Im Jahr 2030 jährt sich die Augsburger Konfession zum 500ten Mal. Für die Lutherische Kirche Anlass, um bereits heute schon mit den Vorbereitungen zu beginnen. Offenbar ist eine Strategie notwendig, um nach weiteren knapp 5 Jahren der Unglaubwürdigkeit einen Anstrich der eigenen Existenzberechtigung zu verpassen.
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Jubiläums-Simulation
Umso früher, desto besser, so womöglich das Motto des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) anlässlich auf der Tagung am 02.12.2025 unter der Leitung von Landesbischof Christian Kopp (Bayern). Man wolle demnach damit beginnen, das anstehende Jubiläum des “Confessio Augustana” vorzubereiten. Fällig ist der Termin im Jahr 2030. Am 25. Juni dieses Jahres jährt sich das durchaus geschichtsprägende und wegweisende Ereignis das 500te Mal. Eine Delegation der noch sehr jungen Reformation überbrachte das Glaubensbekenntnis der lutherischen Glaubensgemeinschaft durch den Mittler Kurfürst Johann von Sachsen an den zu diesem Zeitpunkt 30-jährigen Kaiser Karl V.

Das Augsburger Glaubensbekenntnis von 1530 stellte zugleich die offizielle Abtrennung von der römisch-katholischen Kirche dar und war in diesem Zuge von Kaiser und Reichstag zu deren Kenntnisnahme übergeben worden. Ziel war die offizielle Anerkennung des lutherischen Glaubens von Kaiser Karl. Federführender Verfasser des Glaubensbekenntnisses, überreicht in der damaligen deutschen Sprache sowie in Latein, war Philipp Melanchthon. Die Augsburger Konfession war auch die gemeinsame Grundlage und auch der Ausgangspunkt der weltweiten Entwicklung der lutherischen Kirche und somit historisch entscheidend.
Der DNK/LWB ist die deutsche Vertretung des weltweit aktiven Lutherischen Weltbundes, gegründet in 1947 im schwedischen Lund. Motiv ist die angestrebte Ökumene. Die Ökumene-Organisation betrachtet die Konfession als ihre eigene Grundlage und will dies entsprechend würdigen. Die geplante Vollversammlung des der Vereinigung im Jahr 2030 ist in Augsburg geplant (Quelle).
Auf Augsburger Konfession alles gegründet
In anderen Worten, die Existenzberechtigung der lutherischen Kirche, und im Grunde genommen auch die weiteren evangelisch-protestantischen Kirchen, ist in der Augsburger Konfession gegründet. Ein Umstand, den man (demonstrativ) zu würdigen versucht, aber es schon längst aufgegeben hat, die Prinzipien der Konfession, insbesondere die Theologie weder zu praktizieren, noch zu leben. Ein Schatten, dem man durch besondere Behandlung eine fiktive Substanz verleiht.
Es war der Lutherische Weltbund, der im Einvernehmen mit dem Pontifex der römisch-katholischen Kirche am 31. Oktober 1999 die “Gemeinsame Erklärung der Rechtfertigungslehre” per Unterschrift anerkannte. Eine, gelinde gesagt, äußerst windige, dehnbare und nach Bedarf auslegbare Bekenntnis, wie der Mensch seine Rechtfertigung erhält. Darauf folgte, quasi als Zeremonie der Beerdigung des Protestantismus, die gemeinsame(!) Jubiläumsfeier des 500-ten Jahrestages der Reformation, Lutherischen und römisch-katholische Kirche, am 31. Oktober 2017.
Begleitet war dies mit der weiteren gemeinsamen Erklärung “Vom Konflikt zur Gemeinschaft”. Einem zu Kreuze Kriechen der einst lutherischen Kirche in untertänigster und reuiger Rückkehr zur Mutterkirche Rom (Info).
Offenkundiger Widerspruch

Ein völliger Widerspruch des Artikels 4 der Augsburger Konfession, “Von der Rechtfertigung”:
“Weiter wird gelehrt, daß wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genugtun, sondern daß wir Vergebung der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden um Christi willen durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat, und daß uns um seinetwillen die Sünde vergeben und Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott für Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt. Röm. 3 und 4.“
Selbst kunstvoll abgesägt

Die Rechtfertigung durch die unverdiente Gnade Jesu Christi ist DER zentrale Glaubenspunkt, um der sich das gesamte Evangelium dreht. Wirft man dies auf den “theologischen Misthaufen”, indem man in einer Neuformulierung den einfachen Interpretationsspielraum der “Werksgerechtigkeit” zulässt, damit die Kirche Roms ebenfalls “glücklich” sein kann, ist somit auch die eigene Existenzgrundlage buchstäblich eigenhändig entzogen. Es ist schließlich der Primat Roms, der bestimmt, was gefälligst geglaubt werden muss. Das nennt sich dann “Glaubenswahrheit”.
Das Schauspiel um das Jubiläum ist lediglich eine Schattenveranstaltung, damit die leicht erkennbare, inzwischen völlige Sinnlosigkeit und daher überflüssig gewordene Lutherische Kirche und Co. bei schauspielerischer Miene ihre Existenzbegründung simulieren kann.
Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind!
Matthäus 7,15
Bibelverse aus Schlachter 2000
