10. April 2021

Gibt es DIE Hölle wirklich?


Wenn du brav bist, dann kommst du in den Himmel und wenn du böse bist, geht es ab in die Hölle. Diese „Erklärung“ wird bzw. wurde den Menschen schon von klein auf eingetrichtert. Dabei wird die Hölle beschrieben als ein Ort der ewigen Qual. Ein Ort, in der die Seele in einem immerwährenden Feuer brennt, ohne dass die Seele jemals stirbt. Dies für immer und ewig.

Ewige Höllenqualen: Bewährtes Rezept für Angst-Gefügigkeit

Höllenfeuer

Das Höllenfeuer - Ewiges Feuer oder ewige Konsequenz?

Angst war schon immer ein probates Mittel, die Menschen für gewisse Machtstrukturen gefügig zu halten. Dieses Rezept funktioniert bis in die Gegenwart. Diese Angst geht teils soweit, dass betroffene Menschen die unbekümmerten oder die Wahrheit kennenden Zeitgenossen als eine Gefahr erkennen und diese sogar im Sinne der Machtstruktur bekämpfen bzw. ausliefern. So war das „ewige Schmoren in der Hölle“ sogar derart effektiv, dass ganze Königshäuser ins Wanken bzw. auf Linie Roms gebracht wurden. Sei es durch die Androhung bzw. Durchführung einer Exkommunikation oder eines Interdikts („Kirchenstreik“). Beide Maßnahmen führten gemäß der verbreiteten und eingetrichterten Dogmen zwangsläufig zu einer verlorenen und damit zur Hölle verdammten Seele. Mag es dem weltlichen Herrscher egal gewesen sein, aber das untergebene und ebenfalls betroffene Volk war alles andere als amüsiert darüber. Dies sorgte für den erwünschten Druck auf den zu „korrigierenden“ Herrscher. Musterbeispiele wären Heinrich IV. und seine finale Reue durch einen „Spaziergang nach Canossa“, sowie John I. im Zusammenspiel mit dem damaligen Erzbischof von Canterbury Thomas Becket und dem Ergebnis der bis heute anhaltenden Funktion des Vatikans als „Schutzmacht der Krone“.

Konzept „Hölle“ auch als Geschäftsmodell

Heute hat die Hölle als Angstmacher aufgrund des inzwischen weit verbreiteten Atheismus für viele Menschen ausgedient. Dafür gibt es eben zusätzliche „zeitgemäße“ und hoch wirksame Themen. Doch bereits mit der „Hölle“ handelte es sich in dieser Form um eine reine Fiktion. Allerdings derart effektiv, dass die Geschichte einer „unsterblichen Seele“ innerhalb einer „immerwährend brennenden Hölle“ sogar fester Bestandteil von Protestantischen Gemeinden wurde. Für die Katholische Kirche ist die Hölle zudem eine Grundlage für das äußerst lukrative Konzept des Ablasshandels. Damit dies auch mit der völlig irreführenden Idee der „Werksgerechtigkeit“ in Einklang zu bringen ist, fügten die frühmittelalterlichen „Kath. Think Tanks“ auch noch ein Fegefeuer hinzu.

Was ist über „Hölle“ in der Bibel zu finden?

Während das Konzept „Fegefeuer“ in der Bibel nicht mit einer Silbe genannt, oder auch nur am Rande erwähnt wird, taucht der Begriff „Hölle“ durchaus auf. Dies allerdings ausschließlich im Neuen Testament. In der Schlachter 2000 ist dieses Wort insg. 9x zu finden.

Mat 5,29: „Wenn dir aber den rechtes Auge Anstoß [zur Sünde] wird, so reiße es ausund wird es von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“

Mat 5,30: „Und wenn deine rechte Hand für dich ein Anstoß [zur Sünde} wird, so haue sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verlorengeht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“

Mat 10,28: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle!

Mat 23,15: „Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, dass ihr Meer und Land durchzieht, um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr einen Sohn der Hölle aus ihm, zweimal mehr, als ihr es seid!“

Mat 23,33: „Ihr Schlangen! Ihr Otterngezücht! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entgehen?“

Mar 9,43: „Und wenn deine Hand für dich ein Anstoß [zur Sünde] wird, so haue sie ab! Es ist besser für dich, dass du als Krüppel in das Leben eingehst, als dass du beide Hände hast und in die Hölle fährst, in das unauslöschliche Feuer,“

Mar 9,45: „Und wenn dein Fuß für dich ein Anstoß [zur Sünde] wird, so haue ihn ab! Es ist besser für dich, dass du lahm in das Leben eingehst, als dass du beide Füße hast und in die Hölle geworfen wirst, in das unauslöschliche Feuer,“

Luk 12,5: „Ich will euch aber zeigen, wenn ihr fürchten sollt: Fürchtet den, welcher, nachdem er getötet hat, auch Macht besitzt, in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch, den fürchtet!“

Jak 3,6: „Und die Zunge ist ein Feuer, eine Welt der Ungerechtigkeit. So nimmt die Zunge ihren Platz ein unter unseren Gliedern; sie befleckt den ganzen Leib und steckt den Umkreis des Lebens in Brand und wird selbst von der Hölle in Brand gesteckt“

Dann kommen noch Stellen, in denen die „Hölle“ als Eigenschaft beschrieben steht, wie z.B.
Mat 5,22: „Ich aber sage euch: Jeder, der seinen Bruder ohne Ursache zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!, der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr!, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.“

Die biblischen Vorlagen und deren Interpretation

Es steht fest: Das Wort „Hölle“ gibt es in der Bibel tatsächlich. In der Lutherbibel 1912 ist dieses Wort sogar im Alten Testament enthalten und über die gesamte Ausgabe hinweg sogar 62 mal. Ein riesiger Unterschied zur Bibel Ausgabe Schlachter 2000 mit nur 9-maligem Vorkommen.

Der Blick auf die Ursprungstexte des Alten sowie Neuen Testaments geben jedoch Aufschluss darüber und das erklärt auch den Grund. So stehen in drei verschiedenen Bibel-Ausgaben auch gleich drei verschiedene Interpretationen.

1.Samuel 2,6 – Luther 1912: „Der HERR tötet und macht lebendig, führt in die Hölle und wieder heraus.“
1.Samuel 2,6 – Schlachter 2000: „Der HERR tötet und macht lebendig; er führt ins Totenreich und führt herauf!“
1.Samuel 2,6 – King James Version: „The LORD killeth, and maketh alive: he bringeth down to the grave, and bringeth up.“

Es ist zu finden „Hölle“, „Totenreich“ und „Grab“. Drei nicht gerade identische Bedeutungen.

Eine wörtliche Übersetzung dieser Passage aus dem Hebräischem ergibt: „Yahweh [is] putting [to] death and [is] keeping alive, [He is] bringing down [to the] unseen, and HE brings up.“

Das hebräische Wort für „unseen“ wird in etwa wie „Shaul“ bzw. „Scheaul“ ausgesprochen und bedeutet das „Ungesehene“ bzw. „Unsichtbare“ unter der Erde.
Hier sieht man schon sehr deutlich, welch unterschiedliche Varianten aus der ein und derselben Vorlage geformt werden können.

Das Neue Testament ist in Alt-Griechisch geschrieben worden. Hier lautet der als „Hölle“ übersetzte Ursprung: „Gehenna“. Dieses Wort wurde dem hebräischen Wort „Ge-Hinnom“ entlehnt. Man mag es kaum glauben, aber „Ge-Hinnom“ gibt es tatsächlich und kann noch heute real betreten und besichtigt werden. Es handelt sich um ein Tal bzw. um eine Schlucht südlich der Altstadt Jerusalems. Diese Schlucht hat jedoch eine monströse Vergangenheit. Zu Zeiten der ursprünglichen Bewohner, noch bevor Jerusalem von Israel erobert wurde, war dies ein Ort des Götzendienstes. Zu „Ehren des Moloch“ opferten sie an dieser Stätte u.a. Menschen, welche final verbrannt wurden. Später wandelte sich dieser grauslige Ort zu einer quasi Müllverbrennungsstätte. Ein Ort des Ekels. Die Redewendung in der Art, „wenn du nicht sputest, dann kommst du nach Ge-Hinnom“, dürfte ebenso geläufig gewesen sein wie, „wenn du nicht brav bist, kommst du in die Hölle“.
Aus dem hebräischen Wort „Scheaul“ im Alten Testament, welches das „unsichtbare Unterirdische“ bedeutet und einfach nur das Grab beschreibt, wurde „Totenreich“ oder eben auch „Hölle“.

Mit dem Begriff „Hölle“ handelt es sich somit um nichts anderes als eine Übersetzung eines Wortes mit ursprünglich anderer Bedeutung, aber beladen mit den fantasiereichen Ideen derer, welche die Menschen gerne in Reih und Glied haben wollen. Angst ist eben Trumpf.

Die „Hölle“ ist in Bibel klar definiert

Obwohl die Hölle nicht das ist, wie dies über Jahrhunderte hinweg in die Köpfe der Menschen indoktriniert wurde, stellt diese dennoch einen Ort bzw. eine „Einrichtung“ dar, welche für die Menschen fatale Folgen haben wird. Die o.g. Bibelzitate aus dem Neuen Testament sind allesamt Aussagen von Jesus Christus und beschreiben eine Reihe von Eigenschaften. So ist in Mat 5,22 erkenntlich, dass es sich mit der Hölle um ein Gericht Gottes mithilfe von Feuer handelt. In Mat 5,29 ist zu lesen, dass nicht die Seele in die Hölle kommt, sondern „der ganze Leib“. Aus Mat 10,28 geht hervor, dass in der Hölle Seele und Leib verderbt (vernichtet) werden. In Mat 23,33 ist dieser Ort als Gericht beschrieben. Mar 9,45 beschreibt das Höllenfeuer als unauslöschlich.

Die „ewige“ Strafe, ein „ewig brennendes Feuer“ nehmen die Propagisten einer klassischen Hölle gerne als Beleg für ihre Thesen eines ewigen Aufenthalts in der brennenden Hölle. Doch anhand der Bibel lässt sich belegen, dass etwas „ewig Andauerndes“ nicht wortwörtlich genommen werden darf, sondern im Denkmuster als ein Ereignis mit „ewiger Konsequenz“ zu verstehen ist. So müsste nach wortwörtlicher Auslegung noch heute über Sodom und Gomorrha ein Rauch zu sehen sein (Judas 1,7). Ein derartiger Rauch wäre heute übrigens ein wertvoller Hinweis für die einstig exakten Positionen dieser beiden Städte. Dafür war die Vernichtung „zu gründlich“. Diesen Rauch gibt es jedoch nicht, aber dessen Folgen hielten mindestens bis heute an und damit wird es auch bleiben, also ewig. Das „Höllenfeuer“ dient der finalen Existenzauslöschung des Menschen als Ganzes und ist unauslöschlich bis eben die letzte Existenz ausgelöscht ist.

„Hölle“ generiert völlig falsches Gottesbild

Eine weitere fatale Konsequenz der These einer „ewigen Qual in der Hölle“ ist das daraus völlig falsch gebildete Gottesbild. Das Bild eines unerbittlichen Rache-Gottes, welcher die kurzlebigen Menschen nach deren Übertretungen für alle Zeiten quälen wird. Das völlige Gegenteil des wirklichen Charakter Gottes. Wie sähe denn das künftige ewige Leben der Geretteten aus, wenn diese darum wüssten, dass ihre einst geliebten aber nicht geretteten Kinder, Eltern und Freunde für alle Zeiten gequält würden?

Thesen sind im Umlauf, die zwar einen zu liebenden gutmütigen Sohn Jesus Christus beschreiben, aber der Vater Gott müsse wegen seiner Rachegelüste gehasst werden. Das ist ebenso irrig wie Maria als „Mutter Gottes“ über alles zu stellen.

Das Bild der Hölle kann getrost über Bord geworfen werden. Es handelt sich tatsächlich um ein Gericht Gottes, welches dem Menschen als Ganzes einmalig und mit ewiger Konsequenz die Existenz nehmen wird. Dies ist u.a. erkennbar auch an den Beschreibungen in der Offenbarung. Dort ist der „2. Tod“ beschrieben, welcher nach dem Wurf in den „Feuersee“ (z.B. Off 19,20) eintreten wird. Die endgültige und unwiderrufliche Trennung von Gott. Der ewige Tod, aber keinesfalls eine ewige Qual.

Die Mär einer ewig quälenden Hölle unterstützt schlicht das Geschäftsmodell Werksgerechtigkeit und verdeckt zudem den wahren Erlösungsplan anhand Rechtfertigung durch Glauben an Jesus Christus.




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