkeit ist schlicht die Missachtung bzw. Übertretung von Gesetzen. Welche Gesetze? Die Zehn Gebote Gottes (Info).

An dieser Stelle bildet die Religionslehrerin mit ihrer Antwort dennoch einen erfreulichen Kontrast zur „Theologie“ der Chef-Etagen („Kopf vom Fisch“) dieser einstigen protestantischen Institutionen dar. Der offizielle Konsens zur Eigenschaft der Sünde lautet inzwischen völlig anders (Info).

In der Bibel sind noch weitere „Delikte“ als Sünde bezeichnet, wie z.B. das Ansehen der Person, oder dem Bruder ohne Grund zu zürnen. Doch der wahre Glaube führt auch hier zu einem vom Heiligen Geist geführten Überwinden dieser Verfehlungen, wie auch das (automatische) Einhalten der zehn in zwei Steintafeln geschriebenen Gebote.

Perfektionismus und Vollkommenheit?

Der angedeutete „Perfektionismus“ ist tatsächlich eine relative Angelegenheit. Ein womöglich erschreckender Satz ist von Jesus Christus selbst ausgesprochen worden, Matthäus 5,48:
Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist!

Justiz
Liebe ja – Aber auch Gerechtigkeit

Das ist starker Tobak. Als Mensch vollkommen sein, wie Gott vollkommen ist? Wie soll das möglich sein? „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ könnte einem in den Sinn kommen. Natürlich ist es dem Mensch auch unter Idealvoraussetzungen (z.B. noch vor Sündenfall) nicht möglich, Gott auch nur im Ansatz gleich sein zu können. Doch wie es Gott selbst ausdrückte, schuf Er den Menschen zu Seinem Bilde (1. Mose 1,27). Damit sind nicht Kopf, Arme, Beine und Zehen gemeint, sondern die Charaktereigenschaften. Dies zeigt sich auch, wenn Jesu Satz in Matthäus 5,48 im Kontext betrachtet wird.

Jemanden lieben, der einen ebenfalls liebt, ist kein großes Kunststück. Das gelingt auch den Heiden, so wie es Jesus Christus ausdrückte. Den Feind zu lieben, ist jedoch eine ganz andere Kategorie. Diese Vollkommenheit drückt sich darin aus, Jesus Christus zum Vorbild zu haben, Gott, seinen Nächsten und sogar seine Feinde zu lieben. Hinzu kommen auch charakterliche Eigenschaften, wie Langmut, Geduld, Sanftmut, Bescheidenheit, die Selbstaufgabe und dem Dienen des Nächsten. Doch auch diese anzustrebenden Ziele gelingen anhand des wahren Glaubens und dem damit verbundenen Wirken des Heiligen Geistes. Die Veränderung des Charakters erfolgt durch Gottes Eingreifen, nicht durch den Menschen selbst.

Es bleibt eine Ausnahme-Erscheinung

Sehr schade, dass derlei Antworten im Kreise der „EKD-Experten“ zu einer absoluten Rarität geworden sind. Ausgerechnet der wohl populärste Antwortschreiber in der Fragen-Antworten-Rubrik dieses evangelischen Magazins hebt sich immer wieder durch seinen „professionellen Unsinn“ hervor. Seine Ausführungen machten Sinn im Rahmen der „Ökumene, Baha’i und New Age“, nicht aber im Sinne des Evangeliums.

Bibelverse aus Schlachter 2000

Bedingungslose Liebe Gottes? – Eine Antwort, die hoffen lässt
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