Es sind neue Thesen über den Verlauf der Auferstehung der Menschen bei Jesu Wiederkunft im Umlauf. Eine abgewandelte Variante der Vorentrückung-These mit gesonderter Auferstehung von Privilegierten für die Regierung auf der Erde.
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Zwei neue Thesen unterwegs
Die umlaufenden Gerüchte über den Verlauf Jesu Christi Wiederkunft, was genau mit den erlösten und verlorenen Menschen passieren wird, sind vielfältig.
These 1: Alle werden gleichzeitig auferstehen
Eines dieser Gerüchte ist die Variante, dass bei Jesu Wiederkunft alle Menschen aus ihren Gräbern hervorkommen werden. Dies sei begründet in einer Aussage in Johannes 5,25:
“Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben.“
Die “eine Stunde” sei es, wo Jesus Christus gesagt haben soll, dass alle Toten zur selben Stunde auferstehen werden. An dieser Stelle wäre es jedoch interessant zu erfahren, was danach eigentlich kommen solle, wenn Erlöste und Verurteilte gleichzeitig auferstünden. Wer befände sich wo und warum?
These 2: Zuerst die Privilegierten
Eine weitere umtriebige Ansicht ist durchaus eine separate Auferstehung zwischen erlösten und später dann die verurteilten Menschen, aber die erste Auferstehung sei lediglich einer begrenzten Anzahl von Auserwählten vorbehalten. Zu denen zählten Könige und Priester, um über die Erde zu herrschen. Dann folge eine zweite Auferstehung für die Gerechten, darunter z.B. Moses, David, Abraham, und gleichzeitig auch die Auferstehung für die Gesetzlosen. Diese müssen sich demnach entscheiden und ihre Treue beweisen, genau wie die Rechtschaffenen, sonst wird ihre Auferstehung eher eine des Gerichts als des Lebens sein.
Verse wie Rosinen herausgepickt

Tatsächlich ist es ein Rätsel, wie man auf derlei Visionen der Auferstehungs-Abfolge kommen kann. Es sieht ganz danach aus, als ob auch hier das selektive Herauspicken von Rosinen aus einzelnen Versen vorgenommen wird, um Gehörtes und Gelesenes zu bestätigen, ohne sich über den Kontext, geschweige weitere Hinweise der Bibel zu kümmern.
Durchaus gäbe bei entsprechender Interpretation auch Daniel 12,2 für die These 1 eine “Bestätigung”, dass alle Menschen, also Gerechte und Gesetzlose, zur gleichen Zeit aufwachen könnten:
“Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen; die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande.“
Dieser Vers könnte aber, wenn man nur will, auch eine zeitliche Differenz beinhalten, denn die Aussage, ob gleichzeitig oder zeitlich versetzt, ist gar nicht enthalten. Leider geben sich viele allzu leicht damit zufrieden, wenn ein Vers in der Lage ist, die eigene Interpretation zu stützen, obwohl diese “treffende” Aussage gar nicht enthalten ist.
Johannes 5 mal “neutral” betrachtet
Nicht wirklich zu rechtfertigende Interpretationsfreiheit gilt auch für die Aussage in Johannes 5,28-29:
“Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.“
“Ha! Alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören!”. Wieder ein (vermeintlicher) Beleg, dass alle Menschen aufstehen werden. Allerdings sollte es eigentlich “klingeln”, wenn der letzte Teil von Vers 25 berücksichtigt wird, wo es heißt: “…wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben.”
Ein Satz, der die Aussage enthält, dass sichtlich nicht alle, die in ihren Gräbern liegen, die Stimme hören werden. Diejenigen aber, welche die Stimme Jesu hören, werden leben. Also gibt es auch verstorbene Menschen, die die Stimme nicht hören und somit auch nicht aus ihren Gräbern hervorgehen werden.
Nahe am Dispensationalismus – Zweite Chance

These 2 ist sehr nah verwandt mit einer weiteren, sehr verbreiteten Irrlehre, dass die christliche Gemeinde vor dem Eintreffen einer “7-jährigen Trübsalzeit” von der Erde entrückt, also in Sicherheit gebracht werden. Nachdem der erstmalig kommende Antichrist erschien und letztendlich abserviert wurde, trete ein 1000-jähriges Reich des Friedens auf der Erde in Kraft. Dies implizierte jedoch eine zweite Chance für alle, also die noch Lebenden und auch Auferstandenen, die sich bisher nicht zum wahren Glauben bekannten.
Eine solche zweite Chance gibt es aber nicht. Zudem handelt es sich mit der Vorentrückung-These um eine Idee aus jesuitischen Federn (Info).
Die Aussage in Hebräer 9,27 grenzt schonmal deutlich ein:
“Und so gewiß es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht,“
Komplette Beschreibung in Offenbarung 20
Im Buch der Offenbarung, Kapitel 20, ist eine Beschreibung über das unterschiedliche Verfahren zwischen Gerechten und Gesetzlosen beschrieben. Geradezu eine detaillierte Darstellung der Abfolge. Die Verse 1 bis 3 verdeutlichen, dass der große Widersacher (und seine Dämonen) für 1000 Jahre handlungsunfähig sein werden. Mit der ersten Auferstehung der Gerechten wird auch das große Gericht eingerichtet über die Gesetzlosen. Die Auferstandenen können sich vom Urteil Gottes überzeugen. Offenbarung 20,4:
“Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und [ich sah] die Seelen derer, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die das Tier nicht angebetet hatten noch sein Bild, und das Malzeichen weder auf ihre Stirn noch auf ihre Hand angenommen hatten; und sie wurden lebendig und regierten die 1 000 Jahre mit Christus.“
Ungerechte werden nicht auferweckt bei erster Auferstehung
Die Verse 5 und 6 beschreiben im Klartext:
“Die übrigen der Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis die 1 000 Jahre vollendet waren. Dies ist die erste Auferstehung. Glückselig und heilig ist, wer Anteil hat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm regieren 1 000 Jahre.“
“Die übrigen der Toten” wurden nicht lebendig. Es sind also definitiv nicht alle Menschen auferstanden, sondern lediglich die als gerecht erklärten Nachfolger Jesu Christi. Wo es eine “erste Auferstehung” gibt, da folgt auch “irgendwann” eine “zweite Auferstehung”.
Die zweite Auferstehung nach 1000 Jahren

Mit den Versen 7 bis 10 sind die 1000 Jahre abgelaufen. Satan und seine ihm nachgefolgten Dämonen werden wieder frei gelassen, um die Heidenvölker zu verführen (täuschen). Bis dahin regierten die Gerechten schon 1000 Jahre zusammen mit Jesus Christus, aber der “Rest” lag noch in ihren Gräbern. Es kam also bereits zur zweiten Auferstehung, und zwar der Verurteilten. Diese bilden nun die Heidenvölker, welche final von Satan getäuscht dazu gebracht werden, die Stadt Jerusalem anzugreifen.
Die Verurteilten haben ihr Urteil erhalten und auch die Begründung verstanden. Was folgt, ist die endgültige Vernichtung durch das vom Himmel herabfallende Feuer. Der “zweite Tod”. Offenbarung 20,11-15 beschreibt detaillierter, wie das Gericht über die Verurteilten verlaufen wird. Es werden Bücher geöffnet, worin die Taten der Menschen aufgezeichnet sind. Ein anderes Buch wird geöffnet, das Buch des Lebens. Steht dort jemand nicht im Buch des Lebens, ist dieser verloren.
Der “zweite Tod” ist die endgültige, unwiderrufliche Auslöschung der Existenz. Die These der “ewig brennenden Hölle” ist übrigens auch einer dieser umtriebigen Fantasiegeschichten (Info).
Zusammenfassung:
Wenn Jesus Christus wiederkommt, sind alle Urteile über einen jeden einzelnen verstorbenen oder noch lebenden Menschen bereits gefällt. Wie anders sollte entschieden werden können, wer bei Jesu Wiederkunft auferstehen und wer im Grab liegen bleibt? Es steht schließlich schon fest bei Jesu Rückkehr. Offenbarung 22,12:
“Und siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden so zu vergelten, wie sein Werk sein wird.“
- Jesus kommt wieder
- Bereits verstorbene Gerechte erwachen und rücken Jesus entgegen
- Noch lebende Gerechte werden verwandelt und rücken Jesus entgegen
- Bereits verstorbene Gesetzlose bleiben in den Gräbern
- Noch lebende Gesetzlose werden spätestens mit 7. Plage getötet
- Satan und Dämonen werden für 1000 Jahre gebunden sein
- Die 1000 Jahre (Millenium) beginnen und Gerettete werden Gerichtsurteile Gottes bestätigen
- Nach 1000 Jahren wird Satan wieder losgelassen werden. Zweite Auferstehung, die der Gesetzlosen
- Angriff auf die Stadt Jerusalem, wo sich inzwischen wieder die Gerechten befinden
- Feuer fällt vom Himmel herab und verzehrt Satan und verurteilte Menschen
- Neuer Himmel und neue Erde werden geschaffen
- Die Ewigkeit beginnt
Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!
Offenbarung 22,17
Bibelverse aus Schlachter 2000
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