Zwischen Cyberflugzeuge und virtuelle Botschaften für diplomatische Beziehungen

Es fehlt nur noch der Button zum Reset dieser Welt


Man spürt direkt, wie die US-Regierung darum bemüht ist, die Panne mit der Spionage-Drohne RQ-170 so tief wie möglich über dem Boden zu halten. Normal würden bereits Kleinigkeiten ausreichen, um Sanktionen und Strafmaßnahmen gegen den Iran auszuweiten. Die Kräfte sind offensichtlich darauf konzentriert, den Schaden so klein zu halten wie es nur geht. An ein einfaches Versehen glaubt kein Mensch, es sieht mehr nach „auf frischer Tat ertappt“ aus.

Die Propaganda-Maschinerie gegen den Iran muss sich etwas anderes einfallen lassen. Plumpe Lügen wie sie noch gegen den Irak Wirkung gezeigt hatten, sind schon längst verpufft. So langsam muß auch der letzte schießwütige Cowboy in den USA verstanden haben, dass der Iran keineswegs ein (ehemaliger) Irak ist. Die USA, ein Land dessen große Teile der Bevölkerung ihren eigenen Wohnort auf der Landkarte nicht finden können, dessen Nachrichtensender Deutschland mit der Schweiz verwechseln und dessen Präsidentschaftskandidaten nur eine wage Vorstellung über das eben erst platt gemachte Libyen haben, muss es akzeptieren, dass Iran eben kein Land ist, wo nur „unterentwickelte Kamelreiter“ durch die Wüsten ziehen. Das ist ebenso unrealistisch, als dass jeder Deutsche in einer Lederhose steckt und von der Früh bis Abends dem Jodeln sein Bestes gibt.

Cyberangriffe gehören heute zum alltäglichen Handwerkszeug der Geheimdienste. Der Umgang mit hochentwickelter Technologie ist jedoch nicht ausschließlich den US-Amerikanern vorbehalten. Dafür fehlt so manchen US-Bürger die Vorstellungskraft und sie haben ihre Probleme damit, vom Patriotismus vernebelt. Aus diesem Grund wird offenbar die Errichtung einer virtuellen Cyber-Institution als Errungenschaft angesehen, die unbedingt als Segen der Menschheit an den Mann / Staat gebracht werden muss. Eine virtuelle Botschaft für diplomatische Gepflogenheiten zweier Länder. Die „grandiose“ Idee scheint im Iran nicht gerade großen Anklang zu finden.

Der US-Geheimdienst ist bankrott. Dieser Meinung ist der iranische Informationsminister Heidar Moslehi und bezieht sich auf die Einrichtung einer virtuellen Botschaft der US-Regierung in Teheran. Eine virtuelle US-Botschaft habe auf diplomatischer Ebene keine Bedeutung. Das US-Außenministerium bedauerte im Fernsehsender BBC die Missachtung der virtuellen US-Botschaft durch die iranischen Bürger. Der iranische Informationsminister betonte jedoch die illusionären Vorstellungen der US-Funktionsträger. Das iranische Volk würden den Vorstellungen einer virtuellen Einrichtung niemals folgen können.

Die ehemalige „reale“ US-Botschaft in Teheran wäre nach den Ausführungen Moslehis ein „Spionagenest“ gewesen, das nicht ohne Grund durch das iranische Volk besetzt worden sei. Eine virtuelle US-Botschaft würde die gleichen Ziele verfolgen wie die damalige US-Botschaft.
Warnende Worte fand der iranische Informationsminister auch für das iranische Volk, das gegen die US-Verschwörungen wachsam sein sollte. Der IRI (Islamic Republic of Iran) sei darüber hinaus auch sehr stark im Cyberbereich vertreten.
„Geradeaus“ und undiplomatisch könnte man die Installation einer virtuellen Botschaft auch als kompletten Blödsinn bezeichnen. Wie sähe es denn aus, wenn der iranische Präsident Ahmadinedschad den „US-Botschafter“ zitierte? Der Pförtner des Regierungsgebäudes trägt Smartphone und Skype herein?

Ahmadinedschad

Hat derzeit gut lachen
Ahmadinedschad

Eine hochentwickelte Informationstechnologie in den Händen des iranischen Geheimdienstes könnte durchaus zutreffend sein. Eine Ausstrahlung im iranischen Fernsehen über die „gemachte Beute“ der Tarnkappen-Drohne RQ170 aus den USA, zeigte ein äußerlich völlig unbeschädigtes Fluggerät. Die US-Regierung spricht nach wie vor von „verschwunden, verloren, abhanden gekommen“, wogegen die iranische Regierung ein „zur Landung gebracht“ betont. Die „Abschuss-Variante“ wurde inzwischen revidiert. Ein unbeschädigtes Flugzeug spricht gegen einen Abschuss und ebenso gegen eine „harte Landung“ durch Absturz. Es ist durchaus möglich, dass die iranische Flugabwehr die Mittel zur Verfügung hat, die Kontrolle über die ferngesteuerte Drohne zu erhalten, um diese mit einer regelgerechten Landung zu Boden zu bringen. Dementis aus US-Geheimdienstkreisen blieben aus. Damit zeigt die US-Regierung samt CIA-Funktionären doch etwas Lernfähigkeit und erkennt, es nicht mit einer vollends verdummten Menschheit zu tun zu haben, die wirklich jeden aufgetischten Käse glaubt. Ein Fluggerät, welches von sehr großer Höhe unkontrolliert zu Boden stürzt, kann im besten Fall nur noch in Einzelteilen präsentiert werden. Das versteht schon jedes Kind, nachdem es den Spielzeugflieger vom 3. Stock durch das Fenster auf Reisen schicken wollte.

Für die USA ist mit der Drohne jedoch ein sehr teures Spielzeug verloren gegangen. Der Typ RQ170 gilt als die derzeit höchstentwickelte Variante der Spionagefluggeräte. Der Eigentümer der besagten Drohne soll der US-amerikanische Geheimdienst CIA gewesen sein. Offensichtlich war das Interesse an iranischen Weidegebieten so groß, dass der „unsichtbare“ Flieger lt. Aussagen der iranischen Regierung weit über 200km in den iranischen Luftraum eingedrungen ist.
Es wird viel über den tatsächlichen Ablauf spekuliert, ob abgeschossen, verloren gegangen oder per Hacker-Methoden ferngesteuert. Die Unversehrtheit der Drohne spricht Bände. Dennoch bleibt eine weitere Frage unbeantwortet. Wie konnte die „unsichtbare“ Drohne überhaupt durch die iranische Abwehr, sprich Radar, entdeckt werden? Die Serben haben das im Jugoslawien-Krieg schon hinbekommen. Sollte der Iran gelernt haben und die USA mal wieder nicht schlauer geworden sein?







Quelle: Irib
Bild: Mahmoud Ahmadinejad – Creative Commons License Attribution 2.5 Brazil

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