Das Triggerwort “Antichrist” ist in aller Munde. Dabei kommt der Begriff in der Bibel gar nicht so oft vor. Lediglich an drei Stellen ist dieser “Antichrist” als solcher bezeichnet. Es gibt aber mehrere historische und aktuelle Gestalten bzw. Institutionen, auf denen diese Bezeichnung durchaus zutreffen kann. Aber es ist nur eine vertreten, auf die alle Beschreibungen passen.
Inhalt / Content
Viel “Antichrist” ist nicht enthalten
Das Wort “Antichrist” ist in der Bibel nur an wenigen Stellen aufgeführt. Dies sogar nur von einem Autor, und zwar Johannes in seinem ersten und zweiten Brief. Konkret in:
1. Johannes 2,18:
“Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, daß der Antichrist kommt, so sind jetzt viele Antichristen aufgetreten; daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist.”
1. Johannes 2,22:
“Wer ist der Lügner, wenn nicht der, welcher leugnet, daß Jesus der Christus ist? Das ist der Antichrist, der den Vater und den Sohn leugnet.”
2. Johannes 1,7:
“Denn viele Verführer sind in die Welt hineingekommen, die nicht bekennen, daß Jesus Christus im Fleisch gekommen ist – das ist der Verführer und der Antichrist.“
Weitere Bezeichnungen des Widersachers
Mehr steht nicht in der Bibel über den wortwörtlichen “Antichrist”. Allerdings gibt es noch anderweitige Bezeichnungen, die durchaus auf die bzw. eine anti-christliche Macht hinweisen. Das sind “Mensch der Sünde” (2. Thessalonicher 2,3), “Sohn des Verderbens” (Johannes 17,12; 2. Thessalonicher 2,3), “Gräuel der Erde” (Offenbarung 17,5) und “Mutter der Huren” (Offenbarung 17,5).

Mit dem Ausdruck “Sohn des Verderbens” gibt es sogar einen unmittelbaren Hinweis auf dessen Charakter. Denn an einer Stelle (Johannes 17,12) bezieht sich diese Bezeichnung eindeutig auf den Verräter Judas, Sohn des Ischariots. Daher liegt es sehr nahe, dass auch der von Paulus erwähnte “Sohn des Verderbens” im Brief an die Thessalonicher einen gleichen Bezug auf den Charakter vornahm, und damit auch den “Mensch der Sünde” in die gleiche Kategorie einreihte, 2. Thessalonicher 2,3:
“Laßt euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muß unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens“.
Anti – Gegen und Anstatt
Zum besseren Verständnisses des Begriffs “Antichrist” muss einem bewusst sein, dass die griechische Vorsilbe “Anti” zweierlei Bedeutungen hat. Einmal die offensichtlich durchaus bekannte Variante in der Verwendung als “gegen, entgegen, gegenüber”, also “gegen Christ”. Und eine weitere im antiken griechischen Sprachgebrauch durchaus gängige, aber heute unübliche Variante, ist die Bedeutung von “anstatt, anstelle von”, also “anstelle Christus”.
Der “Antichrist” gemäß 1. Johannes 2,18
Aus 1. Johannes 2,18 geht hervor, dass es “zur letzten Stunde” offensichtlich viele Antichristen geben wird, besser gesagt, längst gibt. Man braucht lediglich alle Religionen außerhalb des Christentums zu betrachten und stellt sehr schnell eine durchwegs “gegen-christliche”, also “antichristliche” Einstellung vor. Das bezieht sich nicht ausschließlich um die Anerkennung, dass es den Menschen Jesus Christus tatsächlich gab, sondern vielmehr auf die wahre Natur Jesu Christi. Der Islam kennt Jesus (Isa) ebenfalls, aber lediglich als Propheten, nicht aber das Fleisch gewordene Wort Gottes, der Sohn Gottes (Info).
Im Zeitalter der forcierten Ökumene direkt ein “Frevel”, Unterschiede der Religionen hervorzuheben. Man solle sich doch lieber auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren und auf diese hinarbeiten. So fand man als gemeinsamen Nenner für das Christentum, Judentum und den Islam den gemeinsamen Stammvater Abraham. Und schon war auch der Begriff “Abrahamitischer Glaube” geboren und prompt errichtete man Stätten für ein gemeinsames Anbeten, wie das “Abrahamic Family House” in Abu Dhabi (Info).
Der “Antichrist” gemäß 1. Johannes 2,22
Johannes betont, dass der bzw. ein Antichrist die Sohnschaft Jesu leugnet und auch abstreitet, dass es sich mit Jesus Christus tatsächlich um den Messias handelt. Denn das Wort “Christus” stammt vom griechischen Wort “Christos” und dies wiederum bedeutet nichts anderes als “Gesalbter”, auf Hebräisch “Messias”. Jesus der Christus meint damit “Jesus der Messias”. Wie bereits im vorangegangenen Vers trifft dies auf die Religionen außerhalb des Christentums zu. Zwar wird die Existenz Jesu nicht abgestritten, aber dieser sei nicht der Messias gewesen.
Der “Antichrist” gemäß 2. Johannes 1,7
Jene Verführer, die leugnen, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, geben sich damit als solche selbst zu erkennen. Diese Aussage ist ein wenig knifflig, denn das setzt voraus, den Begriff “im Fleisch” in der Gänze zu verstehen, wie es die Bibel tatsächlich ausdrückt.
Dass Jesus Christus ein Mensch war, streiten die Wenigsten ab. Jesus war in Fleisch und Blut, und wer dies offen bezeugt, könne somit nicht der Antichrist sein. Dies wäre die logische Schlussfolgerung. Betrachtet man aber den Begriff “im Fleisch” genauer, sieht die Lage jedoch völlig anders aus.
Der Begriff “Fleisch”

Das in der Bibel beschriebene “Fleisch” hat stets den “Geist” gegenüberstehen. Entweder lebt der Mensch gemäß dem Fleisch oder gemäß dem Geist und das macht den großen Unterschied und betont zugleich die vollständige Bedeutung des Begriffs “im Fleisch”. Ein wichtiger Hinweis ist in Galater 5,16,17 zu finden:
“Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so daß ihr nicht das tut, was ihr wollt.”
Hier wird deutlich, dass “Fleisch” und “Geist” jeweils die gegenüberstehende Stellung einnehmen. Sie sind einander unverträglich und kämpfen sogar gegeneinander. Noch mehr verdeutlicht in Galater 5,24-25:
“Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten. Wenn wir im Geist leben, so laßt uns auch im Geist wandeln.“
Der im Fleisch lebende Mensch folgt somit den fleischlichen Lüsten, kurz, dieser ist nicht nur zur Sünde geneigt, sondern tut die Sünde auch. Dagegen der im Geist lebende Mensch, vom Heiligen Geist geleitet, ist zwar noch in seinem zur Sünde geneigten Körper gefangen, aber durchaus in der Lage, die Sünde als solche zu erkennen, diese zu verabscheuen und auch zu unterlassen. Entsprechend auch die gesonderte Betrachtung durch Paulus, 1. Korinther 15,44:
“es wird gesät ein natürlicher Leib, und es wird auferweckt ein geistlicher Leib. Es gibt einen natürlichen Leib, und es gibt einen geistlichen Leib.“
Tatsächlich “im Fleisch” gekommen?
Jetzt kommt hierzu der “Knackpunkt”, was Jesus Christus als Mensch betrifft. Wie auch in Johannes 1 bezeugt ist, dass das Wort Gottes zu Fleisch wurde und auf der Erde wandelte (Johannes 1,1-3;14), betont Paulus in Römer die Natur des Fleisches Jesu Christi, Römer 8,3-4:
“Denn was dem Gesetz unmöglich war – weil es durch das Fleisch kraftlos war –, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“
Jesus Christus kam im “Fleisch der Sünde”. Das bedeutet nicht, dass Jesus sündhaft war, Er blieb ohne jegliche Sünde, aber dennoch war Jesus im gleichen Körper, mit der gleichen Natur, die des normalen Menschen. Dies war zur Wahrung der Gerechtigkeit auch notwendig. Denn Jesus Christus wollte beweisen, dass der Mensch durchaus ohne Sünde leben kann, wenn dieser sich vom Geist leiten lässt. Jesus hätte in Sünde fallen können, da Satan schließlich auch mehrfach versuchte, Jesus zu Fall zu bringen. Eine mystische Erscheinung Jesu in einem mystischen Körper hätte dieser Voraussetzung, dem Menschen gleich zu sein, nicht gerecht werden können.
Zusammenfassend bedeutet “im Fleisch” gleichzeitig die abgefallene Natur des zur Sünde geneigten Menschen. Das erstrebenswerte Gegenstück ist das Leben “im Geist”.
Antichrist leugnet das Kommen “im Fleisch”

Johannes hebt in 2. Johannes 1,7 hervor, dass es sich mit dem Verführer und Antichristen handelt, wenn dieser leugnet, dass Jesus Christus “im Fleisch” gekommen ist. Gibt es eine solche Religion, welche dies tatsächlich leugnet? Ja, es gibt diese Religion. Allerdings ist dies nicht auf den ersten Blick erkennbar, denn dafür ist die Täuschung zu raffiniert.
Jesus Christus ist als ein normaler Mensch geboren worden. Vom Heiligen Geist gezeugt und von Maria ausgetragen worden. Als normales Baby zur Welt gekommen und auch wie gewöhnlich aufgewachsen. Er fiel weder “urplötzlich” wie ein Stück Obst vom Baum, noch ist Er aus dem Nichts aufgetaucht und in einem Korb im Fluss Jordan gefunden worden. Im “Fleisch der Sünde” geboren worden zu sein, setzt daher voraus, dass die Mutter Jesu ebenso fleischlich, sprich sündiger Natur gewesen sein muss.
Es gibt aber ein “Glaubenszirkel”, der die Mutter Jesu, Maria, als durch und durch sündlos, ohne Flecken und Runzeln, von ihrer Geburt an auf mystische Weise von der “Erbsünde” befreit und daher völlig unbefleckt gewesen sei. Sie sei die zweite Eva, wie noch vor dem ersten Sündenfall. Von ungefallener Natur. Es handelt sich eindeutig um die Maria in der römisch-katholischen Version.
Schlussfolgernd kann Jesus Christus gemäß römisch-katholischer Maria nicht im “Fleisch” (der Sünde) geboren worden sein, denn Maria hatte gemäß dieser Kirche diesen Zustand gar nicht inne. Die römisch-katholische Kirche leugnet das Kommen “im Fleisch” gemäß 2. Johannes 1,7 zwar nicht direkt, aber dennoch klar und deutlich. Von den weiteren auf heidnischen Traditionen basierenden zusätzlichen Fabeln und Legenden rund um die Maria ganz abgesehen.
Nur eine Institution erfüllt alle Beschreibungen
Entsprechend lässt sich auch mit den Begriffen “Sohn des Verderbens”, “Mensch der Sünde”, “Gräuel der Erde” und “Mutter der Huren” nachweisen, dass alle diese Kriterien vom Papsttum und dessen religiöse Einrichtung römisch-katholische Kirche voll erfüllt werden (Info). Die Beweisführung mit dem Blick auf die Historie und der Gegenwart erbringen bereits das Buch Daniel und das Buch der Offenbarung (Info).
Ja, es gibt viele “Antichristen”. So erscheinen auch immer wieder geradezu karikative Figuren, die sich selbst als der “wahre Heilsbringer” darstellen (Beispiel). Vor solchen durchaus ernstzunehmenden Komikern warnte auch Jesus Christus in Matthäus 24. Man soll sie schlicht ignorieren, denn es sind Verführer. Aber es gibt nur eine Institution, auf die alle Beschreibungen des irdischen Bevollmächtigten des großen Widersachers zutreffen, und das ist der “Heilige Stuhl” bzw. die römisch-katholische Kirche.
Prüft alles, das Gute behaltet!
1. Thessalonicher 5,21
Bibelverse aus Schlachter 2000
Deutsch
English






