Thailand außer Saison – Gerade eben jetzt

Von wegen Juni-„Regenzeit“ in Thailand – Rosskur

„Was willst Du denn um diese Zeit nach Thailand, ist doch Regenzeit!“ – Hörte ich immer wieder, nach dem ich erzählte, so mitte Juni in diese Region zu starten, um meine langersehnte „Langzeiterholung“ zu suchen, sollen immerhin 6 Wochen vor Ort sein.

Ich muß doch glatt entgegenhalten, dass ich nicht Strand, Meer und Hautverbrennung suche, sondern ab Bangkok nördlich, möglichst fernab von Tourismus und Ansammlungen von „Farangs“ meine Zeit verbringen will.
Obwohl die erste Woche hier in Bangkok als Ausgangspunkt verbracht, mit Abstecher zu den nächstgelegenen Sehenswürdigkeiten, stand ich lediglich nur ein Mal in einer richtigen Touri-Ecke. Sukhumvit heißt das Stichwort und was ich da gesehen habe, ist wirklich nicht meine Vorstellung von dem was ich in Thailand kennen lernen möchte. In Sukhumvit Soi findet man Nationalitäten jeglicher westlicher Länder. Dazu die Bier-Pubs, TV-Kneipen und westliche Restaurants. Hier in Thailand geht die laufende Fußball-WM nicht spurlos vorüber. Im Gegenteil, obwohl Fußball in diesem Land nicht zur Hauptsportart gehört, laufen in jeder kleinen Küche und Straßenrestaurants die Fernsehgeräte wenn ein WM-Spiel läuft. Die Zeitungen überschlagen sich mit Bildern und Berichten. Wollte ich jetzt gerade so ein Sukhumvit-Pub bei einem WM-Spiel aufsuchen, dann hätte ich dies auch zu hause machen können.
Da ziehe ich die Ruhe und Gelassenheit „Countryside“ im Irgendwo vor. Zwischenstopp bei den vielen historischen Tempelanlagen in Ayuttaya, mit Sprung gen Lam Plai Mat und fliessendem Übergang in die „Isaan-Metropole“ Buriram. Danach einen Schwenk ins Umland bei Kalasin. Obwohl nur kurzer Aufenhalt in Buriram, sind doch relativ viele „Farangs“ in dieser Gegend ansässig. Kann ich auch verstehen. Es fehlt hier an nichts. Eine mittelgroße Stadt, mit Internetanschluss (wichtig!), Supermärkten, Kfz-Werkstätten, grünen Märkten und natürlich den deutlich abgehobenen Temperaturen gegenüber den kalten Jahreszeiten in Mitteleuropa. Wie eigentlich überall wird man hier mit freundlichen und neugierigen Blicken empfangen und ab und an trifft man einen Englisch sprechenden Einwohner, der natürlich eine ganze Stange an Fragen parat hat. Zur Zeit auch im Isaan: Das letzte WM-Ergebniss stehts als eine der ersten Infos, wenn man bekannt gegeben hat, dass man aus „Göraman“ kommt.Zeitung und TV also völlig überflüssig. Neugierde ist auch eine der „Stärken“ der Mönche, welche teilweise vereinzelt oder auch gleich in großen Gruppen auf dem Weg begegnen. Zuhause sind sie jeweils in den Tempeln, die vergleichbar wie bei uns selbst in den abgelegensten Orten und Dörfern, wenigstens im Zusammenschluss, vertreten sind. Selbst bei den ärmsten Verhältnissen abseits der Hauptstrassen sind die Tempel stets prunkvoll gestaltet. Teilweise von nur 4 Mönchen bewohnt, aber täglich von den örtlichen Dorfbewohnern versorgt…und diese „geizen“ wahrlich nicht. Essen, Trinken, das zum Leben nötige und Bargeld (meist 20 Baht-Schein) im Briefumschlag sind die Standards, die ein Tempelbesucher mitbringt. Zur Mittagszeit wird dann das gegegessen, bis der Hunger gestillt ist und die brav wartenden Spender dürfen das Geschirr samt Rest wieder mitnehmen.Wenn da jetzt so ein „Farang“ wie ich aufkreuzt, bleiben die neugierigen Fragen der Mönche natürlich nicht aus. „Woher kommst Du“, „Sprichst Du ein wenig Thai (…oder im Isaan eher Laos-Dialekt)“, „Wie alt…wieviele Kinder….“. Das ganze Programm durch und zum Abschluss noch eine etwas stolze Präsentation des Privat-Raumes mit der großen Ansammlung von Literatur aus aller Welt und die Erklärung warum man so gut die englische Sprache beherrscht. Na, zumindest waren in den vier Wänden des Mönches auch Video-Rekorder, DVD-Player, TV und eine kleine Musiksammlung zu sehen. Ehrlich, man ist schon ein wenig stolz, wenn ich als fremder „Farang“ die privaten Räume betreten darf und die einheimischen Frauen brav draußen bleiben dürfen. Eine Frau darf den Mönch nicht berühren und die geschenkten Gaben nur über eine männliche Person in die Hände reichen, bzw. diese vor dem Mönch höchstens ablegen. Ein Foto darf natürlich gemacht werden. Der Älteste des Tempels in der einsamen Gegen irgendwo zwischen Lam Plai Mat und Buriram gab sich die Ehre.
Noch weiter im Norden, im Umland bei Kalasin wechselten sich die verwunderten Augen der Erwachsenen mit den verschreckten Blicken der Kinder ab. Natürlich war der Empfang ebenfalls sehr herzlich und fluchs war der Tisch auf einem Farmer-Hof mit allem Möglichen, mir noch heute völlig unbekanntem Speisen gedeckt. Eines vorweg, jetzt bin ich wegen meinen Vorlieben für das scharf gewürzte Essen schon etwas „vortrainiert“, aber völlig „Ungeübte“ werden wohl ein feuriges Wunder erleben. Egal wie das Essen aussieht (das Auge ißt schließlich mit), es ist wirklich zum-davon-laufen-scharf. Da werden zur Zubereitung die Chilli-Schoten duzendweise zu einem Brei zerstampft um diese der Mahlzeit in rauhen Mengen beizumischen. Wem die 34°C Hitze bei hoher Luftfeuchtigkeit nichts anhaben, spätestens beim zweiten Bissen treibt es einem das Wasser aus dem Körper und die Tränen aus den Augen. Als Eingebohrener des Abendlandes möchte ich auch nicht nachträglich unbedingt wissen, was ich da alles gegessen habe, es war allerdings nichts dabei, was ich nicht noch mal probieren wollte. Shrimps waren eindeutig zu erkennen, vor allem weil ich dazu eingeladen worden bin, welche eigenhändig zu fangen. Ich bin mir sicher, die Einheimischen mit meinem Treiben sehr unterhalten zu haben. Sieht doch alles ganz einfach aus, Netz ins Wasser werfen und mit Shrimps gefüllt wieder an Land ziehen…von wegen. Das Netz als „Knödel“ in den Händen und es als „Knödel“ ins Wasser geworfen….die Shrimps haben sicher auch gelacht…
Die Rückreise in die Hauptstadt Thailands hat sich wegen Platzregen und heftigem Gewitter um einen Tag verzögert. Strom aus, Zug tot, Bus „davongeschwommen“. Egal, Zeitdruck existiert nicht. Jetzt aus meinem Ausgangspunkt heraus, irgendwo zentrumsnah in Bangkok, die nächsten Schritte in Planung, allerdings auf keinen Fall Pattaya, auf keinen Fall der Süden gen Samui und Co…

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