Eisern auf dem Fundament des geschriebenen Wortes verharren, oder sich den Narrativen der Massen anschließen? Das erstere wird zur größer werdenden Herausforderung, während der Anschluss lediglich passives Mittreiben erforderte. Früher oder später gäbe es kein Zurück mehr aus seinem liebgewonnenen Irrtum. Hier gilt, bereits den Anfängen zu wehren, und verdeutlicht den Umfang, wenn Jesus Christus ermahnte, “jeder nehme das Kreuz auf sich”.
Vage oder handfeste Wahrheit?
Etwas gehört haben und einfach glauben oder es tatsächlich wissen, weil man es selbst entdeckt, oder eine Aussage selbst überprüft hat. Ein doch ziemlich großer Unterschied. Denn die nachlässige, unkritische Leichtgläubigkeit ist eines der Hauptursachen für die vielen, weit verbreiteten Irrtümer über das Evangelium. Selbst aber, wenn man einen Sachverhalt beschreibt, ist man gut beraten, die entsprechende Bibelstelle, welche die eigene Aussage stützt, gleich mit anzuführen. Allerdings wird das in der Regel vergessen. Alternativ folgt ein selektives Aussuchen von einzelnen Versen, oder gar nur Teile eines Verses, der dann eben in den gleichen falschen Kontext gesetzt wird.
Der Umfang der im Umlauf befindlichen, teils hartnäckig verteidigten Irrtümer, ist inzwischen zu einem scheinbar undurchdringlichem, riesigen Filzknäuel angewachsen. Besonders fatal, wenn man bereits seit Jahren an einer Fehllehre, dies auch mit voller Überzeugung, festgehalten hat, und es wird einem die Wahrheit direkt vor die Nase gehalten. In den meisten Fällen lehnt dieser jedoch die präsentierte Wahrheit, samt vorlegten Belegen gerade wohl ab, erklärt sie als totalen Unsinn und fühlt sich womöglich auch noch persönlich angegriffen.
Argumente gehen schnell dahin

Der “kleine, aber feine” Unterschied ist, dass jener, der tatsächlich anhand des Evangeliums argumentiert, größtenteils in einer inneren Gelassenheit auch die belegenden Bibelaussagen, in einem größeren, im Kontext stehenden Umfang vorlegen kann und auch wird. Wer jedoch einem “chronischen” Irrtum verfallen ist, dem gehen die Argumente ganz schnell zwischen den Fingern verlustigt, falls überhaupt außer dem Bezug zu einer Aussage eines sehr populären Predigers selbst keine Bibelstellen mangels Unkenntnis präsentiert werden können.
Wut, Zorn, bis hin zu vom Tisch hinweg gefegten Tellern, sind deshalb als (antrainiert emotionale) Reaktion gar nicht so selten. Schließlich kommt hinzu, dass die den eigenen abweichenden Ansichten dargebrachte Fakten wie der Versuch, das Eigentum der eigenen “Wahrheiten” stehlen zu wollen, entsprechend als persönlich Angriff bewertet werden. Das Narrativ der “eigenen Wahrheit” (Relativismus) hat schließlich seit Jahren seine Aufgabe sichtlich “fruchtbar” erfüllt.
Der eigenen Sprache bewusst werden
Zwischendrin kann es durchaus Sinn machen, sich die im Alltag selbst gebrauchten Wörter etwas genauer anzusehen. Das gilt in diesem Fall, insbesondere für die deutsche Sprache. “Bitte enttäusche mich nicht”, so eine gängige Formulierung. Oder auch, “du hast mich enttäuscht”. Einen solchen Zustand, in dem der Mensch sich nicht gut fühlt, will vermieden werden. Doch was genau steckt tatsächlich in diesem Wort drin?
Enttäuschung – Ent- und Täuschung. Die Vorsilbe “Ent” steht für etwas “entfernen, hinwegnehmen”. Was geschieht, wenn die Täuschung entfernt wird? Man sieht “plötzlich” die Wahrheit. Ist das tatsächlich ein zu vermeidender Umstand? Nüchtern betrachtet, kann einem doch nichts Besseres widerfahren, als von einer Täuschung befreit zu werden. Aber man drückt es mit aller Regelmäßigkeit aus, dies nicht zu wollen, “bitte enttäusche mich nicht”. Man verharrt somit lieber in der Täuschung und will es sogar teils mit allen Mitteln vermeiden, dass der die freie Sicht verdeckende Vorhang weggenommen wird.
Das bleibt selbstverständlich nicht ohne Folgen. “Die (Schreib-) Feder ist mächtiger als das Schwert”, so ein Sprichwort. Wie wahr! Aber kein neues Phänomen.
“Die Welt will getäuscht sein, also werde sie getäuscht”, so Papst Paul IV (1476 bis 1559), der Bischof von Rom, der das äußerst wichtige Konzil zu Trient (1545 bis 1563) initiierte. Dieses, die Doktrin zementierende Konzil, ist eines der wichtigsten Versammlungen in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche, anlässlich der begonnenen Reformation, und noch immer Bezugspunkt für aktuelle Rechtfertigung der eigenen Lehren. Wenn da mal nicht offenherzig den Wünschen der Gesellschaft entsprochen wurde.
Wenn die Verstockung eintritt

So gibt es tatsächlich auch einen “Kipppunkt”, der einmal überschritten, selbst oder mithilfe eins (irdischen) Dritten nicht mehr revidiert werden kann. “Das Herz ist verhärtet”, wie es in der Bibel wiederholt dargestellt ist. Dieser kann nicht mehr von seinem Irrtum überzeugt, geschweige abgebracht werden. Vielmehr sind seine eigenen Anstrengungen dahingehend ausgerichtet, seinen als die Wahrheit empfundenen Irrtum durch weitere Argumente stützen zu können. Handelt es sich auch noch im Beisein einer großen Gruppe Gleichgesinnter, wirken die eigenen Gesetze der Massenpsychologie und ihre verstärkende Kraft.
Ein solches Beispiel gibt der Pharao zum Auszug des Volkes Israels, welcher die Forderungen von Moses und seinen Bruder Aaron, das Volk ziehen zu lassen, vehement ablehnte und dies eben bis zur 10. Plage, und damit die absolute Katastrophe hervor beschwor. Aber nach erfolgten Abziehen des Volkes Israel, wertete der Herrscher seine Entscheidung als eine unüberlegte Kurzschlusshandlung, fiel erneut in seine Verstocktheit zurück, zog mit seiner Armee dem abwandernden Volk hinterher, um schließlich im Schilfmeer sein finales Ende zu finden.
Nur noch Kraft Gottes hilfreich
In einem derartigen Stadium kann nur noch die Kraft Gottes, durch den Heiligen Geist, Abhilfe schaffen. Das gilt nicht nur für die “Heiden”, sondern auch, bzw. ganz besonders für das Volk Gottes. So auch die letzte Gemeinde vor dem großen Finale, Laodizäa (Offenbarung 3,14-22). Diese Gemeinde ist von allen 7 Gemeinden sogar die schlimmste (Info). Für diese hat Jesus Christus kein Wort des Lobes übrig, sondern nur Tadel, Ermahnung und das Rezept für Abhilfe. “In Feuer geläutertes Gold kaufen und Augensalbe auftragen”, so in Offenbarung 3,18.
Diese sind blind und bilden sich selbst ein, nichts mehr zu benötigen, da sie schließlich schon alles hätten und damit auf der sicheren Seite stünden. “Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluß, und mir mangelt es an nichts! – und du erkennst nicht, daß du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt.” (Offenbarung 3,17). Klare Worte.
Beständige Entwicklung

Dies alles kommt aber nicht von heute auf morgen, aus dem heiteren Himmel, sondern bedarf einer beständigen Entwicklung. “Wehret den Anfängen”, so eine zutreffende Aussage. Vorbeugung hierzu, ständige Wachsamkeit und vor allem eine gewisse Portion Sturheit, sich dem diktierenden Strom der Massen nicht anzupassen und dadurch auch eine absolute Kompromisslosigkeit zu tage legt, dem gegenüber, was ganz zentral das Evangelium betrifft. Um nicht einen Millimeter vom geschrieben Wort Gottes abweichen, es einweichen, oder mit dem kompromittierenden Geist der Ökumene vermischen oder gar ersetzen.
Auf dem wahren Fundament bleiben
“Die Bibel sagt…”, so die pauschale Behauptung als Rechtfertigung für eine vorgetragene, vermeintliche Tatsache, wobei es sich tatsächlich um eines dieser unzähligen Irrtümer ist. Wo es die Bibel tatsächlich ausdrückt, fehlt in der Regel.
“Die 7 Leuchter in Offenbarung 1,12 sind die 7 Gemeinden”, so sagt die Bibel. Wo steht das? Die Erklärung ist schon in Vers 20 enthalten, “…und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden.”
“Die 7 Sterne in seiner rechten Hand sind die Engel der 7 Gemeinden”, so sagt die Bibel. Wo ist das beschrieben? In diesem Fall ebenfalls in Offenbarung 1,20, “Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden…” So einfach wäre das, Behauptung, aber eben auch gleich Beleg anhand der Schrift.
“Die wie von Skorpionen aussehenden Schwänze sind falsche Propheten” (Offenbarung 9,10). Woher weißt du das, wo steht das? Die Erklärung des Symbols des Schwanzes findest du in Jesaja 9,14:
“Der Älteste und Angesehene ist das Haupt, und der Prophet, der Lügen lehrt, ist der Schwanz.”
So einfach wäre es zu handhaben. Wird aber in der Regel vereinfacht und schlicht als Fakt in den Raum gestellt. Ein solches Beispiel ist:
“Diejenigen, die Jesus kennen und sterben, sind bei ihm. Die Bibel sagt, dass man, wenn man den Leib verlässt, beim Herrn ist.“
Sand-Untergrund für weitere Irrlehren

Eine falsche Behauptung, begründet mit “die Bibel sagt”. Fertig. Das Fatale jedoch in diesem Fall ist, dass ein sofortiges Eintreffen beim Herrn nach dem irdischen Tod eine unsterbliche Seele voraussetzte. Eine solche hat der Mensch aber nicht. Das gilt auch für andere manifestierte Irrtümer wie die “ewig brennende Hölle” (Info).
Die unsterbliche Seele, die eigene Moral und der göttliche Mensch (“innewohnende, göttliche Funke”) sind die klassischen Irrlehren und das Fundament für weitere, unzählige darauf erbaute Falschlehren (Info).
Dem Massen-Narrativ widerstehen

Ausgerechnet die Basis auch für die meisten protestantischen Denominationen und ganz besonders der römisch-katholischen Kirche. Also die “überwältigende” Mehrheit. Darin ist ersichtlich, dass es eine ordentliche Portion an Sturheit verlangt, diesen Narrativen zu widerstehen und schlicht am geschriebenen Wort Gottes festzuhalten. Koste es, was es wolle. Das ist eben “das Kreuz auf sich nehmen”, wovon Jesus Christus sprach, zu jenen, die Ihm nachfolgen wollen, und zwar wohin auch immer Er geht.
Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben; denn sie sind jungfräulich [rein]. Diese sind es, die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen erkauft worden als Erstlinge für Gott und das Lamm, und in ihrem Mund ist kein Betrug gefunden worden; denn sie sind unsträflich vor dem Thron Gottes.
Offenbarung 14,4-5
Bibelverse aus Schlachter 2000
