Da komme ich doch gleich wieder ins Grübeln…

Eben einen Antwort-Kommentar hinterlassen bezüglich eines Artikels hier vom 26.03.09 und bin da in ein Fahrwasser geraten, dass, wie ich meine eigentlich jeden von uns betrifft, direkt und mindestens indirekt. Jeder sollte es eigentlich schon mitbekommen haben. Die globale Finanzkrise. Ursprünglich ausgelöst von den „faulen“ Immobilien-Eiern in den Vereinigten Staaten, Banken mitgerissen und global ausgewuchert. Der Eine oder Andere kann es vielleicht schon gar nicht mehr hören oder lesen. Dabei bin ich der Überzeugung, dass wir alle noch nicht mal ansatzweise genug davon gehört haben, um es wenigstens annähernd zu verinnerlichen, was da eigentlich auf uns zurollt. Ich bin wahrlich kein gelernter „Finanzexperte“, Betriebswirt, Wirtschaftswissenschaftler oder ein Jung-Spund-Noch-Pickelgesichtiger-Alles-Wissen-Möchtender-Aktienanalyst. Das kleine und große 1mal1 beherrsche ich dennoch. Jeder der in der Woche 37 – 40 Std. lang sein Soll runterbuckelt, am Monatsende sein Gehalt auf das Konto bekommt und schon Tage vorher berechnet was noch bleibt, wenn die Fixkosten schon abgezogen worden sind, der könnte auch erkennen dass 40 Mrd. Verluste hier, 20 Mrd. Verluste da, oder mal so zwischendurch „nur“ 780 Mio. Miese eigentlich ein „Anderer“ haben müsste. Ich habe Geld, ich mache Verluste, dann hatte ich Geld, dann hat es ein Anderer…..klingt logisch. Aber wer hat denn nun die ungefähr 550 Mrd. (!!) Euro, die nur in Deutschland aufgebracht werden müssten, um alle Banken zu stützen? Ich habe die Mäuse nicht, Sie vielleicht, oder Du, oder die Omas und Opas in den Sparstrümpfen unterm Kopfkissen? Ich schlafe immer noch auf Federkern…..
Klingt eigentlich kurios, ist aber gegenüber dem „Otto-Normal-Verbraucher“ und ehrlichen Berufstätigen schon richtig zynisch. Das Geld hat sich in „Luft aufgelöst“, es wurde „weggebeamt“, ins „All verbannt“. Dieses Geld hat niemals existiert! Ein künstlicher und virtueller Geldwert der zu keinem Zeitpunkt einen realen Gegenwert hatte. Ein virtueller Bankwert, die unsere „Spitzenmanager“ in den Banken-Chef-Etagen sich gegenseitig zugeschoben hatten, mit jeweiligem Preisaufschlag. Der „Wert“ wuchs und wuchs, bis zu einem gigantischen „Luftballon“. Jetzt haben die Amis unvorsichtigerweise mit der Immobilien-Nadel hantiert und ein mächtiges Loch in diesen Ballon gestochen. Geplatzt ist der nicht schlagartig, aber die ausströmende Luft fegt schon die ersten vom Platz. Klingt nun schon fast pervers. Der virtuelle Geldwert wird nun zu realen Schulden. Verluste die wir alle zu tragen haben, ich, Sie, Du, und ich bin überzeugt davon, mindestens noch die nächste Generation. Dabei hat es uns die japanische Wirtschaft schon vor über 10 Jahren demonstriert, was so eine faule Immo-Wirtschaft anrichten kann. Hier zeigt sich ein weiteres Mal, die Gier überwiegt der Vernunft.
Die Herren der Banken-Chefetagen erdreisten sich sogar um das Einklagen der „natürlich leistungsbezogenen“ Entgelte. In meinem Beruf stehe ich für grobe Fahrlässigkeit mit Haus und Hof in der Schuld!!!
Es mag nun dem einen oder anderen nicht gefallen, aber irgendwas stimmt da nicht mit „uns“. Der große Knall kommt noch, wie auch immer sich ein Knall einer in Zeitlupe detonierenden Bombe anhören mag, aber was muss noch kommen, um einen in der Lethargie verharrenden in Bewegung zu bringen?!
Unser großer Wirtschafts-Vorleber USA hat sich selber in die Knie geschossen und die ganze Welt mitgerissen. Selber schuld, wer’s nacheifert….wehe das Kreditkarten-System der USA kommt ins Wanken…dann „Merci Mausi“….dann halte ich meinen Kopf lieber an die Mattscheibe eines implodierenden Röhren-TV’s, ist bestimmt nicht so laut.
Erst letztes Wochenende hatte ich ein Chat-Gespräch mit einer Bekannten in Peking, Mitarbeiterin in der oberen Etage eines Global-Players in Sachen Öl. Ok, glasklare Aussagen zur tatsächlichen Lage ist der chinesischen Mentalität ein absolutes Fremdwort, Chinesen sind Meister im „Drumherum Reden“ und „durch die Blume sprechen“, aber der eigentliche Kern war auch mir Westler klar. Bitter. Eine Konjunktur-Diesel-Lok gegen die Wand zu fahren wäre ein passender Vergleich.
Es kommt noch ein gewaltiger Tsunami auf uns zu. Unsere Regierungs-Damen und -Herren in Berlin üben sich mehr im Schönreden als in der Umsetzung greifender und vor allem fairer Konsequenzen.
Ein akuter Aufschrei der Nation, mit Belanglosem berieseln und der „Deutsche“ wird sich schon wieder beruhigen und alles vergessen, wie gehabt. Die „Grossen“ dürfen weiterhin Monopoly(TM) mit unserem Geld spielen und wir dürfen zusehen, wie wir unseren Kühlschrank wenigstens soweit auslasten, dass sich das Einschalten lohnt…..
Gelassenheit ist nicht verkehrt, aber das Ignorieren kann ein noch viel böseres Erwachen zur Folge haben. Die „fetten“ Jahre sind ja immerhin schöne Erinnerungen, „Früher was alles besser“…..welche Generation kennt dies nicht?
Der eine mag es aussitzen, der andere „nur“ abwarten, ich schau‘ wo ich bleibe. Wer meine privaten Hintergründe kennt, der weiß wovon ich spreche, mit Dasitzen und Däumchen drehen ist nichts getan…

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