Die Berechnung der Staatsschulden nach Franz Josef Strauß

Historische Bundestagsrede des Bayerischen Ministerpräsidenten

Franz Josef Strauß war gewiss kein unumstrittener Politiker, aber sein Wirken als Ministerpräsident (CSU) in Bayern ist bis zum heutigen Tage deutlich sichtbar. Strauß wandelte bis zu seinem Tod, im Jahre 1988, das „Agrarland“ Bayern in eine Industrie- und Wirtschaftsmetropole, die als einer der stärksten im gesamteuropäischen Raum gilt. Seine Gegner haßten und fürchteten ihn zugleich. Seine politische Karriere ging über das Amt des Bundesverteidigungsministers bis hin zum Bayerischen Ministerpräsidenten, das Amt das er selbst als das „Höchste“ im Bundesgebiet bezeichnete.

Politisch und geschäftlich reichte Strauß so schnell keiner das Wasser, auch wenn es nicht immer mit „rechten Dingen“ zugegangen ist. Wenn Strauß jedoch in Bayern als ein „Bazi oder Hund“ bezeichnet wird, ist das als ein echtes Kompliment zu verstehen.
Für echte Highlights sorgte Strauß immer wieder bei seinen Reden im Deutschen Bundestag. Wortgefechte zwischen Strauß und Wehner haben Kultstatus erreicht. Den politischen „Erz-Feind“ Helmut Schmidt (SPD), behandelte Franz Josef Strauß in der Öffentlichkeit niemals mit Samthandschuhen, schon gar nicht als Schmidt das Amt des Bundeskanzler inne hatte. Angriffe gegen die „rote“ SPD gehörten für Strauß zum normalen Tagesablauf.

Franz Josef Strauß

Franz Josef Strauß

So ist eine Rede im Bundestag aus dem Jahre 1979 bis heute in Erinnerung geblieben. Ein passendes, bis heute gültiges Thema, welches „lediglich“ andere Dimensionen angenommen hat. Die Staatsverschuldung Deutschlands. Damals ging es gerade mal um 35.5 Mrd. DM, also rund 17 Mrd. Euro. Hat doch die Hypo Real Estate erst kürzlich im Keller eine Kiste mit rund 55,5 Mrd. Euro (rund 115 Mrd. DM) gefunden. Der Staatshaushalt von damals wäre mit einem Schlag ausgeglichen worden und es hätte sogar noch gereicht, ein monströses Fass aufzumachen.
Um monströse Zahlen handelte auch die Rede von Franz Josef Strauß. Er berechnete die Ausmaße, wenn die Staatsschulden in der Papierform Geld augenscheinlich geworden wären. Eine erheiternde Rede, aber der Versuch, die Schuldenmenge begreifbar zu machen. Legt man die „Wunsch-Summe“ des EFSF in Höhe von 1 Billionen Euro gegenüber, geraten sogar die greifbaren Bilder außerhalb der Vorstellungskraft.

Staatsschulden 1979 gegenüber EFSF 2011 – gerechnet „nach Strauß“

„Dimensionen“ der Schulden 35,5 Mrd. DM 1000 Mrd. Euro
Höhe 1000,- DM Scheine/
500,- Euro Scheine
3.550m 100km
Gewicht 1000,- DM Scheine/
500,- Euro Scheine
2.800 t 78.876 t
Güterzüge 100,- DM Scheine/
50,- Euro Scheine
186 St. 5.240 St.
Die Euro-Scheine sind zur Vereinfachung halbiert, damit „grob“ Euro und DM gleichgestellt sind

Es ist jedoch bemerkenswert, dass sogar Helmut Schmidt als Bundeskanzler zu seiner Zeit, bereits Deutschland als „Wohlfahrts-Staat“ in seiner Größenordnung kritisierte.



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Die Bundestagsrede von Franz Josef Strauß – Der Ausschnitt



Bildquelle: http://www.defenseimagery.mil/ – US-Regierung, gemeinfrei

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