Ein Schlag ins Gesicht – Gesteigerte Erwerbsverpflichtung

Nach meiner Meinung etwas schizophren – Pflicht zu mehr Arbeit – Wo?

Ein Monsterwort: „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ – Seit 01.01.2010 aktuell!
Orientiert an der Düsseldorfer Tabelle für Unterhaltsbeträge für minderjährige Kinder setzt sich der neu errechnete Mindestunterhalt zusammen. Der Kindesunterhalt wird somit im Regelfall kräftig in die Höhe geschraubt. Der Mindestunterhalt ersetzt schon seit 01.01.2008 die ggf. vorher festgelegte Regelbetragsverordnung seitens des Familiengerichts. Eine „Anpassung“ des Kinderunterhalts erfolgt daher schon zwangsläufig.
Vor allem regelt die „gesteigerte Erwerbsverpflichtung“ gegenüber minderjährigen Kindern das „Restliche“, welches so Manchen den Rest geben kann.

Was bedeutet nun diese „gesteigerte Erwerbsverpflichtung“?
Dies betrifft vor allem die unterhaltspflichtigen (Ex-) Ehegatten bei denen die Kinder eben nicht wohnen. Einfach ausgedrückt heißt diese Erwerbsverpflichtung schlicht Mehrarbeit, koste es was es wolle. Ob zusätzlicher Nebenjob, anderweitige Nebeneinkünfte, (noch mehr) Überstunden oder Akkordarbeit, was auch immer, Hauptsache es wird irgendwie mehr verdient, damit der Mindestunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle bezahlt werden kann. Nur ist das alles reine Theorie, die Praxis sieht allerdings teilweise völlig anders aus.
Es gibt noch andere Bereiche als die Industrie-Branchen, welche von den Gewerkschaften „betreut“ werden, welche beinahe jährlich um Lohnerhöhung „kämpfen dürfen“. Da sind zum Beispiel Branchen in denen die Regelung eines Zeitkontos gilt. Hier werden Überstunden fein säuberlich auf Papier gebracht, damit sie (vielleicht) irgendwann wieder abgefeiert werden können. Reines Papier mit theoretischen „Frei-Stunden) ist allerdings kein Zahlungsmittel.
Wie kann die Praxis noch aussehen? Da wäre zum Beispiel das äußerst „stabile“ Einkommen, direkt unberührt über viele Jahre hinweg. Die letzte nummerische Änderung zum Bruttobetrag ggf. die DM-Euro Umstellung und der stetig jährliche Wechsel von mehr Sozialabgaben und (scheinbaren) Steuersenkungen.

Wie sieht es bei den Lebenshaltungskosten aus?
Der Düsseldorfer Tabelle ist es egal wo man wohnt, ob irgendwo auf der Heide oder im, so wie ich es nenne, „Bermudadreiecks“ Oberbayerns. So ziemlich die teuerste Gegend überhaupt, irgendwo im Dreieck München-Starnberger See-Tegernsee.
Inflation hin, Inflation her. Die Statistiken zu den Teuerungsraten werfen mit Vorlieb vor allem die wirklich gesenkten Preise zu Häuf in den Berechnungs-Topf. Wer kann allerdings schon in einen Computer, in einen Flachbildschirm oder in den neuen HDTV-Receiver beißen, um seinen Vitamin-Bedarf zu decken? Lebensmittel, Strom, Gas und Heizöl, sowie Kleidung ist wohl das Notwendige und hier sieht die Welt gegenüber dem Geldsäckel schon ganz anders aus.

Also – gesteigerte Erwerbsverpflichtung – verpflichtet zu mehr Erwerb
Fein, dann mal los, gleich morgen. Einfach beim nächsten potenziellen Neben- Arbeitgeber anklopfen und die Papiere fertig machen, allerdings schön hübsch beim Haupt- Arbeitgeber anmelden und genehmigen lassen. Ist doch klar, dass bei der augenblicklichen Arbeitsmarkt-Lage die eigentliche Qual die (Aus-) Wahl ist…………..

Ach so, Du bekommst nicht so schnell oder überhaupt einen Nebenerwerb?
Auch egal, dann wird es eben fiktiv zum Mindestunterhalt angerechnet, ganz so als gäbe es einen gesteigerten Erwerb zur Pflichterfüllung. Die Tabelle ist jedenfalls einzuhalten….
Die gesteigerte Verpflichtung zum Erwerb gegenüber der steigenden Arbeitslosenzahl und dem „Zerfall“ der deutschen Wirtschaft. Was dem einen gegeben wird, darf der andere (irgnd wie) doppelt bezahlen…
Ich kann mir gut vorstellen, dass der Eine oder Andere weit unter diesem sog. Existenzminimum oder auch Selbstbehalt rutscht, vor allem wenn der neu berechnete Mindestunterhalt mehr als verdoppelt (!) wird. Wer darf da wieder einspringen? Die kürzlich gekippte Hartz IV-Regelung…

Prost Mahlzeit, wo ist der Sinn für die Realität eigentlich geblieben?

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