20. Februar 2021

Die 10 Gebote und deren Verfälschungen


Die 10 Gebote Gottes, welche Moses anhand zweier Steintafeln erhalten hat, werden auch als die Moralgesetze bezeichnet. Doch die heute in den Kath.- und EV-Kirchen präsentierten 10 Geboten handelt es sich nicht um die ursprüngliche Vorgabe, sondern um ziemlich eigenwilligen Abwandlungen.

Zeiten und Gesetze geändert mit „Ansage“

10 Gebote

Die in Stein geschriebenen 10 Gebote sind unveränderlich

Wer kennt sie nicht? Die 10 Gebote, welche Moses am Berg Sinai von Gott selbst in Steintafeln geschrieben erhalten hatte. Diese auch als Moralgesetze bezeichneten 10 Gebote besitzen quasi eine „Ewigkeitsklausel“. Das symbolisiert schon alleine deren Festsetzung in Stein. Die Ermahnung zur Einhaltung dieser Gesetze zieht sich von der Übergabe der zwei Steintafeln (2. Moses Kapitel 20) bis hin zum letzten Kapitel der Bibel, Offenbarung 22, 14: „Glückselig sind, die seine Gebote tun“ (in alexandrinischen bzw. gnostischen Bibelübersetzungen steht hier „Glückselig sind, die ihre Kleider waschen“). Die 10 Gebote Gottes sind zu keinem Zeitpunkt aufgehoben worden, auch wenn dies immer wieder in Verbindung mit „Altem Bund“ und „Neuem Bund“ propagiert wird. Eine glatte Irreführung. Die Behauptung von abgeschafften Geboten ließe sich bestenfalls durch aus dem Zusammenhang gerissene und isoliert dargestellte Bibelzitate und ausschweifenden Interpretationen begründen. Doch eine Aufhebung der Moralgesetze fand zu keinem Zeitpunkt statt und eine derartige Stelle existiert in der Heiligen Schrift schlicht und einfach nicht.

Die Verfälschung der 10 Gebote Gottes kam jedoch nicht überraschend. Bereits Daniel berichtete von einem „Vierten Tier“ in Daniel Kapitel 7, welches ein viertes Reich sein wird, „das auf Erden sein wird; das wird sich von allen anderen Königreichen unterscheiden, und es wird die ganze Erde fressen, zerstampfen und zermalmen.“

Dieses Tier „wird freche Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben, und er wird danach trachten, Zeiten und Gesetz zu ändern; und sie werden in seine Gewalt gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Aber das Gericht wird sich setzen und ihm die Herrschaft wegnehmen, um sie endgültig zu vertilgen und zu vernichten.“

Die 10 Gebote Gottes (Moralgesetze)

Gegenüberstellung der 10 Gebote Gottes, wie sie Moses in Stein geschrieben gegeben wurde und die Version, wie sie von Kath. und EV-Kirchen umgestaltet / verfälscht wurden.
Reihenfolge der echten 10 GeboteDie 10 Gebote gemäß 2. Moses Kapitel 20Reihenfolge der geänderten 10 GeboteDie 10 Gebote gemäß Kath.- und EV-Kirchen
1Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!1Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!
2Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!-komplett entfallen
3Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen!2Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen!
4Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn!3Du sollst den Feiertage heiligen!
neueste Varianten:
Du sollst den Sonntag heiligen!
5Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!4Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren!
6Du sollst nicht töten!5Du sollst nicht töten!
7Du sollst nicht ehebrechen!6Du sollst nicht ehebrechen!
8Du sollst nicht stehlen!7Du sollst nicht stehlen!
9Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!8Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!
10Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!9Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten!
--10Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!

Ein derartiges Beispiel der fadenscheinigen Erklärung zu den abgeänderten bzw. verfälschten Geboten präsentiert die Universität Augsburg anhand der versuchten Erklärung, warum das Sabbat-Gebot nicht mehr relevant sein sollte.
(Quelle:
https://www.philso.uni-augsburg.de/institute/philosophie/Personen/Lehrbeauftragte/neidhart/Downloads/SabbatSonntag.pdf)
Zwar wird hier korrekt festgestellt, dass zwischen (unveränderlichen) Moralgesetze und (veränderlichen) Zeremonialgesetze unterschieden wird, aber die folgende Erklärung hat es in sich:

„Man teilt die göttlichen Gebote ein Moralgebote und Zeremonialgebote. Während die Moralgebote in der Natur des Menschen begründet und deshalb unveränderlich und für alle Menschen aller Zeiten gültig und im Gewissen ohne Offenbarung als gültig erkennbar sind, müssen Zeremonialgebote eigens von Gott angeordnet werden und können nur durch Offenbarung erkannt werden; sie können später wieder modifiziert oder auch aufgehoben werden. Das Sabbatgebot gehört zusammen mit dem Bilderverbot und mit vielen anderen Vorschriften des Alten Testaments außerhalb der zehn Gebote (etwa Speisegebote und Gebote über weitere Festtage außer dem Sabbat) zu den Zeremonialgeboten, die für den vorchristlichen Alten Bundes angemessen waren, aber mit dem Kommen Christi modifiziert werden konnten und mussten.“

Hier behauptet der Autor ganz einfach, das Sabbat-Gebot sei ein Bestandteil des Zeremonialgesetzes und ignoriert dabei völlig die Tatsache, dass es sich mit diesem 4. Gebot zweifelsfrei um ein Bestandteil der in Stein geschriebenen Gesetze, also Moralgesetze handelt. Dies gelte ebenso für das 2. Gebot (Bilderverbot). Das ist völlige Willkür und mit nichts zu begründen. Der Autor kann diese Behauptung auch nicht begründen und hat wohl deshalb einfach von jeglichen derartigen Versuchen Abstand genommen. An dieser Stelle kann die restliche „Aufführung“ bereits in die Tonne geworfen werden, da weiterführende Ableitungen lediglich auf dies unhaltbare Behauptung basieren.

Bezeichnend ist hier auch, dass Augsburg im Rahmen der Reformation eine zentrale Rolle spielte. Auf der anderen Seite ist dieser Umstand allerdings auch typisch. Derartig historisch relevante Zentren wurden von der sog. Gegenreformation besonders intensiv und „nachhaltig“ ins Visier genommen. Hier spielt die „Loyola-Bildung“ eine überaus wichtige Rolle. Die sog. moderne Theologie (egal ob katholisch oder protestantisch) entwickelte sich längst zu den Komplizen derjenigen, welche die Menschen gerne von Gott getrennt sehen wollen.

Der Sabbat (also Samstag!) ist ein Erkennungszeichen der Autorität Gottes. Bereits eingeführt nach 6 Tagen Schöpfung als der 7. Tag der Ruhe. Gott heiligte diesen Tag. Die Kirchen bezeichnen den Sabbat als einen „jüdischen Feiertag“, welcher für die christliche Gemeinden keine Bedeutung habe. Einen sehr frühen konkreten Bezug des 7. Tages als „der Sabbat“ gab es bereits beim Auszug Israels aus Ägypten. Doch mit der Festlegung dieses Tages war von Israel noch gar keine Rede. Den Sabbat als „exklusiv jüdischen Feiertag“ zu bezeichnen ist angesichts der Festlegung gemäß 2. Moses 20,8 somit reine Willkür. Die Christen feiern den Sonntag („Sonnentag“) weil dies der Auferstehungstag Jesu ist. Das mag sein. Doch hebt dies den Sabbat einfach auf? Mitnichten. Jesus selbst hielt den Sabbat, seine Jünger hielten den Sabbat und es fehlt jegliche Stelle in der Bibel, welches auf eine Aufhebung des 4. Gebotes hinweisen könnte. Paulus traf sich einst mit den anderen Jüngern an einem 1. Wochentag und „brach mit ihnen das Brot“. Dies wird allzu gern als Begründung für eine vermeintliche Aufhebung des Sabbats verwendet. Doch dies ist pure (Wunsch-) Interpretation. Ganz generell wird etwas Falsches auch nicht dann zu etwas Richtigem, wenn man nur lange genug daran festhält.

Das frühe Einkassieren des 2. Gebotes (Bilderverbot) durch die kath. Kirche ist schnell damit erklärt, dass mit der Einhaltung dieses Gesetzes ansonsten auf die ganze Armada von „Heiligen-Figuren und -Ikonen“ und deren (Toten-)Verehrung verzichtet werden müsste. Dazu auch die ganze Palette von Ritualen, Zeremonien, Dogmen, Stoß- und Sturmgebeten. Wer sich wie gehabt vor einem Bild oder einer Holz- oder Steinfigur eines längst Verstorbenen „Heiligen“ hinwerfen will, sollte sich anstelle beser an 2. Moses Kapitel 20 orientieren.




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