25. März 2021

Sendschreiben an 7 Gemeinden – Zeitliche übereinstimmung


Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, beginnt mit dem Bericht über die Sendschreiben an 7 Gemeinden. Diese enthalten neben Hinweise und Warnungen auch Lob und Tadel. Wer allerdings über die vermeintlich belanglosen Briefe „hinweg liest“, wird darin vielleicht nur Themen und Angelegenheiten erkennen, deren Belange einer längst vergangenen Zeit angehören. Doch mit dem gesamten Buch der Offenbarung handelt es sich um eine ganze Reihe von Prophezeiungen und diese beginnen bereits mit dem ersten Brief an die Gemeinde in Ephesus.

Reihenfolge der Sendschreiben – Kein Zufall

Postkarte

Sendschreiben an Gemeinden beschrieben die damalige Zukunft

Hinweis: Für die in der Offenbarung genannten Städte der Gemeinden gibt es verschiedene Varianten bzw. Schreibweisen.
Sämtliche in der Offenbarung Kapitel 2 und Kapitel 3 angeschriebenen 7 Gemeinden befinden sich in der heutigen West-Türkei, an der Ägäis. Das erste Sendschreiben beginnt an die Gemeinde in Ephesus (heute Ruinen bei Selcuk), gefolgt von Smyrna (heute Izmir), Pergamos (heute Bergama), Thyatira (heute Akhisar), Sardes (heute Ruinen bei Salihli), Philadelphia (heute Alasehir) und final Laodizea (heute Ruinen bei Denizli).

Aus der damaligen Sicht handelt es sich durchaus um aktuelle Gegebenheiten und auch Ankündigungen von Ereignissen in deren Zukunft. Aus heutiger Sicht lassen sich die beschriebenen Umstände durchaus verifzieren. Das „Phänomenale“ ist: Die Reihenfolge der angeschriebenen Gemeinden bildet dabei eine Zeitachse der bereits eingetreteten Ankündigungen, wie sich tatsächlich eingetroffen sind.

Die Reihenfolge der angeschriebenen 7 Gemeinden:

1. Sendschreiben an Ephesus (Off. 2,1-7)
2. Sendschreiben an Smyrna (Off. 2,8-11)
3. Sendschreiben an Pergamos (Off. 2, 12-17)
4. Sendschreiben an Thyatira (Off. 2, 18-29)
5. Sendschreiben an Sardes (Off. 3, 1-6)
6. Sendschreiben an Philadelphia (Off. 3, 7-13)
7. Sendschreiben an Laodizea (Off. 3, 14-22)

Die zeitliche Einordnung der 7 Gemeinden:

Die folgenden Zeitangaben sind keine Zeitenwandel nach „Gongschlag“, sondern beschreiben lediglich „Ecksteine“ innerhalb von fließenden Übergängen bzw. zeitlichen Bereichen.
Ephesus erstes Jahrhundert n.Chr.
Smyrna 100-313 n.Chr.
Pergamos 313-538 n.Chr.
Thyatira 538-1517 n.Chr.
Sardis 1517-1798 n.Chr.
Philadelphia 1798-1844 n.Chr.
Laodizea 1844 n.Chr. – Gegenwart

Die Parallelen der Sendschreiben zur Geschichte

Ephesus galt in der Zeit der Römer als Sitz ihrer Göttin „Diana“ und diese galt u.a. als Göttin der Jagd und der Geburt. Beim (katholischen) Konzil von Ephesus im Jahr 451 n.Chr. erhielt diese Stadt den Titel „Mutter Gottes“, angelehnt an Maria. Mit Ephesus wurde der Beginn des „Ur-Christentums“ erfasst. Diese hatten bereits mit Irrlehren und falschen Propheten zu kämpfen. „Ich kenne deine Werke und hast standhaftes Ausharren, und um meines Namens willen hast du gearbeitet und bis nicht müde geworden“. Allerdings breitete sich innerhalb dieser Gemeinde bereits zu Beginn sehr schnell der Abfall, bzw. die Abschwächung vom Glauben aus. „Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.“.

Die Stadt Smyrna bedeutete soviel wie „Süsser Duft“, angelehnt an den typischen Duft von Myrrhe. Für die ersten Christen bedeutete die Herrschaft des Kaisers Diokletian eine weitere langjährige Verfolgung. Diese gilt als die letzte, aber auch brutalste Christenverfolgung unter einen römischen Kaiser. Diese begann im Februar 303 n.Chr. und ebbte im Jahr 311 ab. Das Christentum konnte nicht vernichtet werden. Im Jahr 313 wurde das Christentum offiziell anerkannt. Im Sendschreiben war dies angekündigt: „Fürchte nichts von dem, was du erleiden wirst! Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage lang. Sei getreu bis in den Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben!“

Pergamos war in der Antike die Hauptstadt der röm. Provinz Asia, galt zuvor für die Griechen als ein Sitz von Zeus. In Zeiten der Babylonier entsprang dort der Titel des obersten babylonischen Priesters: „Pontifex Maximus“, der „oberste Brückenbauer“ zur Überbrückung von Himmel und Erde. Seine äußeren Merkmale waren u.a. Schlüssel und Mitra. Der letzte König Pergamos, Attalus III., vererbte in 133 v.Chr. den Titel „Pontifex Maximus“ an den römischen Kaiser. Nachdem Kaiser Gratian diesen Titel im Jahr 378 n.Chr. verweigerte, ging dieser an den Bischof von Rom über. Der Sendbrief an Pergamos drückt es deutlich aus: „Ich kenne deine Werke und [weiß] wo du warst: da, wo der Thron des Satans ist, und dass du an meinem Namen festhälst und den Glauben an mich verleugnet hast, hauch in den Tagen, in denen Antipas mein treuer Zeuge war, der bei euch getötet wurde, da, wo der Satan wohnt.“ In Berlin gibt es übrigens das bekannte Pergamonmuseum, erbaut in den Jahren 1897 bis 1899 und eröffnet von Kaiser Wilhelm II.
Im Jahr 382 beauftragte der damalige Papst Damasus die Revision der in Latein übersetzten Evangelien. Das Ergebnis ist hinlänglich als „Vulgata“ bekannt und wurde von der Kath. Kirche beim Konzil zu Trient im Jahr 1546 als verbindlich erklärt.

Mit Thyatira, „der süsse Duft der Werke“, „Satans Lehren“ und „Opfer der Reue“, handelte es sich um den röm. Gott Apollon (Sonnengott) gewidmete Tempel-Stadt, u.a. bekannt für die Herstellung purpurfarbender Stoffe. Im Jahr 538 n.Chr. erklärte Kaiser Justinian den Bischof von Rom zum „Korrektor der Heretiker“. Damit bestimmte die Kath. Kircher, wer was zu glauben hat. Abweichungen wurden entsprechend bestraft. Im Mittelpunkt der Kath. Dogmen steht bis heute die Eucharistie. „Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du es zulässt, dass die Frau Isebel, die sich eine Prophetin nennt, meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen.“

Einst bezeichneten die Bewohner Sardis ihre Stadt als uneinnehmbar. Dennoch wurde sie von Kryus und danach von Antiochius jeweils ohne großen Widerstand eingenommen. Sardis bedeutet „Erneuerung“ und steht in der zeitlichen Abfolge klar für den Beginn der Reformation. Diese war jedoch nie konsequent und hat ohnehin spätestens im Jahr 2017 aufgehört zu existieren. So auch in Offenbarung 3,1 beschrieben: „Ich weiß deine Werke; denn du hast den Namen, dass du lebst, und bist tot.“ Die Reformation war ein „guter Ansatz“, aber dennoch nicht vollkommen. „Werde wach und stärke das Übrige, das im Begriff steht zu sterben; denn ich habe deine Werke nicht vollendet erfunden vor Gott.“

Mit der sechsten angeschriebenen Gemeinde in Philadelphia („Brüderliche Liebe“) begannen große Umbrüche. Obwohl die Französische Revolution sogar die völlige Ausrottung des Christentums zum Ziel hatte (u.a. Bibelverbrennungen), der Papst aus dem Vatikan entfernt und die staatliche Macht entzogen wurde, setzte schon bald darauf eine Verbreitung des Evangeliums ein wie noch nie zuvor. Maßgeblich beteiligt an der Verbreitung der Bibel waren vor allem die jüngst, auf Protestantismus gegründeten USA. Die Tür war aufgetan. „Siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet.“

Die letzte Gemeinde Laodizea markiert die Zeit bis in die Gegenwart. Die Stadt wurde errichtet von Antiochius und erhielt den Namen seiner Frau Laodize. Der Ort galt als Kurort mit Fernwasser-Anschluss und einer heißen Quelle als Ursprung. Bekannt war vor allem die in Laozidea hergestellte heilende Augensalbe. Eine reiche Stadt, die im Jahr 60 n.Chr. von einem Erdbeben zerstört und aus den Geldmitteln der Einwohner wieder aufgebaut wurde. Das Schreiben an diese Gemeinde enthält keinerlei positiv klingende Worte, sondern ausschließlich Tadel. Beklagt wird vor allem das „Fadenscheinige“ im (wahren) Glauben. „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärst! So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund. Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts! – und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt.“ Die Entwicklungen sprechen für sich. Es gab förmlich eine Explosion von „alternativen Religionen“ in Form von Okkultismus, New Age und neue Evangelium-Auslegungen. Heute sind die EV-Kirchen nur noch auf dem Etikett protestantisch, folgen aber den „Leitlinien“ des Kath. Katechismus, der Kath. Soziallehre und der „Unfehlbarkeit“ des „Pontifex Maximus“.

Mit der Gemeinde in Laodizea hört die Reihe der Sendschreiben auf. Die damalige Zukunft ist längst zur Gegenwart geworden. Es ist damit höchste Zeit für das Wesentliche!





Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.