Google Instant bringt für SEO viel Unruhe

Advertiser, Merchants und Publizer – Die einen lachen die anderen zweifeln

Das neue Feature von der „etwas“ großen Suchmaschine Google Instant bringt mächtig viel Unruhe in die SEO-Welt. Dazu kommt die neue Google Regelung ab dem 14. September 2010, die für manchen SEM neue Möglichkeiten bietet.

Was ist ein SEO (Search Engine Optimization)? Im Prinzip ein Webseitenbetreiber, bzw. auch eine professionelle Agentur im Auftrag, die mit möglichst allen (fairen) Regeln der Kunst versuchen, bei den Suchmaschinen in den Suchergebnissen ganz oben zu landen. Die Analysen der Stichwörter, die Häufigkeit der Suchen, die Trends sind genauso eine Wissenschaft für sich, wie die Umsetzung der gewonnen Erkenntnisse in der Gestaltung der Webseiten. Kurz gesagt auch Spezialisten für die Suchmaschinenoptimierung.

Was ist ein SEM? (Search Engine Marketing)? Am Anfang stellt sich der SEM die gleiche Frage wie der SEO. Was, wieviel und auf welcher Art suchen die Leuten etwas. Der SEM erforscht die genauen Stichwörter und Suchphrasen und kauft sich für bestimmte Suchbegriffe einen Werbeplatz bei den Suchmaschinen. Die Positionen sind in der Regel abhängig vom Preis pro Klick. Die Klick-Preise können zwischen ca. 20 Cent und mehreren Euro liegen, je nach Thema und vor allem der ebenfalls zahlenden Konkurrenz.

Soweit so gut. Was ändert sich jetzt? Zumindest beim Thema Google Instant gehen die Meinungen auseinander. Viele SEOs fürchten um die Früchte ihrer bisherigen und auch zukünftigen Arbeit. Das wird in einschlägigen Seiten und Blogs schon ausführlich diskutiert (z.B. hier). Wo ist der Unterschied zu vorher? Google Instant unterstützt jetzt mit seiner Suchmaschine den Suchenden durch Vorgaben von eigenen Vorschlägen, die der begonnen Suchphrase automatisch angehängt werden.

Ich denke in Sachen Suchergebnis wird sich so ziemlich gar nichts ändern, wenn es sich um das gleiche Keyword, bzw. um die Suchphrase handelt wie bisher auch. Der Ansatz liegt vielmehr daran, was Google dem Suchenden eigentlich vorschlägt. Eine sog. „Beta-Phase“ hat Google schon hinter sich gebracht. Manche Vorschläge (Suggestions) hinkten, oder waren ein richtiger „Brüller“. Eine Einlernphase war allemal nötig.
Warum nicht die Google Instant -Vorschläge einfach „erforschen“ wie die bisherigen Keywords auch? Stichwort eingeben und die Vorschläge zu Herzen nehmen. Immer wieder am Ball bleiben, denn Google lernt auch dazu und wird die Vorschläge mit Sicherheit erweitern und verfeinern.

Die große Änderung kommt eigentlich am 14.09.2010. Das betrifft das Suchmaschinenmarketing (SEM). Die Richtlinienänderung ist nicht von heute auf morgen entschieden worden. Vielmehr entschied es sogar der Europäische Gerichtshof.

Google Urteil EuGH

Der EuGH hat entschieden
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Der Streitpunkt war die Anzeige von markenrechtlich geschützten Namen von Produkten der verschiedenen Hersteller. Es geht vor allem um die Verwendung von markenrechtlich geschützten Namen in den Werbeanzeigen und sogar um die Verwendung der Namen von Mitbewerbern (Konkurrenz) zugunsten der eigenen Marke. Auf gut deutsch auch „Vergleichende Werbung“. Was in den Staaten schon seit vielen Jahren zur Selbstverständlichkeit gehört, setzt sich jetzt auch auf europäischer Ebene so langsam durch.
Das neueste Urteil ist kein Freibrief zur Verunglimpfung des Mitbewerbers, aber eine Möglichkeit um klar und „sauber“ darzustellen, daß das eigene Produkt eben aus dem einen oder anderen Grund einfach besser ist.
Google selbst gibt hier ein ausführliches Statement ab.

Für die eingefleischten SEM-Profis (sollte wirklich gelernt und gekonnt sein) öffnen sich viele neue Möglichkeiten. So mancher Affiliate rieb sich schon die Hände, wird allerdings in den letzten Tagen mit immer mehr Mails von Merchants „zugeschüttet“, dass die neuen Google-Richtlinien rein gar nichts an den programmeigenen SEM-Richtlinien ändern werden, ansonsten droht der Rauswurf aus dem Partnerprogramm. Viel Fairness zeigen wiederum einige Anbieter, die dem SEO ab jetzt mehr Priorität als dem SEM vergeben. Ein Cookie aus der SEM-Ecke kann ein „SEO-Cookie“ nicht überschreiben. Dies sollte doch eine neue und vor allem genutze Herausforderung für jeden SEO sein.

SEM war bisher noch nie mein Schwerpunkt. Zugegeben, die Nase schon mal reingehalten und prompt auf dieser zum Landen gekommen. SEM ist nichts für das blinde Einsteigen, es sei dem, der SEM-Möchtegern will sein Geld mit aller Macht aus dem Fenster werfen. Da gehört schon eine Menge Lernstoff, vorsichtiges Hineintasten und Schritt für Schritt Erfahrungssammlung dazu, um erfolgreich SEM zu betreiben. Für den ersten Blick mag es sogar erschreckend wirken, wenn da täglich (!) 1.000,- Euro und mehr an Kosten anfallen können, natürlich mit der Voraussetzung, dass daraus unterm Strich ein Gewinn herausspringt. Wehe wenn nicht….

Ich bleibe mit Google Instant gelassen und sehe es als neue Chance und Möglichkeiten an, vor allem an denen vorbeizuziehen, die noch vor Schrecken die Hände vorm Gesicht haben und sich selbst damit ausbremsen.

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