Olli Dürr Gesell. Entwicklungen Aus einem Gleichnis Jesu Christi wird ein babylonischer Wein

Aus einem Gleichnis Jesu Christi wird ein babylonischer Wein

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Die richtige Interpretation eines Gleichnisses von Jesus Christus erfordert die Berücksichtigung chronologischer Zusammenhänge. Diese sind allerdings innerhalb des Evangeliums zu erfahren. Falsche Darlegungen erfordern auch eine „sehr flexible“ Betrachtung der Historie und daraus ließe sich wiederum der giftige Wein Babylons mischen. Eine solche musterhafte Interpretation bietet ein Jesuit zum Gleichnis der Königlichen Hochzeit.

Der Ärger über verlorenes Monopol

Das Evangelium, das Wort Gottes, muss dem gemeinen Menschen fern gehalten werden. Dies war seit jeher die Absicht der römisch-katholischen Kirche. Bis zum Anfang des 16ten Jahrhunderts ist es dieser Institution gelungen, die Wahrheit der Bibel zu unterdrücken. Verbot des Besitzes der eigenen Bibel, Predigten in lateinischer Sprache und das beanspruchte Monopol, die Bibel auslegen zu können und zu dürfen, waren die Erfolgsrezepte, weitgehend ungehindert die eigenen auf Heidentum gegründeten Lehren als Christentum zu verbreiten.

Mit der Reformation ab 1517 war damit vorerst Schluss. Martin Luther brachte rund 100 Jahre nach Han Hus (von der Kirche Roms im Jahr 1415 ermordet) den Stein ins Rollen. Luther übersetzte die Bibel in die deutsche Sprache und der bereits genutzte Buchdruck verhalf zu einer sehr schnellen und vor allem auch relativ preisgünstigen Verbreitung der Bibel. Die Menschen konnten von nun an die Wahrheit Gottes in der eigenen Sprache lesen und auch verstehen.

Reformation verdarb das Milliardengeschäft

Gerade zum Auftakt der Reformation war unter Papst Leo X. (aus dem Haus de Medici) der Rom-treue Handlanger und Dominikaner Johann Tetzel für das Eintreiben von Ablassgeldern zuständig. Der geplante Petersdom kostete eine ganze Stange Geld. Das hierfür bei der Banker-Familie Fugger aufgenommene Darlehen musste bedient werden. Das umfangreiche, heute würde man sagen, Milliardengeschäft drohte zu zerplatzen.

Dass der Ablasshandel der Kirche Roms in den zahlreichen deutschen Königs- und Fürstentümer überhaupt so gut laufen konnte, ist u.a. an der Provision an die Bischöfe zu verdanken. So erhielt Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Magdeburg und Erzbischof von Mainz satte 50 Prozent des Erlöses aus dem Ablasshandel. Darüber hinaus konfrontierte die Reformation die Kirche Roms mit weiteren zahlreichen Irrlehren, die mit dem Evangelium nicht in Einklang zu bringen sind.

Martin Luther kannte natürlich das unsägliche Zusammenspiel mit der „Geld-Dynastie“ der Fugger und hatte seinen passenden Kommentar dafür: „Man müsste wirklich dem Fugger und dergleichen Gesellschaft einen Zaum ins Maul legen„.

Kurz: Für die römische Kirche waren die Reformation und die Veröffentlichung der Bibel eine theologische und finanzielle Katastrophe.

Noch immer Revange für Reformation

Martin Luther Statue

Martin Luther sagte diese geistliche Finsternis voraus – Jetzt ist sie da!

Es ist nachvollziehbar, dass die römisch-katholische Kirche auch heute noch von einer Tragödie spricht und der Reformation und Martin Luther nicht wirklich wohl gesonnen ist. Doch wie es in der Natur dieser römischen Institution verankert ist, lässt man nicht davon ab, schon einem am Boden Liegenden weiterhin mit den Füßen zu treten. Die offizielle Reformation nach Luther ist bereits ad acta gelegt (Info), aber das restliche Glimmern im Untergrund muss auch noch ausgelöscht werden.

Zuständig für das Auslöschen der Reformation und der Wiederherstellung der Deutungshoheit der römisch-katholischen Kirche war seit ihrer Gründung im Jahr 1534 der Orden der „Gesellschaft Jesu“ (Jesuiten-Orden, SJ). Im Jahr 1540 vom Papst von den Leinen losgelassen, schwärmten die Ordensbrüder in alle Himmelsrichtungen aus, um die Arbeit mit „perinde ac cadaver“ auszuführen. Der Jesuiten-Orden war sehr erfolgreich und sind gerade nach erledigter Grobarbeit, der bereits zu einem Selbstläufer geworden ist, nun für den Feinschliff die letzte Hand anzulegen.

Modifizierte Erinnerung an die Vergangenheit

Schließlich ist mit dem Kampf gegen die Reformation auch das Auslöschen der biblischen Wahrheit in den Köpfen der Menschen untrennbar verbunden. Hierfür bedient man sich nicht mehr der todbringenden Inquisition, sondern der Bildung an den Menschen. Eine „neue Betrachtung“ der Vergangenheit erscheint als sehr hilfreich. Wie dieser Orden die historischen Fakten in der Gegenwart behandelt, verdeutlicht die im Rahmen der Ökumene veröffentlichte Stellungnahme:

Was in der Vergangenheit geschehen ist, kann nicht geändert werden. Was jedoch von der Vergangenheit erinnert wird und wie das geschieht, kann sich im Lauf der Zeit tatsächlich verändern. Erinnerung macht die Vergangenheit gegenwärtig. Während die Vergangenheit selbst unveränderlich ist, ist die Präsenz der Vergangenheit in der Gegenwart veränderlich. Mit Blick auf 2017 geht es nicht darum, eine andere Geschichte zu erzählen, sondern darum, diese Geschichte anders zu erzählen.
(„Vom Konflikt zur Gemeinschaft“, 2017, Kapitel II, Seite 12, Paragr. 16)

In einfachen Worten: Man biegt sich die Geschichte solange hin, bis diese den heutigen Vorstellungen und Wünschen entspricht. Eine sehr „flexible Betrachtungsweise“ der Historie.

„Flexible Betrachtung“ eines Gleichnisses

Gummi-Bänder

Falsche Grundlage für dehnbare Interpretationen

Eine augenscheinlich derartige „Aufbereitung“ der Historie nahm der Jesuit Eberhard von Gemmingen zur Neubetrachtung der Motive Jesu Christi vor. In Catholic News Agency (CNA) erzählt der Jesuit seine Sichtweise auf ein im Matthäus-Evangelium enthaltenes Gleichnis von Jesus Christus. Einleitend hebt Gemmingen hervor, Martin Luther habe das Evangelium als „zu kompliziert“ bezeichnet, so, dass es die einfachen Leute nicht vestehen könnten.

Das ist allerdings die Leitlinie der Kirche Roms. Zugegeben, ein Gros der an Universitäten studierten sog. Theologen, sei es evangelisch oder römisch-katholisch, behaupten dies durchaus auch heute. Wie sollten dann auch die unzähligen Fachrichtungen innerhalb des Aspektes der „Wissenschaft“ gerechtfertigt werden können? (Info) Schließlich sind heute Lehrstühle von Professoren besetzt, die die „Vielgeseschlechtlichkeit“ der Menschheit „wissenschaftlich“ untersuchen und auch entsprechende Thesen des aktuellen „Kenntnisstandes“ verbreiten. Die moderne Priesterschaft der Säkularität sind diejenigen, die in weißen Priestergewändern ihren eigenen Glauben als das „Evangelium der Wissenschaft“ behaupten.

Das Gleichnis in Matthäus 22

Im Mittelpunkt steht das Gleichnis von der Hochzeit, zu der zahlreiche Gäste geladen sind (Matthäus 22,1-14). Doch anstatt direkt in das Gleichnis und die darin enthaltene Botschaft einzusteigen, versucht Gemmingen SJ die Glaubwürdigkeit des Evangeliums zu untergraben. Hierfür bedient er sich der „flexiblen Betrachtunsweise“ der Historie in der Gegenwart.

Demnach habe Matthäus sein Evangelium erst um das Jahr 80 geschrieben, also 10 Jahre nach der Zerstörung Jerusalems durch den Feldherrn Titus. Damit wären seit Christi Himmelfahrt rund 50 Jahre vergangen. Doch der Jesuit betont an dieser Stelle den Tod Jesu, gerade so, als wäre Jesus Christus auch heute noch Tod (Eucharistie, Info).

Dazu habe Matthäus sein Evangelium nicht als Augenzeugenbericht, sondern als eine Sammlung von Schriften und Berichten Dritter erstellt.

Hierzu stellte sich aber die grundsätzliche Frage, warum im gesamten Neuen Testament über die tatsächliche Zerstörung Jerusalems nicht eine Silbe zu finden ist. Jesus Christus kündigte diese Zerstörung sogar an und verkündete sogar, dass das Haus (der Phariäser) für immer verwüstet bleiben wird. Aber wäre die Erfüllung der Prophetie Jesu Christi nicht der Anlass gewesen, darüber ausführlich zu berichten und hervorzuheben?

Auch Paulus erwähnte in seinem Brief an die Gemeinde in Rom keinerlei Bedenken über die dortige Christen-Verfolgung zwischen den Jahren 54 und 68 n.Chr. Nicht ein einziges Wort darüber. Es liegt auf der Hand, dass der Brief bereits vor dem Jahr 54 geschrieben wurde. Das Buch der Offenbarung ist von Johannes um 80 n.Chr. gechrieben worden und hierin ist eine bereits begonnene Verfolgung der Christen durchaus beschrieben (Offenbarung 2,8-11).

Offensichtlich hat der Jesuit die Chronologie in seiner „flexiblen Betrachtung“ der Geschichte um ein paar Jahrzehnte in die Zukunft verlegt. Die Evangelien und die Briefe sind sehr viel früher geschrieben worden, als dies Gemmingen in seiner Sichtweise darstellt.

Die Königliche Hochzeitsfeier

Hochzeit

Das Gleichnis über die Königliche Hochzeit

Das Gleichnis über die Königliche Hochzeit beschreibt die Einladung von Gästen für ein Hochzeitsfest. Der König schickt seine Knechte, um die auserwählten Hochzeitsgäste einzuladen. Die Eingeladenen sagen ab und haben allesamt eine Ausrede, um nicht am Hochzeitsfest teilnehmen zu müssen. Einige der Geladenen misshandelten und töteten sogar die Knechte. Der König bestrafte die Mörder und brannte auch deren Stadt nieder. Dann schickte der König seine Knechte ein weiteres mal raus, um nun das „normale Fussvolk“, egal ob gut oder böse, egal welcher gesellschaftlicher Stand, zur Hochzeit einzuladen. Sie kommen alle. Der König kam in den Hochzeitssaal und will sich die gekommenen Gäste betrachten. Einer dieser Gäste hatte kein hochzeitliches Gewand an. Der König veranlasste, diesen einen Gast aus dem Hochzeitsaal hinaus zu werfen. Das Gleichnis endet mit dem eigentlich erklärenden Vers (Matthäus 22,14):
Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt!

Die Botschaft des Gleichnisses

Mit diesem Gleichnis handelt es sich um das einst auserwählte Volk Gottes, dass dazu berufen war, das Evangelium zu verbreiten und nach rechtem Wandel die „Hochzeit“ mit Jesus Christus zu feiern. Doch sie wimmelten alle ab, irrlichterten in falschen Lehren, gingen dem Weltlichten nach und brachten auch die Gesandten (Propheten) Gottes um. Die wiederholten Strafgerichte Gottes über dieses Volks ist im Alten Testament vielfach dokumentiert. Das Evangelium ging im Anschluss an die Heiden über.

Mit diesem Gleichnis wird auch deutlich, dass das einfache Bekennen zu Jesus Christus nicht ausreicht, wenn hierfür die sichtbaren Früchte ausbleiben. Diese sind u.a. das Einhalten Gottes Gebote, das Tragen des Zeugnisses Jesu Christi und einen Lebenswandel nach Gottes Willen. Dies ist auch die Vorbeitung für den Tag (Hochzeitsgewand), an dem Jesus Christus wiederkommt und mit seiner Gemeinde „Hochzeit feiert“. Es handelt sich um die erlösten Menschen.

Historischer Versatz um 40 Jahre

Fake News

Was sind schon ein paar Jahrzehnte ‚Flexibilität‘?

Der Jesuit verlegte das Buch Matthäus in den Bereich von 80 n. Chr., um so die im Gleichnis vom König zerstörte Stadt auf die inzwischen von den Römern vernichtete Stadt Jerusalem projezieren zu können.

Matthäus verstehe deshalb die „Zerstörung der heiligen Stadt“ als die Strafe Gottes für das Verhalten der Juden, dies insbesondere der Verantwortlichen, so der Jesuit. Sie alle waren ihren Geschäften nachgegangen und brachten sogar die Knechte des Königs um. Gemmingen erklärt, dass Matthäus mit dieser Geschichte das Scheitern Jesu interpretieren wollte.

In diesem Sinne handelte es sich somit nicht um ein Gleichnis von Jesus Christus selbst, sondern um eine Idee von Matthäus, der dies Jesus Christus in den Mund gelegt habe.

Der Jesuit verbindet zwar richtig die final eingeladenen Gäste als die Weitergabe des Evangeliums an die Heidenvölker, aber dies erst im Anschluss der zersörten Stadt Jerusalem. Doch das Evangelium selbst weiß hier ganz anderes zu berichten. Das Evangelium ging schon rund 3,5 Jahre nach Christi Himmelfahrt an die Heiden. Allen voran durch den vom Saulus in den gewandelten Paulus und auch bald nach der Steinigung des Apostels Stephanus durch die Pharisäer.

Es liegt hiermit zwischen der Realität und der „flexiblen Betrachtung“ des Jesuiten eine Diskrepanz von rund 40 Jahren. Ungefähr die Zeitspanne, in der dieser Orden nach päpstlichem Geheiß offiziell verboten war (1773 bis 1814). Es schiene, als wenn diese Zeitperiode aus dem kollektiven Gedächtnis dieser Brüderschaft eine geschichtliche Lücke hinterlassen hätte.

Das „wahre Menschsein“

Der Jesuit Gemmingen fragt sich, wie jemand, der „von der Straße weg“ eingeladen wurde und offenbar gar kein Festgewand zur Verfügung hatte, wieder hinausgeworfen werden könne. Für die richtige Antwort könne eine von Papst Franziskus häufig verwendete Formulierung helfen.
Demnach spreche der Papst immer wieder davon, „dass alle, alle, alle Menschen von Christus eingeladen sind, also auch von der Kirche eingeladen sind.“

Hierin liege aber auch ein Missverständnis und die Medien verstünden dies vermutlich falsch. Es sei egal, wie der Mensch lebe, die „katholische Kirche nimmt sie gerne auf“. Aber dies sei in Irrtum. Jesus Christus nehme die Mensch jedoch an und leitete diese, wie sie „durch ihn zu ihrem wahren Menschsein kommen“. Das wahre Menschsein, so der Jesuit, bestehe darin, „ein neuer Mensch zu werden, aus sich herauszugehen, auf den Anderen zuzugehen, sich dem Nächsten liebend zuzuwenden.“

Der Mensch müsse nach dem Eintritt in die Kirche zu einem neuen Menschen werden. „Jesus nennt es Umkehr“, so Gemmingen, und der alte Mensch müsse abgelegt werden. Der aus dem Hochzeitfest hinausgeworfene Gast sei daher nur ein bekennender Christ, aber nicht wirklich bekehrt.

Das Christsein sei stets „eine provozierende Sache“ und es werde nich langweilig. „Jesus ist ein Provokateur“ und langweiler gebe es schon genug, so der Abschluss des Jesuiten.

Vermischung zum Wein Babylons

Babylon Tor

Babylonischer Wein ist ein Mix aus Halbwahrheiten und Unwahrheiten

Tatsächlich symbolisiert der mangels Festgewand herausgeworfene Gast einen Christen, der sich zwar zum Christentum bekennt, aber dies tatsächlich nicht an seinem Lebenswandel erkennbar ist. Es ist wie der Feigenbaum voller Blätter, aber ohne Früchte (Matthäus 21,18-22). Doch das Ziel ist etwas ganz anderes als das „wahre Menschsein“ im Sinne dieses Ordens.

Ein Jesuit versteht unter „wahres Menschsein“ die Gottwerdung des Menschen selbst, so wie es bereits im Katechismus der römisch-katholischen Kirche beschrieben ist (Info). Gott habe den Mensch in dem Sinne in Seinem Ebenbild geschaffen, damit Gott durch den Menschen sichtbar werde. Jesus Christus sei auf die Erde gekommen, um dem Menschen seine Göttlichkeit zu verleihen.

Diese Darstellung des Gleichnisses Jesu Christi im Matthäus-Evangelium ist wieder ein solches Paradebeispiel, wie es „der Sohn des Verderbens“ versteht, den reinen Wein (wahrhaftige Lehre) des Evangeliums mit einigen Tropfen Lüge zu einem giftigen Gebräu der „Hure Babylons“ zu verwandeln.

Offenbarung 17,1-2:

Und einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, kam und redete mit mir und sprach zu mir: Komm! ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die an den vielen Wassern sitzt, mit der die Könige der Erde Unzucht getrieben haben, und von deren Wein der Unzucht die, welche die Erde bewohnen, trunken geworden sind.

Bibelverse aus Schlachter 2000

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