Was 426 Mrd. Dollar Vermögen eigentlich bedeuten


In Davos tagt wieder einmal das jährliche Wirtschaftsforum. Die Eliten der Welt finden zusammen und klopfen sich gegenseitig auf die Schultern. Pünktlich lieferte Oxfam einen aktuellen Bericht zur aktuellen Lage des verteilten Weltvermögens ab. Demnach können die 8 reichsten Menschen die gesamte ärmere Hälfte der Welt locker in die Tasche stecken. Die Superreichen teilen sich zusammen rund 426 Milliarden US-Dollar.

Ein Riesenvermögen ist aber immer noch nicht genug

Gier

426 Mrd. USD - Es reicht einfach noch nicht

Wenn alljährlich das Wirtschaftsforum im US-amerikanischen Davos startet, ist die aktuelle Studie zu den „Vermögen in der Welt“ von der Hilfsorganisation Oxfam auch nicht mehr weit. Die Studie wurde anlässlich der bevorstehenden „Davos-Tagung“ inzwischen veröffentlicht.

Das Wirtschaftsforum in Davos wird veranstaltet von den „elitären Reichen“ in aller Welt. Mit ein paar Milliönchen in der Tasche braucht man erst gar nicht in den Briefkasten sehen, ob da ggfs. eine Einladung eingeflattert sein könnte. Die Chancen auf eine Teilnahme stehen allerdings höher, wenn die Milliarden-Grenze bereits überschritten wurde.

Über die Zustände zur Verteilung der Vermögen innerhalb der Menschheit kümmert sich Oxfam jedes Jahr auf’s Neue. Derzeit besitzen lt. Studie die acht reichsten Personen der Welt über ein größeres Vermögen als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. 8 Menschen besitzen zusammen rund 426 Milliarden US-Dollar und die ärmere Hälfte der Menschheit ca. 409 Milliarden Dollar.

Im vergangenen Jahr waren es lt. Oxfam-Studie noch 62 Superreiche notwendig, um das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung aufwiegen zu können. Nun habe sich aber aufgrund der Erhebung von aktuelle Daten aus Indien und China ergeben, dass die ärmere Hälfte noch ärmer ist als bisher angenommen.

Osfam betont, dass es sich mit der Studie um keine wissenschaftliche Arbeit, sondern um eine möglichst der Realität herankommenden Schätzung handelte.

Die „Top 8“ der Forbes-Reichenliste 2016

  • 1 – Bill Gates – 75 Milliarden USD
  • 2 – Amancio Ortega – 67 Milliarden USD
  • 3 – Warren Buffet – 60,8 Milliarden USD
  • 4 – Carlos Slim – 50 Milliarden USD
  • 5 – Jeff Bezos – 45,2 Milliarden USD
  • 6 – Mark Zuckerberg – 44,6 Milliarden USD
  • 7 – Larry Ellison – 43,6 Milliarden USD
  • 8 – Michael Bloomberg – 40 Milliarden USD
  • Summe – 426,2 Milliarden USD

Da wohl weder die Forbes-Redaktion, noch die Forscher von Oxfam bei einen der Top-8-Superreichen um eine persönliche Auskunft über die Vermögensverhältnisse gebeten haben dürften, liegen die zwei „unterschiedlich“ Schätzungen allerdings sehr verdächtig beieinander.

Egal. Wäre die Welt um ein spürbares Stück gerechter, wenn es statt 8 nun die 20, 50, 100 oder 1000 reichsten Menschen sein würden, die das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung in die Tasche stecken könnten?

Zum Thema „Geld arbeitet“

426 Milliarden Euro hört sich groß an, sieht allerdings klein aus, ist aber wohl kaum mehr zu begreifen. Was machen mit soviel Vermögen? Es anlegen und „arbeiten lassen“, so auch die Devise zahlreicher Kleinsparer.

Dass Geld allerdings nicht arbeiten kann, sondern für die Mehrung des Vermögens irgendein anderer Prozess durchlaufen werden muss, ist leider nur für wenige von Bedeutung. Hauptsache das Geld vermehrt sich irgendwie.

Ein einfaches Rechenbeispiel mit sehr „konservativen“ Werten könnte die Dimensionen aufzeigen, mit der man / die Menschheit es zu tun hat.

Man legt das Geld der 8 Superreichen auf ein Tagesgeldkonto mit derzeit Eurozonen-mickrigen 0,1 Prozent p.a. Zinsen an. Pro Jahr fiel somit für eine Einlage von 426 Milliarden US-Dollar ein Zins von 426 Millionen US-Dollar (426.000.000) an, bzw. 35,5 Millionen pro Monat, bzw. 1,18 Millionen Dollar pro Tag.

Das Geld „arbeitet“ ganz schön heftig. Wenn Geld schon selbst keinen Finger rühren kann, woher kommen dann die Zinsen? Die jährlichen Renditen müssen schließlich irgendwo geschaffen werden, damit diese auf dem Konto des Anlegers gutgeschrieben werden können. Da Geld nicht vom Himmel fällt, nichts erarbeiten oder produzieren kann, bleibt am Ende nur der Mensch übrig.

Nur der Mensch (und ggfs. seine erfundenen Maschinen) kann arbeiten, sonst nichts und niemanden. Wenn der Anleger seinen Zins haben möchte, dann muss dies ein anderer Mensch (oder der Sparer selbst) durch produktive und immer billiger entlohnte Arbeit besorgen. Der Arbeitnehmer wird entlohnt („abgespeist“), das Unternehmen fährt die Gewinne ein und schüttet ggfs. Dividenden an die Aktionäre aus. Im Beispiel wäre dies z.B. das Tagesgeldkonto. Das Geld wurde allerdings noch immer nicht geschaffen. Vorab ist die Aufnahme eines Kredites notwendig. Nur mit der Kreditaufnahme wird in der Regel anteilig zu 90 Prozent buchstäblich aus dem Nichts Geld generiert.

Wenn eine Anlagensumme von 426 Milliarden Dollar mit einem jährlichen Zinssatz von 0,1 Prozent bedient werden will, müssten jeden Monat rund 15.434 Arbeitnehmer mit einem durchschnittlichen Brutto-Lohn von 2.300 Dollar vollständig auf ihr Einkommen verzichten und es direkt auf die Sparkonten der Milliardäre überweisen.

1 Prozent Rendite kommen der Realität schon näher und würden pro Monat gut 154.000 Arbeitnehmer und ihr komplettes Einkommen in Anspruch nehmen, nur für die Zinszahlung. Da man schließlich nicht geizig sein will, kann den 8 Superreichen eine jährliche Rendite von 4 Prozent zugesprochen werden. Macht unterm Strich 616.000 „freiwillige“ Arbeitskräfte, die ihre gesamte Arbeitskraft (2.300 Dollar Monatslohn) in die Zinszahlung der Milliardäre stecken.

Selbst das o.g. Beispiel vermag die wirkliche Dimension noch nicht wirklich darzustellen. Es handelt sich schließlich nur um die 8 Reichsten. Allerdings deutet es schon klar darauf hin, wohin die Reise gehen muss. Eine immer größere und verbreiterte Armut zugunsten einer immer geringer aber reicher werdenden Spitze. Dies alles aufgrund des künstlich geschaffenen Systems der Geldschöpfung und Zinsen sowie Zinseszinsen. Das erklärt auch den krankhaften Zwang zum „ewigen Wachstum“.

Die Armen hat es inzwischen schon erwischt. Sie sind unten, bleiben unten und erhalten zunehmend „Verstärkung“ durch Gleichgestellte. Die Zinswucherung muss sich jedoch weiter ernähren. Der Mittelstand ist in der BRD bereits in Angriff genommen. Für die überwiegende Mehrheit kann der Weg nur nach unten gehen. Wer heute 1, 10 oder 40 Millionen in der Tasche hat, mag sich vielleicht noch in Sicherheit wiegen. Allerdings sollte er zusehen, wie er die Vermögensleiter mit erhöhter Beschleunigung nach oben kommt. Der Zinsfraß wird sonst auch ihn unweigerlich einholen.

Soll mir nochmal ein Politiker daherkommen und von Aufschwung und Wohlstandssicherung schwätzen…


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