16. März 2021

Gottes Gesetze sind gültig bis ans Ende der Tage


Gottes Gesetz hat keine Gültigkeit mehr, so eine weit verbreitete These. Doch beim genaueren Hinsehen, können derlei Thesen nicht aufrecht erhalten, geschweige untermauert werden.

Keine Gesetze trotz bestehender Sünde und gewährter Gnade?

Bibel

Das Gesetz Gottes war, ist und bleibt

Ein großes und weit verbreitetes Missverständnis ist der Glaube bzw. die Lehre, das Gesetz Gottes sei ein Bestandteil des Alten Bundes und im Rahmen des Neuen Bundes aufgehoben. Schließlich lebten die Menschen nun im Neuen Bund und die 10 Gebote hätten keinerlei Bedeutung mehr. Zugegeben, die Ausführungen Paulus‘ in seinen zahlreichen Briefen an die verschiedenen Gemeinden sind nicht leichte Kost. Es braucht oft mehrere Anläufe, um die Zusammenhänge zu verstehen. Allerdings eignen sich einzelne Verse aus seinen Briefen durchaus für eine missverständliche Begründung von widersprüchlichen Auslegungen, solange die Verse nicht im Kontext genannt werden.

Die These, die Gesetze (Moralgesetze) seien abgeschafft ist Irrglaube, welcher schon alleine dadurch sichtbar wird, wenn nur der Begriff „Sünde“ beleuchtet wird. Nach wie vor gebe es die Sünde, aber das Gesetz sei hinfällig? Wie soll das möglich sein? Was ist Sünde? Die Sünde ist die Übertretung des Gesetzes. Aber welches Gesetz, wenn es dieses doch nicht mehr gäbe? Gerne untermauert wird die Darstellung eines vermeintlich abgeschafften Gesetzes auch mit der Erläuterung der Gerechtigkeit ausschließlich durch Gnade (sola gracia). Doch auch hier sollte der Begriff „Gnade“ einfach mal näher betrachtet werden. Ab wann bzw. zu welchem Anlass kommt Gnade zum Tragen? Die Gnade wird doch erst dann angewendet, wenn einem Schuldigen die eigentlich fällige Strafe erlassen wird („Gnade walten lassen“). Schuldig an was? Wo kein Gesetz, da keine Übertretung, da auch keine Sünde (Schuld) möglich und somit wäre auch jegliche Gnade hinfällig.

Gesetze sind aufgerichtet worden und gelten!

Es liegt somit auf der Hand, dass die Gesetze (Gebote) nach wie vor Gültigkeit haben, denn darin erst sind Sünde sowie Gnade begründet. Paulus betonte die Gültigkeit des Gesetzes. Römer 3, 28-31:
„So kommen wir nun zu dem Schluss, dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes. Oder ist Gott nur der Gott der Juden und nicht auch der Heiden? Ja freilich, auch der Heiden! Denn es ist ja ein und derselbe Gott, der die Beschnittenen aus Glauben und die Unbeschnittenen durch den Glauben rechtfertigt. Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz.“

Die Übertretung des Gesetzes hat „nur“ eine einzige Folge: Den Tod. Nun ist der Mensch jedoch ein gefallenes Wesen und der Sündhaftigkeit bzw. der Übertretung des Gesetzes weit mehr als nur anfällig. Das zeigen bereits die Worte Paulus‘ in seinem Brief an die Römische Gemeinde, wie in Römer 3, 10-12:
„wie geschrieben steht: Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer!“

Gottes Gesetz ist jedoch buchstäblich in Stein geschrieben und somit unveränderlich. Selbst Jesus kam nicht, um dieses Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen. Allerdings wird der Begriff „Erfüllung“ oft fehlgedeutet als „Aufhebung nach Vollendung“. Nein. Jesus erfüllte das Gesetz im Sinne der Einhaltung und Befolgung. Jesus selbst sagte schließlich, Er ist nicht gekommen um das Gesetz abzuschaffen. Selbst die Änderung um ein Jota schloss Jesus (Bergpredigt) aus und zwar bis ans Ende der Tage. Matthäus 5, 18:
„Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist“

Ohne Gesetze wäre Jesu Tod sinnlos gewesen

Wie ernst es um den Bestand Gottes Gesetze bestellt ist, wird durch nichts eindringlicher bewiesen als durch Jesus‘ Tod am Kreuz. Der ohne Ausnahme gefallene und sündhafte Mensch wäre hoffnungslos verloren, da die Übertretung des Gesetzes unweigerlich zum Tod führt. Gott verändert sich nicht. Gott ändert auch Seine Gesetze nicht und passt diese nicht einer neuen Situation oder einem neuen „menschlichen Zeitgeist“ an. Vielmehr ist der Mensch darum bemüht, die Auslegung und Interpretation des Wortes Gottes der „aufgeklärten Welt“ anzupassen und gerät dadurch immer mehr in die Irre.

Jesus nahm unsere Sünden auf sich

Der Einzige, welcher den Tod nicht verdient hat, ist Jesus. Er war ohne Sünde, ohne Schuld. Doch:
Johannes 3,16:
„Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“

Jesus („der gerechte Knecht“, nach Jesaja) nahm als völlig Unschuldiger alle unserer Sünden auf sich und bezahlte dafür den Preis, den Tod. Dies kündigte der Prophet Jesaja bereits Jahrhunderte vorher an, so wie in Jesaja 53, 5:
„Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.“
und
Jesaja 53, 10-11:
„Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des Herrn wird in seiner Hand gelingen. Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen.“

Jesus nahm die Strafe auf sich, die eigentlich wir, die gefallen Menschen verdient haben. Damit eröffnete Gott uns einen Weg zur Erlösung (Leben anstatt Tod) durch Jesus Christus und bekräftigte somit auch die Unverrückbarkeit sowie Gültigkeit Seiner Gesetze. Jesus hat uns teuer erkauft (1. Korinther 6,20: „Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören!“). Es ist geradezu logisch, dass Jesus damit unser Fürsprecher vor Gott und für uns der einzige Weg zu Gott ist. Johannes 14,6:
„Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“

Unser Leben ist ein Geschenk Gottes

1. Korinther 6,20 offenbart dazu eine weitere wichtige Tatsache, welche dem „aufgeklärten und modernen Zeitgeist“ zwar geradezu widerspricht, aber genau diesen Irrtum deutlich aufzeigt. Wir, also die Menschen, sind Geschöpfe Gottes. Wir sind Sein Eigentum. Ohne Gott würden wir schlicht und einfach nicht existieren. In uns ist nichts „Göttliches“, nicht einmal der oft zitierte „göttliche Funke“, geschweige eine unsterbliche Seele (dies lehrt u.a. die Kath. Kirche, Katechismus Pos. 366). Eine „unsterbliche Seele“ wirft dazu die Frage auf, was in einem solchen Fall die Auferstehung von den Toten bedeuten sollte. Unser Leben ist von Gott gegeben. Nur in Gott ist Leben. Sehr eindrücklich beschrieben in Johannes 1, 1-4:
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.“. Deutlicher geht es nicht mehr.

Damit ein friedliches Miteinander in absoluter Harmonie auf Ewigkeit möglich ist, müssen Regeln (Gesetze, Gebote) eingehalten werden. Der Glaube an Jesus Christus beschreibt nicht nur den Glauben an einen besonderen Menschen vor langer Zeit, sondern den Glauben an allen Eigenschaften Jesu, dem Erlösungsplan und damit verbundenen Konsequenzen. Markus 12, 30-31: „und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft!« Dies ist das erste Gebot. Und das zweite ist [ihm] vergleichbar, nämlich dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!« Größer als diese ist kein anderes Gebot.“ Der (wahrhaftige) Glaube, die Liebe zu Gott und die Nächstenliebe führen automatisch zur Einhaltung der Gesetze Gottes. Die (erzwungene) Befolgung der Gesetze ohne den Glauben führen zum Zorn (Römer 4,15: „Das Gesetz bewirkt nämlich Zorn; denn wo kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung.“).

Übrigens: Mit den von Kath. und EV-Kirchen zitierten 10 Geboten handelt es sich um gekürzte, veränderte und gesplittete Gebote, welche von 2. Moses Kapitel 20 deutlich abweichen.






Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.