Armut 2022 in Deutschland – Mit großen Schritten voran

Hilferuf

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Die Verarmung in Deutschland schreitet mit großen Schritten voran. Die „Armuts-Gefährdung“ sei zwar rückläufig, aber Fakten lassen sich statistisch einfach „korrigieren“.

Keine wirkliche Armut – Nur „Gefährdung“

Die Verarmung der Menschen in Deutschland nimmt Fahrt auf. Doch noch immer sprechen die behördlichen Statistiker, ebenso wie so manche „Wohlfahrts-Organisation“ nicht von Armut, sondern von einer „Armuts-Gefährdung“. Rein sprachliche Kosmetik, die die tatsächlich katastrophale Lage etwas kaschieren soll. Dennoch bleibt dieser verkrampfte Euphemismus eine Beleidigung für jeden, der auch nur über einen halbwegs funktionierenden Intellekt verfügt. Die von den Steuerzahlern alimentierten Angestellten der öffentlichen Hand sowie so manche Schreiberlinge von den verstärkt von der öffentlichen Hand subventionierten Medien halten ihre „Untertanen“ offenbar für geistig ziemlich minderbemittelt.

17,3 Millionen Menschen betroffen

Bettelarm
Die Verarmung in ‚reichen Ländern‘ ist globales Phänomen

So veröffentlichte das Statistische Bundesamt (Destatis) die Zahlen über die „Armuts-Gefährdung“ im Bundesgebiet im Jahr 2022. Demnach waren rund 17,3 Millionen Menschen „von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht“. Das sind 20,9 Prozent der Bevölkerung. Also „nur“ eine Drohung, aber nicht betroffen?! Als „Armuts-gefährdet“ gilt in Deutschland, wenn dieser über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt.

Nach „EU-Norm“ gilt lt. Destatis folgende Definition:
„Das Einkommen der Person liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze, der Haushalt ist von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen oder die Person lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung.“

Selber rechnen ist oft besser

Im Jahr 2022 lag das durchschnittliche Einkommen in Deutschland bei 4.105 Euro pro Monat. Selbstverständlich noch vor Steuern und Abgaben. Da es für das Überleben wichtig ist, was der Wertschöpfende am Ende des Monats in seiner Tasche behalten darf (noch vor Abzug der Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Energiesteuer, etc., usw.), interessiert auch nur der Netto-Betrag. Dieser lag in 2022 bei 2.590 Euro pro Monat. Das Argument, mit den Sozialabgaben, wachse auch der Rentenanspruch an, kann man sich vorweg ruhig schenken. Dieses müsste erst einmal zum Tragen kommen.

Die gleichen Statistiker sagen, dass das durchschnittliche Einkommen (netto) im Jahr 2019 bei 1.972 Euro lag. Damit zogen die Einkommen binnen 3 Jahren, inkl. „Corona-Rezession“ um rechnerisch knapp 34 Prozent an. Das klingt ein wenig abenteuerlich.

Eine willkürliche Obergrenze gesetzt

Damit war im Jahr 2022 ein jeder gemäß offizieller Definition „Armuts-gefährdet“, der weniger als 1.554 Euro pro Monat zur Verfügung hatte. Doch dieser Wert wurde nicht übernommen, sondern eine eigene Grenze definiert. Die sog. Armutsgefährdungsgrenze im Jahr 2022 betrug 1.250 Euro. Warum? Das wissen nur die Statistiker und ihre Auftraggeber. Dies galt für ein Single-Haushalt. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag der Schwellenwert bei 2.625 Euro im Monat.

Die offiziellen Daten

Diese „Über-den-Daumen-Rechnung“ mit den 60 Prozent des mittleren Einkommens galten bisher jedoch bei moderater Inflation. Dieser moderater Bereich wurde im Laufe des Jahres 2022 allerdings deutlich nach oben hin verlassen. Dies müsste somit ebenfalls noch zusätzlich berücksichtigt werden und scheint mit der „EU-Norm“ auch erfasst zu sein.

Von „reiner Armuts-Gefährdung“ betroffen waren demnach in Deutschland im Jahr 2022 insgesamt 14,7 Prozent der Bevölkerung, bzw. 12,2 Millionen Menschen.

Von „erheblicher materieller und sozialer Entbehrung“ betroffen waren 6,1 Prozent, bzw. 5,1 Millionen Menschen.

Destatis berichtet von 9,7 Prozent der unter 65-Jährigen, bzw. 6,1 Millionen Menschen, die in 2022 in einem Haushalt mit „sehr niedriger Erwerbsbeteiligung“ lebten. Offenbar werden ältere Menschen in die Kategorie der Ruheständler einsortiert.

Eine Darstellung über die „Armuts-Gefährdung“ innerhalb der EU sei derzeit noch nicht möglich. Mehr als die Hälfte der EU-Mitgliedsländer habe ihre Zahlen noch nicht preis gegeben. Warum wohl?

Dieser Weg findet eine Fortsetzung

Hilferuf
Der Hilferuf wird erwidert werden – Allerdings vom (irdischen) Falschen

Die Verarmung der Menschen in den sog. reichen Ländern ist gewollt. Da braucht es weder Kristallkugel, noch Horoskope. Es reicht der Blick in die katholische Soziallehre sowie auf die Einzugsgebiete dieser Kirche im politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich, um die Ziele zu erkennen und auch zu verstehen.

Leider muss aufgrund diverser „Pawlowscher Reflexe“ immer wieder betont werden, dass „etwas verstehen“ nicht gleich „Verständnis haben“ ist.

Armut 2022 in Deutschland – Mit großen Schritten voran
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