15. April 2021

Zwei Zeugen und das Tier aus dem Abgrund


Eine der „großen Fragen“ zu den Deutungen der Aussagen in der Offenbarung zählen die Zwei Zeugen. Diese werden vom „Tier aus dem Abgrund“ besiegt und getötet werden. Folgend die einzelnen Zusammenhänge und das Resultat aus meiner Sicht.

Zwei Zeugen könnten durchaus symbolisch gemeint sein

Heilige Schrift

Zwei Zeugen werden überwältigt und stehen wieder auf

Zu den „Zwei Zeugen“ in der Offenbarung 11 gibt es offensichtlich keine Klarheit. Um wen könnte es sich handeln, so die große Frage. Die möglichen Antworten beziehen sich meist auf Propheten im Alten Testament, welche in der „Endzeit“ in Erscheinung treten und wie in Offenbarung 11 beschrieben entsprechend handeln. So werden u.a. genannt Moses und Elia, alternativ Henoch und Elia. Dabei stellte sich die Frage, ob es sich mit den Zwei Zeugen zwangsläufig um zwei Menschen handeln muss. Schließlich ist die Offenbarung „randvoll“ mit bildhaften Bezeichnungen, welche nicht im wahrsten Sinne des Wortes mehr-köpfige Tiere mit vielen Kronen und Hörnern aus Meer und Abgrund hervorbringen wird. So symbolisieren die Tiere politische Mächte und beschreiben keine realen Monster. Eine Symbolsprache. Daher ist es sogar sehr wahrscheinlich, dass es sich mit den Zwei Zeugen ebenso um eine symbolische Darstellung handeln kann. So könnte es sich mit den Zwei Zeugen durchaus um das Evangelium in Form des Alten und Neuen Testamentes handeln. Für die ersten Jahrhunderte nach Niederschrift der Offenbarung sicherlich eine „große Unbekannte“, da die Bibel erst zu einem späteren Zeitpunkt die bis heute beibehaltene Form erhielt. Aus heutiger Sicht (nach quasi Entsiegelung) aber durchaus nachvollziehbar.

Das sagt Offenbarung 11,3-14 über die Zwei Zeugen


3 Und ich will meinen zwei Zeugen geben, dass sie weissagen werden 1 260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch.
4 Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen.
5 Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, muss er so getötet werden.
6 Diese haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung; und sie haben Vollmacht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie wollen.
7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, mit ihnen Krieg führen und sie überwinden und sie töten. Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt, wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist.
9 Und [viele] aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen werden ihre Leichname sehen, dreieinhalb Tage lang, und sie werden nicht zulassen, dass ihre Leichname in Gräber gelegt werden.
10 Und die auf der Erde wohnen, werden sich über sie freuen und frohlocken und werden einander Geschenke schicken, weil diese zwei Propheten diejenigen gequält hatten, die auf der Erde wohnen.
11 Und nach den dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und eine große Furcht überfiel die, welche sie sahen.
12 Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel, die zu ihnen sprach: Steigt hier herauf! Da stiegen sie in der Wolke in den Himmel hinauf, und ihre Feinde sahen sie.
13 Und zur selben Stunde entstand ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel; und es wurden in dem Erdbeben 7 000 Menschen getötet. Und die Übrigen wurden voll Furcht und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.
14 Das zweite Wehe ist vorüber; siehe, das dritte Wehe kommt schnell!

Die Zeiten wandelten – Das Evangelium blieb bestehen

Man darf nicht aus den Augen verlieren, dass diese Offenbarung im Bereich von 90 n.Chr. verfasst wurde und sich dieser Text bzw. die Aussagen des „Ewigen Evangeliums“ über die Jahrhunderte hinweg nicht änderte. Was sich in den vergangenen knapp 2.000 Jahren änderte sind die aus heutiger Sicht historischen Entwicklungen sowie die Sichtweisen der Menschen. Entsprechend waren die Aussagen der Offenbarung zum damaligen Zeitpunkt reine Zukunftsvisionen. Doch die Zukunft hat die Menschheit längst eingeholt. Vieles ist bereits eingetreten, einiges wird noch kommen. Daher wurden im Laufe der geschichtlichen Entwicklungen auch die eine und andere Aussage in der Heiligen Schrift verständlich, während sie in der Vergangenheit Rätselraten erzeugten.

Weissagung ist nicht gleich Zeugnis abgeben

Eine Kernaussage zu den Zwei Zeugen ist deren „Weissagung für 1260 Tage“. Eine Weissagung ist Prophetie. Ist der Zeitraum dieser Prophetie bereits eingetreten, dann kann auch die Weissagung beendet werden, da diese schließlich erfüllt wurde. Doch damit ist die „Aufgabe“ der zwei Zeugen wohl noch nicht beendet. Die Zwei Zeugen haben noch Zeugnis abzulegen. Ich halte das Zeugnis ablegen für das Evangelium für sehr wahrscheinlich, denn dieses ist gültig bis ans Ende der Tage. Damit rückt auch die Aussage über die „Vollendung ihres Zeugnisses“ in den Mittelpunkt. Dies muss letztendlich nicht zwangsläufig mit dem Ende der Weissagung zusammentreffen, sondern zu einem späteren Zeitpunkt eintreffen. Weissagung und Zeugnis ablegen sind zweierlei Dinge. Die 1260 Tage sind in der Prophetie als Jahre auszulegen. Ebenso wie an anderen Stellen die 42 Monate und „Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit“ jeweils 1260 Jahre beschreiben. Die 1260 Jahre sind aus heutiger Sicht bereits abgelaufen. Wie sprichwörtlich „die Faust aufs Auge“ passt dazu das oft zitierte Jahr 1798. In diesem Jahr verlor das Papsttum die politische Macht. Das Tier (aus dem Meer) gemäß Offenbarung 13 erhielt die „tödliche Wunde“.

Das Tier aus dem Abgrund – Politische Macht

Dann erscheint das „Tier aus dem Abgrund“, welches die Zwei Zeugen überwinden und auch töten wird. Details zu diesem Tier sind in Offenbarung 17 beschrieben. Es handelt sich um das Tier, auf das die „Hure Babylons“ sitzt. Dieses Tier hat sieben Köpfe und zehn Hörner. Die Bibel erklärt selbst, dass es sich mit den sieben Köpfen um sieben Berge handelt, auf der die Frau sitzt. Diese sieben Köpfe werden auch mit Königen in Verbindung gebracht. Offenbarung 17,10-11:
„Und [es] sind sieben Könige: Fünf sind gefallen, und der eine ist da — der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er für eine kurze Zeit bleiben. Und das Tier, das war und nicht ist, ist auch selbst der achte, und es ist einer von den sieben, und es läuft ins Verderben.“
Die zehn Hörner sind zehn Könige, welche erst ein Reich erhalten werden. Diese werden wie Könige zusammen mit dem Tier Macht erlangen, für eine Stunde. Prophetisch ist eine Stunde sehr kurz und entspricht 15 Tage. Auffällig ist die Formulierung „wie Könige“. Offenbar sind diese es de facto nicht, aber erscheinen als solche. Sehr interessant ist auch die Aussage, dass diese zehn Hörner (Könige) auf dem Tier die Hure hassen und diese entblößen, sie verzehren und mit Feuer verbrennen werden. Die Könige vereinigen sich also mit dem Tier und die „Hure Babylons“, welche darauf sitzt, wird vernichtet werden. Könige und Tier werden zusammen Krieg gegen das Lamm führen und das Lamm wird sie besiegen.

Eine Frau symbolisiert eine Kirche bzw. Gemeinde. Eine Hure ist eine entsprechend abgefallene Kirche bzw. Gemeinde, welche falsche Lehren in der Welt verbreitet. Ein Tier ist eine politische bzw. staatliche Macht. Gemäß Offenbarung werden die zehn (quasi) Könige zusammen mit dem Tier (politisch) die gefallene Kirche (religiös) vernichten.

Die mögliche Abfolge der 7 (8) Könige

Angelehnt an die Abfolge gemäß Daniel und den weiteren Beschreibungen der „Hure Babylons“ gemäß Offenbarung 17 ist folgende Betrachtungsweise durchaus möglich. Mit den bereits gefallenen 5 König(-reichen) handelt es sich um die Reiche Babylons, Medo-Persiens, Griechenlands, Roms und das des politischen Papsttums (bis 1798, „tödliche Wunde“). Im Anschluss folgten die Regierungsformen nach der „Philosophie“ („Göttin der Vernunft“) der Französischen Revolution, also Demokratien in den unterschiedlichen Formen. Das entspräche dann dem sechsten König. Der siebte König (Machtgebilde) bleibt nur für eine kurze Zeit. Spätestens nach dem 2. Weltkrieg stiegen die USA als eine Weltmacht auf. Schon jetzt ist klar, dass das gestartete Projekt „full global dominance“ als gescheitert erklärt werden kann. Zumindest der Bereich, welcher offenkundig zu Tage tritt. Es bildet sich mit China und Russland eine multipolare Welt hervor. Der „Stern USA“ ist nach einigen Jahrzehnten Monopolmacht am Sinken. Auch wenn dieser gemäß Offenbarung 13 für die „päpstliche Macht“ als das Tier aus der Erde sehr unterstützend wirken wird. Dann folgt aber der achte und gemäß Offenbarung auch der letzte König. Dieser wird das Tier aus dem Abgrund sein und eben jenes Tier war bereits einer von den vorangegangenen sieben Königen. Da es wohl kaum die antiken Königreiche Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom sein werden, ebenso wenig wie die USA, da es ansonsten keinen Wechsel zwischen siebten und achten König gäbe, blieben nur politisches Papsttum sowie das „Revolutions-Gebilde Demokratien“. Da es sich lt. Offenbarung 17,9 mit dem sieben Köpfen des Tieres um die sieben Berge handelt, auf der die Frau sitzt und lt. Offenbarung 17,18 es sich mit der Frau um die „große Stadt“ handelt, welche Macht auf die Könige der Erde ausübt, bleibt sinngemäß nur die Stadt Rom und damit das politische Papsttum als einzig möglicher Kandidat übrig.

Für die zehn (quasi) Könige, welche erst ein Reich erhalten werden, würde ein bereits aus den 1970-ern bestehendes Konzept der „Strategen“ des „Club of Rome“ passen. Dieses Konzept wurde erst vor wenigen Jahren wieder aufgefrischt und beschreibt eine Weltregierung, in der sämtliche Länder in 10 Regierungszonen eingeteilt sind.

Der „Sieg“ über die Zwei Zeugen samt der Frau

Der Zusammenhang zwischen dem Tier aus dem Abgrund und den Zwei Zeugen steht im Einklang, wenn die Anstrengungen zu einer „globalen Einheitsreligion“ betrachtet werden. In dieser „Weltreligion“ werden Katholische und Protestantische Kirchen keinen Platz mehr haben. Da der Protestantismus ohnehin seit spätestens Okt. 2017 nicht mehr existiert, kann im Sinne der „Mutter Rom“ auch schlicht von „Kirche“ gesprochen werden. Die Kirche steht im Mittelpunkt wenn es sich um „Glaubenskriege“, Elend, Verfolgung, Mord und Totschlag im (missbrauchten) „Namen Christi“ handelt. Die Gräueltaten über die Jahrhunderte hinweg können auch dann nicht ungeschehen gemacht werden, wenn man diese nicht oder kaum mehr anspricht. Mit dem „Einstampfen“ der Kirche (10 Könige und Tier werden Frau vernichten) ist auch das Evangelium hinfällig und dieses besteht aus dem Alten Testament und dem Neuen Testament, als zwei Einheiten, oder auch Zwei Zeugen. Die „Weltreligion“ wird mit dem Evangelium nichts mehr gemein, geschweige etwas zu tun haben wollen. Es handelt sich um eine angestrebte „friedliche Vereinigung“ der Menschheit im Sinne einer „Menschheitsfamilie“, welche sich auszeichnet durch Brüderlichkeit, Solidarität, Gemeinwohl, soziale Gerechtigkeit und einer zu verehrenden „Mutter Erde“ im Sinne des Natur- und Klimaschutzes. Das augenscheinliche Zentrum wird Jerusalem sein (Thema 3. Tempel und Ökumene), denn:
„Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt, wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist.“.

Der „große Jubel“ und die „dicke Überraschung“

Mit den Zwei Zeugen kann es sich deshalb durchaus um das Evangelium (AT & NT) handeln, welches samt der Kirche „eingestampft“ wird. Gemäß Offenbarung werden die Menschen über die Vernichtung der Zwei Zeugen jubeln, welche für die Vergangenheit nur für „Kriege und Elend“ verantwortlich gemacht werden. Dies hält für 3,5 Jahre (prophetische 3,5 Tage) an und wird auch beständiges Thema bleiben. Diese Zeit wird für die am Evangelium festhaltenden Menschen eine Zeit der schlimmsten Verfolgung sein. Letztendlich sind es die Menschen selbst, welche die im wahren Glauben lebenden Menschen aufgrund ihrer „Gefährlichkeit gegenüber des Gemeinwohls“ hassen und verfolgen werden.

Die Offenbarung schreibt den Zwei Zeugen große Macht zu. Dies kann durchaus ebenfalls als symbolisch betrachtet werden, da Gottes Wirken „quasi im Hintergrund“ offenkundig ist. Schließlich schafften es die Gegner des wahren Evangeliums nicht, die Wahrheit in Wort und Schrift auszurotten. Weder die Gegenreformation seit dem 16. Jahrhundert, noch die Franz. Revolution samt den Bibelverbrennungen vermochten die Heilige Schrift auszurotten. Im Gegenteil. Mitte des 19. Jahrhunderts explodierte die Verbreitung des Evangeliums förmlich. Die Bibel fand eine weltweite Verbreitung in immer weiter abgelegene Orte in immer mehr Sprachen. Im Alten Testament sind die Eingriffe Gottes ins weltliche Geschehen vielfach dokumentiert. Sei es gegen die Assyrer oder Babylonier oder eben auch als Züchtigung gegen Sein „abdriftendes“ Volk. So mag auch der katastrophale Ausgang des Angriffs der Spanischen Armada gegen England aufgrund von Naturgewalten als eine derartige „Fügung“ interpretiert werden. Die damalige Königin Elisabeth I. hatte es immerhin gewagt, das protestantische Glaubensbekenntnis auszusprechen und damit an der erst wenige Jahre zuvor ins Englische übersetzte Bibel festzuhalten. Der Papst war darüber „not amused“ und entsandte auch aus wirtschaftlichen Interessen seinen getreuen und untertänigsten König Spaniens, Philipp II gen England, um dort für „Recht und Ordnung“ zu sorgen.

Diese Zwei Zeugen (Evangelien) werden gemäß Offenbarung am Ende der 3,5 Jahre von Gott wieder belebt und sie steigen in den Himmel auf. Die Menschen bekommen es mit der Angst zu tun, die Erde wird beben und die Stadt in Teilen zerstört. Die „Übrigen“ geben dem „Gott des Himmels die Ehre“. Im Anschluss folgt gemäß Offenbarung die 7. Posaune und dieses Ereignis ist nichts Geringeres als der „Finale Akt“, indem Jesus als Richter wiederkehrt. Zu diesem Zeitpunkt werden die toten Gerechten auferstehen und die noch lebendigen Gerechten verwandelt, gemeinsam zu Jesus entrückt. Diese Ereignisse treffen zusammen mit den Zwei Zeugen, denn das Evangelium hat zu diesem Zeitpunkt (bis ans Ende der Zeiten) seine Aufgabe erfüllt.

Sehr gut zu den Ereignissen dieser Zeit der „über den Tod der Zwei Zeugen jubelnden Menschen“ passt auch die Aussage in 1. Thessalonicher 5,2-3: „Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie nämlich sagen werden: »Friede und Sicherheit«, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen.“.

Andere Interpretationen zu den Zusammenhängen zwischen den Zwei Zeugen und dem Tier aus dem Abgrund sind natürlich möglich. Mit dem Fortschreiten der beobachtbaren Entwicklungen kristallisieren sich die Einzelheiten langsam (aber immer schneller) heraus. Wie auch immer die Details tatsächlich eintreffen werden, die „letzte Warnung“ gewinnt stets an Bedeutung.




Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.