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Die Bibel legt sich selbst aus – Beispiel Hure Babylon

Scheinbar geheimnisvolle Beschreibungen verleihen der Bibel etwas vermeintlich Mystisches. So besteht das Buch der Offenbarung aus einer ganzen Ansammlung von Symbolsprache. Doch die Ausleger dieser Symbole brauchen ihre Fantasien eigentlich gar nicht zu bemühen. Die Bibel selbst bietet die Erklärungen. Für Mystizismus bleibt daher kein Raum übrig.

Großer Spielraum für Falsch-Interpreten

Löwe Babylon
Babylon gibt ein gutes Beispiel her
Wer die Heilige Schrift nur oberflächlich liest, gerät im Buch der Offenbarung schnell ins Rätselraten. Im letzten Buch der Bibel ist u.a. von Tieren, Frauen, 2 Zeugen, Wassern und Kelchen die Sprache. Ein Eldorado für Diejenige, welche die zumeist oberflächlichen Bibelleser oder gar bisher Desinteressierte anhand eigenen fantasiereichen Interpretationen auf einen falschen Weg bringen wollen (z.B. Irriges über das Finale). Dabei liefert die Bibel die passenden Antworten selbst. Eine anderweitige Auslegung kann daher getrost als Fantasie abgestempelt werden. Auch beim Thema Bibelauslegung gilt die Regel: Prüfe alles und das Gute behalte. Der Prüfstein sämtlicher umlaufenden Lehren und auch „Eingebungen“ ist und bleibt die Bibel, das Ewige Evangelium. Wer nicht alles selbst anhand der Schrift überprüft, kann schnell im großen Spielraum der Falsch-Interpreten hineingeraten und in die Irre geführt werden.

Beispiele der Selbstauslegung der Bibel

Ein Beispiel für die Selbstauslegung der Bibel zu den beschriebenen Symbolen betrifft die „Hure Babylons“ in Offenbarung 17, welche bereits von den ersten Reformatoren einhellig als die Römisch Katholische Kirche identifiziert wurde. Dieses Merkmal ist zwar aufgrund des „Guten Willens“ innerhalb der Ökumene in den Hintergrund gerückt worden, hat aber aufgrund der Unveränderlichkeit des Evangeliums sowie des „Charakters Roms“ nichts an Wahrheit und Aktualität verloren.

So weist die „Hure Babylons“ (Offenbarung Kapitel 17) klare in der Bibel beschriebene Eigenschaften auf.

Es handelt sich um eine Frau:

„Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das voll Namen der Lästerung war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte.“ (Vers 3).
Eine Frau symbolisiert eine Gemeinde, bzw. Kirche. So zu finden in Epheser 5,31-32:
„»Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«.
Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.“

Diese Frau ist eine Hure:

„Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, wo die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen.“ (Vers 15)
So wie die Frau eine Kirche darstellt, bedeutet eine Hure eine (vom wahren Evangelium) abgefallene Kirche. So in Hesekiel 16,2.15.58:
„2 Menschensohn, halte Jerusalem ihre Gräuel vor,
15 Du aber hast dich auf deine Schönheit verlassen und auf deine Berühmtheit hin gehurt und hast deine Hurerei über jeden ausgegossen, der vorüberging; er bekam sie.
58 Deine Verdorbenheit und deine Gräuel, wahrlich, du musst sie tragen, spricht der Herr.“

Die Frau ist die Mutter aller Huren:

„und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis, Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde“ (Vers 5)
Diese Kirche hat nicht die gleiche Stellung wie andere Kirchen, sondern beansprucht die Rolle der übergeordneten „Mutterkirche“. So wie es u.a. Josef Kardinal Ratzinger in seiner Rolle als Präfekt der Glaubenskongregation im Jahr 2000 feststellte, dass es sich mit der Röm. Kath. Kirche um die Mutter aller Teilkirchen handelte.

Diese Frau (Hure) hält einen Becher in ihrer Hand:

„und sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Gräueln und der Unreinheit ihrer Unzucht,“ (Vers 4)
Wein im Becher symbolisiert eine Lehre (z. B. Evangelium). Die Lehre dieser Hure ist jedoch eine völlige Irrlehre. Becher und Wein werden in Matthäus 26,27-28 erklärt:
„27 Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinkt alle daraus!
28 Denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“

Die Frau sitzt auf einem Tier:

„Und er brachte mich im Geist in eine Wüste. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das voll Namen der Lästerung war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte.“ (Vers 3)
Ein Tier stellt eine politische Macht (Staat, Herrschaftsform) dar, wie z. B. in Daniel 7,17:
„»Jene großen Tiere, vier an der Zahl, bedeuten, dass vier Könige sich aus der Erde erheben werden;“

Die Frau sitzt an vielen Wassern:

„Komm!, ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die an den vielen Wassern sitzt,“ (Vers 1)
Wasser stellen Völker, Sprachen und Nationen dar, wie es selbsterklärend in Offenbarung 17,15 steht:
„Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, wo die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen.“

Die Frau ist geschmückt:

„Und die Frau war gekleidet in Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelsteinen und Perlen;“ (Vers 4)
Viel Schmuck und Pomp symbolisieren Hochmut und Arroganz, so in 2. Mose 33,5-6:
„5 Denn der Herr hatte zu Mose gesprochen: Sage den Kindern Israels: Ihr seid ein halsstarriges Volk! Wenn ich nur einen Augenblick in deiner Mitte hinaufzöge, so müsste ich dich vertilgen. Und nun lege deinen Schmuck von dir ab, so will ich sehen, was ich dir tun will!
6 Da rissen sich die Kinder Israels ihren Schmuck ab beim Berg Horeb.“

Die Frau trinkt das Blut der Heiligen:

„Und ich sah die Frau berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu; und ich verwunderte mich sehr, als ich sie sah.“ (Vers 6)
Die Heiligen sind das Volk Gottes, das von der Frau (Kirche) verfolgt und getötet wird. Dies erklärt Offenbarung 17,6 bereits selbst.

Die Frau sitzt an 7 Bergen:

„Hier ist der Verstand [nötig], der Weisheit hat! Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt.“ (Vers 9)
Die Stadt Rom sitzt auf bzw. zwischen 7 Bergen. Dass es sich um eine Stadt handelt, erklärt Offenbarung 17,18:
„18 Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die Herrschaft ausübt über die Könige der Erde.“

Fazit:

Alleine diese Beschreibungen reichten auch ohne die Erläuterungen in Daniel 7 und 11 aus, um die Röm. Kath. Kirche als das beschriebene Babylon zu erkennen, Ökumene hin oder her. Mit den vorangegangenen Beispielen wird jedoch klar, dass fantasiereiche Auslegungen der Symbole gar nicht notwendig sind, da sich die in sich schlüssige Bibel stets selbst auslegt. Darüber hinaus belegen auch Zeitdokumente die „etwas überhobene“ Selbstbetitelung der Kath.Röm. Kirche.

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