Bald wird Weihnachten zur Sonnwende gefeiert werden, oder nicht?

Sommer, Sonne, Strand und Adventszeit fallen zusammen

Ein kurzer Besuch in der alten Heimat hatte eine doppelte Irritierung zur Folge. Einmal die Zeitverschiebung um 5 Stunden zurück und die überraschende „jahreszeitliche Orientierungslosigkeit“. Nur eine einzige Einkaufstour in lediglich zwei Ladengeschäften haben mich völlig durcheinander gebracht.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als wir als Kinder im Herbst so langsam darüber nachdachten, was sich zu Weihnachten gewünscht werden könnte. Wunschäußerungen wurden von den Eltern, sagen wir mal, zur Kenntniss genommen. Das wirklich erste Highlight der Vorweihnachtszeit war jedoch das Wochenende zum 1. Advent. Traditionell ein Termin für das gemeinschaftliche „Ritual“ des Plätzchen backens. Der darauf folgende Montag bot schon das nächste Hightlight. Die Geschäfte schmückten ihre Schaufenster und Einrichtungen mit weihnachtlicher Dekoration und erweiterten die Sortimente um die heißersehnten Leckereien. Die Marzipan-Riegel, Christstollen, Schoko-Kugeln und -Weihnachtsmänner, Lebkuchen und Zimtsterne waren jedesmal ein Anlass für „Diskussionen“ beim Einkauf der Lebensmitteln. Egal, die Vorfreude auf Weihnachten wurde mit jedem Tag größer, die Wochen zwischen den Adventstagen wurden immer länger.

Mein letzter Heimatbesuch war nicht nur klimatisch ein Temperatursturz, sondern alleine der Anblick des Weihnachtsmannes in der ersten August Woche ließ es mir ganz besonders eiskalt den Rücken runter laufen. In Bayern die erste Woche der Sommerferien am Laufen und der Schoko-Weihnachtsmann im Supermarkt beginnt schon jetzt das Nerven. Der Spruch „…wenn Weihnachten und Ostern zusammen fallen…“ hatte sich spätestens dann realisiert, als ich im nächsten Ladengeschäft den „Restposten“ der Schoko-Hasen an der Kasse entdeckt hatte…

Weihnachtsverkäufe

Advent, Advent, das Kerzlein im Biergarten brennt *

Über die vergangenen Jahre fanden die Weihnachts-Süssigkeiten jedes Jahr immer früher ihren Platz in den Regalen der Geschäfte und Supermärkte. In dieser Runde hat die „Spirale des Konsums“ einen erneuten Höhepunkt erreicht. Was soll das?!
Wer veranlasst so etwas aus welchen Gründen? Wer badet solche Gedanken aus? Wer kommt auf die Idee, dass Lebkuchen und Christstollen zusammen mit Schoko-Weihnachtsmänner und Marzipanriegel die Grillwürstel und Steaks auf dem sommerlichen Seeufer-Grill verdrängen sollten? Wer hat den Einfall, dass Plätzchen, Apfel-Zimt-Quark und Glühwein am sommerlichen Strand wohl am Besten schmecken könnten? Gab es ein Bürgerbegehren, welche den Wunsch, ja die Sucht nach Weihnachtsgebäck direkt forderte?

Ich fürchte es wird die Zeit kommen, an dem sich eigentlich gegensätzliche Dinge wie sommerlicher Biergarten und winterliche Weihnachtsdekoration sich gegenseitig den Garaus machen. Trautes Zusammensein am Chinesischen Turm im Englischen Garten Münchens, sommerliche Hitze, kühles Maß Bier, die verdiente herzhafte Brotzeit und zwischendrin der Adventskranz und Zimtduft in der Nase. Welch ein (Alb-) Traum….Das wäre nach der einstigen „nächtlichen Ruheverordnung“ gegen die Biergärten wohl ein weiteres Aus für eine urprünglich gepflegte Tradition.

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*Bildquellen: Nussknacker: Gabi Eder / pixelio.de – Brotzeittisch: Gabi Schoenemann / pixelio.de

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