12. Februar 2021

Erfüllte Prophetien in der Bibel AT & NT

Bibel

Erfüllte Prophetien zählen zu den überzeugendsten Argumenten für die Bibel

Die in der Bibel enthaltenen Prophetien sind zum größten Teil im Alten Testament zu finden. Diese Vorhersagen sind auch zu einem Großteil bereits erfüllt. Ausnahmen bilden hier die Aussichten auf die Ereignisse zu Ende der Zeit. Die im Neuen Testament zu findenden Prophetien beziehen sich zum größten Teil auf noch nicht (final) eingetretene Ereignisse und ein kleiner Anteil ist bereits eingetreten. So wie z.B. die Vorhersage Jesu, dass vom Tempel (in Jerusalem) kein Stein auf dem anderen liegen bleiben wird. Tatsächlich wurde der Tempel im Jahr 70 n.Chr. von den Römern unter Kaiser Titus vollständig vernichtet. Im Neuen Testament zählt neben den Ankündigungen zu den Ereignissen in der „Endzeit“ Jesu (Matthäus 24) vor allem die Offenbarung des Johannes zum Nachschlagewerk schlechthin. Hier spielen sich die angekündigten Entwicklungen zur aktuellen Zeit am laufenden Band ab.

Erfüllungen von Prophetien zählen zu den schlagkräftigsten Argumenten für den Wahrheitsgehalt der Heiligen Schrift. Leider sind hierzu auch Aufzählungen im Umlauf, die dieser Glaubwürdigkeit eher abträglich sein können. Ob gewollt, oder aus „Sensationsgründen“ unabsichtlich, sei dahingestellt. So werden teils Aussagen als Prophetien ausgelegt, obwohl es sich mit der vermeintlichen Erfüllung lediglich um ein paralleles Ereignis in der Zukunft handelte. Wer die Bibel schon etwas studiert hat, kommt allerdings zur Erkenntnis, dass diese „Parallel-Ereignisse“ in der Regel kein reiner Zufall sind. Ganz nach dem Motto: „Es gibt nichts Neues unter Sonne“ (Prediger 1,9), gab es zu Ereignissen in der Vergangenheit durchaus Wiederholungen zu einem späteren Zeitpunkt. Diese Parallelen können über das Prinzip „Typus & Anti-Typus“ erklärt werden, aber nicht als Prophetie. Ein Leichtes für die allzu fleißigen Kritiker, genau in derlei Kerben hineinzustoßen, um die Glaubwürdigkeit der Bibel zu untergraben.

Prophezeiungen im AT bezügl. Jesus

Auswahl eingetroffener Vorhersagen AT >> NT
Prophetien im KontextProphetie im Alten TestamentErfüllung im Neuen Testament
Messias wird Nachkomme DavidsJes 9,6
Jes 11,1
Mt 1,1
Eine Jungfrau wird den Messias zur Welt bringenJes 7,14Mt 1,18
Messias wird ohne Sünde seinJes 53,9Hebr 4,15
1. Petr 2,22
Messias wird wie Hirte seiner Schafe seinJes 40,11Mt 9,36
Heb 4,15
Messias übt Sanftmut und ist nicht prahlerischJes 42,2Mt 12, 15-19
Weisheit des MessiasJes 11,2
Dan 2,20
Lk 2,52
Messias richtet Gebrochene wieder aufJes 61,1-2Lk 4,18-19
In Messias ist Geist der Weisheit und ErkenntnisJes 11,2-4Lk 2,52
Mt 13,54
Juden werden den Messias ablehnenJes 53,3Joh 1,11
Messias ist für Heiden ein LichtJes 60,3Apg 13,47-48
Dienst des Messias in Galiläa und am JordanJes 8,23-9,2Mt 4,12-16
Unverständnis für MessiasJes 6,9-10Mt 13,14-15
Messias ist stumm wie ein LammJes 53,7Mt 26,62-63
Hinrichtung des Messias mit 2 SündernJes 53,12Mt 27,38
Messias wird geschlagen und angespucktJes 50,6Mk 15,19
Messias im Grab eines ReichenJes 53,9Mt 27,57-60
Stellvertretendes Leiden des MessiasJes 53,4-5Mt 8,16-17
1. Kor 15,3
Röm 4,25
Messias wird Nackomme Isaaks1. Mo 17,19Mt 1,2-16
Messias wird Nachkomme Abrahams1. Mo 18,17Mt 1,1
Gal 3,7-8
Messias ist aus Stamm Juda1. Mo 49,10Mt 1,2
Lk 3,23-33
Messias wird Nachkomme Jakobs4. Mo 24,17Lk 3,23-34
Ermordung Kinder nach Geburt MessiasJer 31,15Mt 2,16
Rückholung Messias vom Tode (Auferstehung)Ps 30,4Joh 21
Messias wird an Händen und Füssen durchbohrtPs 22,17
Sach 12,10
Joh 20,25
Joh 20,27
Joh 19,37
Messias erleidet bei Kreuzigung DurstPs 22,16Joh 19,28
Verlosung der Kleider des MessiasPs 22,19Mk 15,24
Messias bittet für seine FeindePs 109,4
Jes 53,12
Lk 23,34
Die Knochen des Messias bleiben unversehrtPs 34,21Joh 19,33
Spott und Lästerung des MessiasPs 22,7-9Mk 15,29-32
Mt 27,39-44
Falsche Zeugen gegen MessiasPs 27,12
Ps 35,11
Mt 26,60-61
Verrat des Messias durch einen FreundPs 41,10Mk 14,18-20
Grundloser Hass gegen MessiasPs 69,5
Ps 109,3-5
Joh 15,23-25
Messias wird Stein des AnstoßesPs 118,221. Petr 2,7-8
Messias spricht in Gleichnissen (Bildern)Ps 78,2Lk 13 (Beispiel)
Große beten Messias anPs 72,10-11Mt 2,2-11
Bethlehem (-Ephrata) wird Geburtsort des MessiasMi 5,1Mt 2,1
Ritt des Messias auf einem Esel gen JerusalemSach 9,9Joh 12,13-14
Messias kommt aus Ägypten (nach Flucht Maria & Joseph)Hos 11,1Mt 2,14
Freunde verlassen den MessiasSach 13,7Mk 14,50
Messias wird 3 Tage im Dunkeln der Erde seinJona 2Mt 12,40
Finsternis am TageAm 8,9
Am 5,20
Mt 27,45

„Klassiker-Prophetie“ – Zerstörung des antiken Tyrus

Geradezu ein Musterbeispiel einer Prophetie über eine ganze Abhandlung von Ereignissen bietet die Zerstörung der einstigen antiken „Prachtstadt“ Tyrus im östlichen Mittelmeer, an der Küste des heutigen Libanons. Diese Stadt war die wirtschaftliche Metropole des damaligen südlichsten Europas und Nordafrikas schlechthin. Als „Hauptumschlagsplatz“ und Wirtschaftszentrum hatte die antike Stadt Tyrus ihre Blütezeit im Bereich von rund 1.000 bis 600 v.Chr. Tyrus war international eine überaus große „Nummer“. So wurde die Stadt auch als „Markt der Nationen“ (Jes 23,3) bezeichnet. Tyrus bestand aus zwei Teilen. Die eigentliche Handelsstadt samt Hafen auf der dem Festland nahe liegenden Insel und die kleinere Stadt auf dem Festland. Vorherrschende Macht des internationalen Handels waren die Phönizier. Diese waren wie auch heute üblich auf Gewinnmaximierung und „Eroberung“ der Märkte aus. Als die Stadt Jerusalem aufgrund der Angriffe des Königs von Babel, Nebukadnezar, in Bedrängnis geriet, freuten sich die Phönizier über die (vermeintliche) Vernichtung eines Konkurrenten und die Eröffnung weiterer Einzugsgebiete.

Derlei Pläne und weitere Übergriffe auf Jerusalem wollte Gott offensichtlich nicht zulassen und kündigte entsprechende Konsequenzen an. So in Hesekiel 26,1-6:
„Und es geschah im elften Jahr, am ersten Tag des Monats, da erging das Wort des Herrn an mich folgendermaßen: Menschensohn, weil Tyrus über Jerusalem ausgerufen hat: »Ha! Ha! Es ist zerbrochen, das Tor der Völker; es öffnet sich mir! Nun werde ich [alles] in Fülle haben, weil es verwüstet ist!«, darum, so spricht Gott, der Herr: Siehe, ich komme über dich, Tyrus, und will viele Völker gegen dich heraufführen, wie das Meer seine Wellen heraufführt! Und sie werden die Mauern von Tyrus zerstören und ihre Türme niederreißen; und ich will das Erdreich von ihr wegfegen und sie zu einem kahlen Felsen machen; zu einem Ort, wo man die Fischernetze ausspannt, soll sie werden inmitten des Meeres. Ich habe es gesagt, spricht Gott, der Herr, sie soll den Völkern zur Beute werden! Und ihre Tochterstädte auf dem Fest­land sollen durchs Schwert umkommen; und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin.“

In Vers 7 wird es sogar richtig konkret: „Denn so spricht Gott, der Herr: Siehe, ich bringe Nebukadnezar, den König von Babel, der ein König aller Könige ist, von Norden her über Tyrus, mit Rossen, Streitwagen und Reitern und mit einem großen Haufen Volk“.

Die geschichtlichen Ereignisse, welche über Tyrus hereinbrachen sind festgehalten. Der König Babels fand sichtlich Gefallen an der Idee, sich Tyrus einzuverleiben. Nebukadnezar zog gegen die mächtige Handelsstadt mit all seiner Streitmacht. Letztendlich unterlag Tyrus nach mehrmaligen Anstürmen und Belagerungen. Dies betraf jedoch nur die Tochter-Stadt auf dem Festland. Die Handelsstadt auf der Insel blieb vorerst noch verschont. Im Laufe der Geschichte tauchten noch weitere Eroberer auf, welche letztendlich die Zerstörung der Stadt auf dem Festland einleiteten. Inzwischen hatten die Medo-Perser das Zepter in die Hand genommen und Tyrus eingenommen. Zuletzt tauchte im Zuge der Machtwechsel Alexander der Große. So auch in Hesekiel 23,7 angekündigt: „Und sie werden deinen Reichtum rauben und deine Handelsgüter plündern; sie werden deine Mauern niederreißen und deine prächtigen Häuser zerstören; sie werden deine Steine, dein Holz und deinen Schutt ins Wasser werfen“. Dem noch sehr jungen Heeresführer des antiken Griechenlands gelang es nicht, die Hafenstadt Tyrus auf der Insel per Seeweg zu erobern. Dafür waren die eben für derlei Fälle unter Wasser befestigten Abwehranlagen nicht zu überwinden. Alexander d. Große hatte dann die Idee, zwischen dem Festland und der Insel einen Damm zu errichten. Immerhin galt es rund 800m zu überbrücken. Dafür nahmen die Eroberer sämtliche Steine und Geröll der zerstörten Festland-Stadt und warfen diese ins Meer. Für die finale Begehbarkeit des Damms schüttete man noch allen Kies und Staub oben drauf. Der ursprüngliche Ort des Festland-Tyrus wurde quasi besenrein hinterlassen. Es blieb nur der nackte Felsen übrig. Dies läutete auch das Ende der Hafenstadt Tyrus ein. Heute werden die kahlen Felsen von den Fischern genutzt, um dort die Fischernetze in der Sonne zu trocknen.

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