Medien erweisen sich wieder einmal als Handlanger der Lenker

Manipulative Berichterstattung gegen Bundespräsident Christian Wulff


Der Zweck heiligt die Mittel und mit (schein-) heiligen Äußerungen soll zum Rücktritt des Bundespräsidenten Christian Wulff nachgeholfen werden. Mindestens aber soll Wulff auf die Weihnachtsansprache verzichten. Die breiten Medien helfen kräftig nach, um die Meinung einiger Weniger in die Köpfe der Massen zu transferieren. Eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis der Rücktritt vollzogen wird.

Update 22.12.11: Christian Wulff hat die Weihnachtsrede am Mittwoch Abend gehalten und hat sich nicht beirren lassen.

Wenn die katholische Kirche zu Wort gelassen wird, dann hat die Geschichte bisher deutlich gezeigt, eine Heilsbringung ist nicht immer das Motiv. Welt-Online hat gleich mit einem Doppel-Demontage-Schlag gegen Christian Wulff ausgeholt. Dem Kölner Kardinal Joachim Meisner wird die Gelegenheit gegeben, seiner „Intelligenz“ die Grenzen (Ableitung aus dem Bericht von Welt.de) aufzuzeigen und der deutschen Bevölkerung wird plötzlich eine Intelligenz (Welt.de: „Der Präsident hat die Intelligenz der Bürger beleidigt“) zugesprochen. Bisher wurde dem Bürger stets erklärt, dass seine Intelligenz für die „großen Entscheidungen“ zur Zukunft Deutschlands nicht ausreichend seien, damit sich ein Gang zur Wahlurne lohnte.

Es kristallisiert sich immer klarer heraus, dass Wulff schlicht weg soll, abtreten, einen Abgang machen, verschwinden. Die anfängliche Demontage seiner Person findet immer absurdere und dennoch stark manipulative Formen. Es sieht ganz danach aus, als ob die Interessenten Wulffs Rücktritt bald einen Erfolg feiern können. Eine unbequeme Person, die den eigenen Zielen im Weg steht.

Der Kölner Kardinal, Joachim Meisner, offenbar intensiv um der mehrmals täglichen Weihrauch-Anwendung bemüht, erhebt den katholisch-christlichen Zeigefinger auf den vermeintlichen Sünder Wulff und legt ersatzweise die Worte der unerwünschten Weihnachtsansprache in den Mund:

„…dann würde ich sagen: Jetzt vergessen sie mal meine Goldmitra und mein schönes Messgewand. Ich bin ein armer Sünder, habe versagt, hab‘ mich bestechen lassen – ich weiß nicht, ob das stimmt so, aber ich sage das manchmal so – und aus dieser Situation spreche ich jetzt zu euch: Seid nicht so wie ich.“

Ausgerechnet aus der katholischen Kirche treten moralische Anwandlungen an die Öffentlichkeit. Christian Wulff wird von einem Vertreter dieser Institution das „Kapital-Verbrechen“ einer nicht nachgewiesenen Bestechlichkeit angeheftet und gleichzeitig zum Abdanken bewegt. Meisner wird eine gewisse „konservative“ Haltung nachgesagt, eine Art „verlängerter Arm“ von Benedikt XVI. Weihrauch wird eine gewisse berauschende Wirkung angeheftet, vielleicht auch eine Art Katalysator für Erkenntnisse aus den tiefsten Ebenen, vielleicht sogar bis zur Inquisition.

Christian Wulff

Christian Wulff
Bundespräsident

„Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“. Dieser Satz dürfte zu den bekanntesten Zitaten aus der Heiligen Schrift zählen. Kindesmißbrauch, Kindsschändung und Mißhandlung Schutzbefohlener dürfte sogar in der katholisch christlichen Weltanschauung als eine Sünde gelten. Wenn es doch wenigsten nur einen Rücktritt in der kath. Kirche gegeben hätte. Nein, da wird der Ertappte von der einen Dorfkanzel zur nächsten geschickt, um von dort seine Sonntagsansprachen und Moralpredigen weiter gewähren zu lassen. Eine evangelische Bischöfin hat wenigsten Anstand und Moral gezeigt, ihren „Hut zu nehmen“, nachdem sie „lediglich“ mit Promille im Blut eine rote Ampel übersehen hatte. Ein Meisner sollte sich seine Maßstäbe an diesem Vorbild neu justieren bevor Sätze an die Medien losgelassen werden, die so altbacken und schmierig erscheinen wie Weihrauchessenz.

Für das was Welt.de selbst nicht auszusprechen wagt, darf dann der Kardinal von der Kanzel predigen – „Bestechung“ und „Rücktritts-Aufforderung“. Wulff hat einen Privat-Kredit von seinem Freund Geerkens, oder von der Frau Geerkens angenommen. Wulff hat sich ein Haus gekauft und vielleicht auch noch andere schöne Dinge. Geerkens hat intensive Kontakte mit der Wirtschaft und mit diversen Firmen. Fertig. Es wurde bis jetzt noch nicht mal ein Verdacht geäußert, ob Geerkens sich einen tatsächlichen Vorteil erschlichen hat. Es ist immer nur der „Fehler“, vom privaten Freund einen privaten Kredit aufgenommen zu haben. Welt.de stellt heraus, dass sich Wulff durch diesen Vorgang hat erpressbar gemacht. Richtig. Erpressbar durch politische Gegner und meinungsverdrehende Medien! Da verwundert ein Einbüßen der Beliebtheit Wulffs nach einer „Meinungsumfrage“ durch Stern und Forsa überhaupt nicht. Soweit die Auswertung der Objektivität überhaupt Rechnung tragen kann.

Die Rubrik „Meinung“ von Welt.de ist schon als Klartext zum gewollten Abdanken des Bundespräsidenten zu verstehen. Dieser Artikel zu Wulff strotz nur so von Polemik und in einer gewollten Sprache, die auf die „einfachen Leute“ mit einer „beleidigten Intelligenz“ gezielt ist. Vergleiche werden herangezogen, die nur mit gehöriger Portion Fantasie in Zusammenhang gebracht werden können. Immerhin gibt Welt.de zu dass es „denkbar wäre, einen Kredit von einem befreundeten Unternehmer zu erhalten, ohne dass der Kreditgeber eine Gegenleistung erwartet“, aber offensichtlich reicht die Vermutung „es entspricht nicht der allgemeinen Lebenserfahrung“ schon aus, um eine Verurteilung vorwegzunehmen.



Bild: © Martina Nolte / Creative Commons BY-SA-3.0 de

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